Zur Geschichte Hahnheims von Karl Johann Brilmayer
Hahnheim, früher Hagenheim (762), Hegenheim (793), Hainheim (1311), Hanheim (1316) lag im alten Wormsgau, im späteren unteren Nahegau. Es gehörte im 8. Jahrhundert einem reichbegüterten, angesehenen Geschlecht im oberen Rheingau. Ein Sprössling dieser Familie nannte sich Cancor. Dieser gründete mit seiner Mutter Williswinda im Jahr 764 das später so berühmt gewordene Kloster Lorsch an der Bergstraße und schenkte demselben, wie es in der noch vorhandenen Stiftungsurkunde heißt, den Ort Hahnheim an der Selz im Wormsgau, welchen Ort er von seinem Vater Adelhelm ererbt habe und zwar mit allen dazu gehörigen beweglichen und unbeweglichen Gute, als da sind Felder, Häuser und sonstige Gebäulichkeiten, Äcker, Wiesen, Weingärten, Wälder, Gewässer, Weiden, Leute, freie, Freigelassene, Leibeigene usw. Die Urkunde ward zu Lorsch am 12. Juli 764 ausgestellt und von Cancor und Williswinda unterzeichnet. Später wurde der Ort reichsritterschaftlich. Die Hoheitsrechte besaßen bis zum Ende des 18. Jahrhunderts die Freiherren von Dienheim.