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Der nebenstehende Artikel gehört zu unserem Rundweg "Die Römer in Rheinhessen"
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Weblinks
Homepage des theatrum mogontiacensium
Römisches Bühnentheater
Bei der Errichtung des Südbahnhofes 1884 kamen römische Mauerwerkspartien von über 100 Meter Länge zum Vorschein, die allerdings wegen des Gleisbaus sofort abgetragen wurden. Erst nachträglich erkannte man die Bedeutung des Fundes und versuchte durch kleine Nachgrabungen über die vorhandenen Bauingenieuraufzeichnungen hinausgehende Erkenntnisse zu gewinnen. Sichtbar konnte jedoch vom Theater nichts erhalten werden. Es existiert lediglich eine Grundrisszeichnung.
Das Theater wurde Anfang des 1. Jahrhunderts wahrscheinlich im Zusammenhang mit den alljährlichen Feierlichkeiten zu Ehren des Drusus (3) errichtet. Geht man davon aus, dass es in Zusammenhang mit den Drususfeierlichkeiten steht, so ist eine Entstehung in der frühen Kaiserzeit – möglicherweise in der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts – wahrscheinlich. Der archäologische Nachweis für diese Datierung steht allerdings noch aus.
Bei dem Bauwerk handelte es sich um ein römisches Bühnentheater mit Bühne und halbrundem Zuschauerraum, dessen ansteigende Sitzreihen in den Hang hinein gebaut waren. Der Zuschauerraum hatte einen Durchmesser von 116,25 Meter, die Bühne war 41,25 Meter breit. Damit war das Mainzer Theater eines der größten nördlich der Alpen. Vom Rhein her existierte eine Zufahrtsstraße. Bei der Aushebung der Baugrube für den neuen Kinokomplex an der Stelle des alten Parkplatzes am Südbahnhof hat man 1998 römisches Pflaster gefunden, das zum Vorplatz des Theaters gehört.
Die Größe des Theaters legt einen Zusammenhang mit den Drusus-Gedächtnisfeiern nahe: Immerhin kamen jährlich Vertreter aus 60 gallischen Gebietskörperschaften (civitates) nach Mainz, ebenso zahlreiche Zivilisten und Soldaten aus dem gesamten Gallien – Mainz war ein „politischer Wallfahrtsort“. Seit 1999 gräbt man ein größeres Teilstück des Theaters aus. (E.R.)
