Hausen - ein verschwundenes Dorf bei Elsheim

Hausen (Husen) lag westlich von Elsheim. Es wird urkundlich im Jahr 1295 genannt und scheint während des Dreißigjährigen Kriegs (1618-1648) von seinen Bewohnern für immer verlassen worden zu sein.

Der Ritter Hermann Keppechin aus Saulheim ließ in Hausen eine Kapelle erbauen, stattete sie mit einer Altarpfründe aus und schenkte sie im Jahr 1328 der Kirche St. Moritz in Mainz, dem auch schon das Patronatsrecht der Pfarrkirche zu Elsheim gehörte. Die Kapelle war den hl. 11000 Jungfrauen geweiht und hatte einen fundierten Altar zu Ehren des hl. Nikolaus. Noch im selben Jahr wurde mit Zustimmung des St. Moritzstiftes der Priester Wolfram von Saulheim als erster Kaplan der Kapelle angestellt. 1357 bestätigte der Mainzer Erzbischif Gerhard die Errichtung und Begabung der Kapelle "in Husen bei der Pfarrkirche zu Egilsheim (Elsheim)".
1435 verleih Erzbischof Diether die Kapelle dem Jakob Fust, Priester der Mainzer Diözese, und 1495 schlug der pfälzische Kurfürst Philipp einen Priester für den St. Nikolausaltar vor. Dorf und Kapelle werden letzmals 1563 genannt.: Beim Verkauf der Schlosses und Dorfes Stadecken an den Pfalzgrafen Wolfgang waren damals vom Verkaufspreis jährlich 4 Malter Korn in die Kapelle nach Hausen zu entrichten.
Dorf und Kapelle scheinen während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) untergegangen und die Gemarkung später an die Nachbarorte Jugenheim und Engelstadt gefallen zu sein. Überreste des Dorfes und der Kapelle sind nicht mehr vorhanden, nur die alte Flurbezeichnung "Häuser Rech" in der Jugenheimer Gemarkung und "hinter Hausen" in der Engelstadter Gemarkung erinnern noch an das ehemalige Dorf. Auch heißt das Feld auf der linken Seite der Selz vor dem Elftausen Mägdeturm das "Kappelen-Feld".Rheinhessenportal

Quelle: Brilmayer; redakt. Bearb. S.G.