Neu-Bamberg - eine Raugräfliche Burg

Burgruine

Die (Alten-)Baumburg auf den Höhen am Rande des Alsenztales, zwischen 1112 und 1140 erbaut, war die Stammfeste der Raugrafen. Als Erbauer dieser Burg gilt Raugraf Emich I. Während des 12. und 13. Jahrhunderts blühte das Geschlecht auf und die Burg musste mehrfach erweitert werden.
Im Jahr 1214 entschlossen sich die raugräflichen Brüder Ruprecht und Gerhard eine zweite Burg, die Neuenbaumburg zu errichten. Im Jahr 1253 ist die Existenz der neuen Burg erstmals schriftlich bezeugt, als am 13. März Raugraf Heinrich I., sein Bruder Rupprecht II. und ihr gemeinsamer Vetter Konrad I. einen Vertrag schlossen. Allerdings hatte die Burg 1253 noch keinen Namen.
Die Raugrafen nannten sie Novum castrum apud Sarlesheim, die neue Burg bei Sarlesheim, nach einem später untergegangener Ort in unmittelbarer Nähe der Burg. Doch schon 1285 nannten die Raugrafen ihre neue Burg, im Unterschied zu ihrer Stammburg Alten-Baumburg Neuen-Baumburg. In diesem Jahr übertrug Raugraf Heinrich II. seiner Gattin Adelheid, einer geborenen Gräfin von Sayn, das Schloss mit allen Burgmauern und der Umfassung des Berges als Witwensitz. Nach einigen Namensänderungen verfestigte sich im Laufe der Jahrhunderte die heutige Bezeichnung "Neu-Bamberg".
Da die Raugrafen sich in zahlreiche Fehden verstrickten, begann das Geschlecht rasch zu verarmen. So gelang es dem Mainzer Erzbischof im 14. Jahrhundert über Lehns- und Pfandverträge in der Burg Fuß zu fassen. Doch auch andere Mächte hatten sich Rechte in der Burg verschafft. Nach 1400 gehörten 5/8 in Burg dem Kurfürstentum Mainz, 1/8 den Herren von Daun-Falkenstein und 2/8 den Grafen von Sponheim, die jedoch bereits 1403 ihren Anteil dem Johann Marschall von Waldeck übergaben. Es folgten weitere Verpfändungen und Besitzübertragungen. Bei kriegerischen Auseinander- setzungen zwischen Kurmainz und Kurpfalz wurden die Burg und die Ortsbefestigung Neu-Bamberg 1668 durch Kurfürst Karl Ludwig von der Pfalz zerstört. Die Herrschaft fiel an Kurmainz, das ein Amt errichtet. 1714 erwarb Mainz u.a. auch den sponheimischen Anteil an Neu-Bamberg im Tausch gegen das Amt Böckelheim. Neu-Bamberg bildete nun ein eigenes Kurmainzer Amt, zu dessen Bezirk die Gemeinden Volxheim, Siefersheim, Wöllstein, Gumbsheim und Pleitersheim mir ihren jeweiligen Anteilen gehörten. Die Praefectura Neobambergensis des Mainzer Kurfürstentums bestand bis zur Französischen Revolution.

red.Bearb. AKZ