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Der nebenstehende Artikel gehört zu unserem Rundweg "Die Römer in Rheinhessen"
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Römischer Ehrenbogen in Kastel
In der Nähe der katholischen Pfarrkirche St. Georg wurde im September 1986 bei Bauarbeiten das Fundament eines "Germanicus-Bogens" gefunden. Die riesigen Steinquader konnten durch das beherzte Eingreifen der Gesellschaft für Heimatgeschichte Kastel vor einer Entsorgung bewahrt werden und wurden schon bald als Fragemente eines römischen Triumphbogens identifiziert. Der eindrucksvolle Fund ist im "Keller-Museum" während der Öffnungszeiten zu besichtigen. Der Ehrenbogen, der zum Gedenken an den Feldherrn Germanicus Julius Caesar, Sohn des Drusus, nach dessen Tod 19 n. Chr. erbaut wurde, hatte einst eine Höhe von über 20 Metern und eine Breite von über 12 Metern und gilt als der am nördlichsten gelegenen Fund dieser Art. Germanicus wurde nach der von Varus verlorenen Schlacht gegen das Aufgebot des Cherusker Arminius mit der Sicherung der Rheingrenzen, die als Rückzugspunkt der Römer nach dem Verlust ihrer Legionen galten, beauftragt.
Es ist anzunehmen, dass ihm der Ehrenbogen für seine, wenn auch wenig erfolgreichen, Sicherungsfeldzüge in das rechtsrheinische Germanien errichtet wurde. Gleichzeitig zu seiner Funktion als Ehrenmal bildete er das symbolische "Tor nach Germanien", denn der kleine rechtsrheinische Vorposten Castellum Mattiacorum war die letzte gut befestigte Bastion der Römer in den von germanischen Stämmen besiedelten rechtsrheinischen Gebieten. Vom römischen Legionslager Moguntiacum auf dem Mainzer Kästrich aus könnte man eine gerade Linie über die römische Rheinbrücke und durch das Castellum Mattiacorum in den Germanicus-Bogen ziehen.
Bild (Rekonstruktion): Cüppers, Römer S.85; Quelle: www.museum-castellum.de; red. Bearb. S.G. und D.K.

