Egersheim - ein aufgegebens Dorf bei Köngernheim
Nordöstlich von Kettenheim und in seiner heutigen Gemarkung lag das verschwundene Dorf Egersheim (Ergersheim, Ergirsheim). Die Egersheimer Kirche taucht in den Urkunden des Klosters Lorsch erstmals als Agirsheim auf. Das Patronatsrecht der Ergersheimer Kirche stand den Grafen von Sponheim zu. In einem Zeugenverhör (1276) wegen der Rechte des Klosters Syon sagte Ritter Bertold von Eppelsheim u.a. aus, er habe früher von dem jetzt verstorbenen Grafen Johann von Sponheim (Starkenburger Linie) die Hälfte des Patronatsrechts der Kirche in Egersheim zu Lehen empfangen wollen, von dem Grafen aber die Antwort erhalten, dass infolge der Sponheimischen Besitzteilung dieses Recht seinem Bruder Simon II. (Kreuznacher Linie) zustehe.
Die Kirche von Egersheim war auch Pfarrkirche für die Kettenheimer, die zu den Gottesdiensten nach dort gehen mussten. 1463 verkauften Pfarrer, Schultheiß, Schöffen und Kirchengeschworene zu Ergersheim bei Alzei Mentzer Bistums Kirchengüter in Egersheim. Egersheim ist kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) eingegangen, noch 1621 wird Kettenheim als zur Pfarrei Ergersheim zugehörig bezeichnet. Reste der Egersheimer Kirche waren noch im 18. Jahrhundert vorhanden. Heute erinnern einige FLurnamen, "hinter der alten Kirche" und "Kirchenweg" an das verschwundene Dorf. Die Gemarkung des Ortes Ergersheim wurden bei seiner Auflösung der von Kettenheim zugeschlagen.