Wappen

Zu sehen ist das Wappen von Kettenheim

Adressen

Ortsbürgermeister

Wilfried BuschKirchgasse 155234 KettenheimTel 06731/43417Fax 06352/5025Webseite

Hinweise

Zur Geschichte von Kettenheim

[Bild: galerie.genealog.de]

Das Dorf Kettenheim unterstand schon früh den Pfalzgrafenbei Rhein. Im Lehnbuch Werners II. von Bolanden, das kurz vor 1200 zusammengestelltwurde, sind Einkünfte und Gerichtsrechte aufgeführt, die er in Kittenheim als Lehen des Pfalzgrafenbesaß.
Im Ort lebte ein Rittergeschlecht, das 1221 erstmals genannt wurde: Damals bezeugte Karl von Kedenheim eine Urkunde des Reichstruchsessen Werner III. von Bolanden, als dieser kaiserlicher Hofrichter in Lautern war. Karl schlug sich während des‚ Endkampfesder Staufer’ (Demandt) offensichtlich auf die Seite Philipps von Hohenfels, der anders als seine bolandisch(-falkensteinische) Verwandte staufertreu geblieben war. In einer Sühne zwischen dem Hohenfelser und der Stadt Worms wird Karolum de Kidenheim 1246 neben Heinrichvon Heppenheim und Simon von Gundheim als Widersacher der Stadt Worms bezeichnet.
Spätestens Ende des 14. Jahrhunderts waren die Herren von Kettenheim Burgmannen bzw. Lehnsmannen der Pfalzgrafen bei Rhein, so etwa 1386 in Oppenheim. Ihre Burglehen vereinnahmten sie u.a. auch in der Kettenheimer Gemarkung. Dort besaßen sie ein Hofgut, Grundbesitz und eine Mühle. Ob es allerdings diese Hofanlage, die am 2.02.1444 als „Schloss“ der Herren von Kettenheim bezeichnet wurde, ist unsicher. Denn der Beleg hierfür, der ehe demi m Staatsarchiv Darmstadt unter den Rheinhessenurkunden aufbewahrt wurde, stammt aus Luxemburg. Es ist demnach möglich, dass hier eine Verwechslung mit dem Schloss Cattenom bei Thionville vorliegt. In der heute nicht mehr auffindbaren Akte wird über einen Prozess berichtet, der sich um den „Verrat des Schlosses Kettenheim“ rankte, und in dem ein Bartel von Keyl als Zeuge aussagte. Über dieses Ereignis ist Weiteres nicht bekannt, auch nicht ob das Herrenhaus Eigengutder Kettenheimer war oder ein Lehen der Pfalzgrafen. Die Bezeichnung Schloss wird nach 1444 nie wieder gebraucht.
Die Herren von Kettenheim sind im Jahr 1662 ausgestorben. Ihre Lehen wurden von der kurfürstlichen Verwaltung eingezogenund an andere Herren vergeben.
Nachbarort und Pfarrort für die Kettenheimer war bis Ende des 17. Jahrhunderts das heute verschwundene Dorf Egersheim. Kettenheim blieb bis Ende des 18. Jahrhunderts bei der Kurpfalz und beim Oberamt Alzey.

Evangelische Kirche

Ev. Kirche

Schon vor der Reformation hat in Kettenheim eine Kirche bestanden. Sie gehörte 1621 noch zur Pfarrei Ergersheim. Bei der pfälzischen Kirchenteilung von 1705 fiel die Kirche den Reformierten zu, die Katholiken richteten sich eine Kapelle im Rathaus ein, die sie dem hl. Leonhard weihten. Sie wurden der Pfarrei Freimersheim zugeteilt, während die Reformierten einen eigenen Prediger anstellten.
Die Kirche hat einen romanischen Chorturm, das Erdgeschoss ein Gratgewölbe und breitem Chorbogen. Es wurde 1575 erhöht. 1816 erfolgte der Anbau eines neuen Langhauses in Nord-Süd-Richtung mit Baumaterial aus dem Kloster Weidas.

Quelle: Grathoff; Art. Kettenheim im Pfälzischen Burgenlexikon unter Zuhilfenahme von: Bechtolsheimer 1916, S.348; Böhn 1958, S. 166; Brilmayer 1905, S.245f.; Dehio, Rheinland-Pfalz/Saarland 1984, S. 445; Fabricius 1914, S.209; Widder 1786-88, 3, S. 143-145; Zimmer 1992;

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