Deutschordenskommende (heute Landtag)

Die Deutschordenskommende wurde 1729 durch Kurfürst Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg, der zugleich Ordensmeister war, begonnen und 1738 vollendet. Als Architekten sind Anselm Franz Freiherr von Ritter zu Grünstein sowie der Deutschordensbaumeister Franz Josph Roth aus Mergentheim bekannt. Das Gebäude diente unter Napoleon I. als kaiserliches, unter Hessen-Darmstadt als großherzogliches Palais. Danach stand es lange Zeit unbenutzt. Heute befindet sich in dem Gebäude der rheinland-pfälzische Landtag.

Kunsthistorische Beschreibung nach Dehio:
Von Ritter der nach französischen Vorbildern (Hardouin-Mansart, Boffrand) konzipierte Außenbau (.) Im Grunde des tiefen Ehrenhofes das Corps de Logis, die niedrigeren Flügelbauten abgesondert (vgl. Bruchsal). Schaufront ist die rheinseitige Fassade: schlichtes rustiziertes Erdgeschoss mit Blendarkaden, Hauptgeschoss und oberes Halbgeschoss in gemeinschaftlicher Pilasteranordnung, der dreiachsige Mittelrisalit durch einen flach geneigten Giebel mäßig betont; spitzgieblige Bekrönungen auch über den Fenstern, nur der Mittelrisalit hat Rundbogenöffnungen.

Die Hoffront schlichter, keine Fensterverdachungen, nur am Mittelrislait Pilaster. Die Atlanten beiderseits des Hautportals - ein Motiv aus dem Wiener Barock - und die vier Heiligenfiguren über den Eingängen der Pavillons von Burkhard Zamels. Das Treppenhaus, die Deckengemälde von Thomas Scheffler und fast aller Stuck beim Brand 1945 vernichtet. Wiederaufbau 1951-53 mit neuer Inneneinteilung. Stuckreste aus der Kapelle in den großen Sitzungssaal übertragen.

Quelle: Dehio; red. Bearb. S.G.