Zur Geschichte Sponsheims von Karl Johann Brilmayer

Sponsheim, im ehemaligen unteren Nahegau gelegen, gehört zu den ältesten Orten dieser Gegend. Schon im 8. Jahrhundert wird es urkundlich erwähnt. Als im Jahr 745 der Bischof Gewielieb von Mainz von seinem Amt zurücktrat, zog er sich nach Spansheim, unserem heutigen Sponsheim, zurück, wo er 14 Jahr lang auf einem ihm zum Unterhalt angewiesenen Hof lebte. Sonstige Nachrichten über Sponsheim aus dieser Zeit und den folgenden Jahrhunderten fehlen gänzlich; nur wird es im Jahr 1317 noch unter dem Namen Spansheim in einer Schenkungsurkunde über einen Weinberg vorübergehend genannt.

Kurfürst Ludwig III. von der Pfalz soll es im Jahr 1431 an Heinrich Wolf von Spanheim verpfändet haben. Ob diese Pfandschaft stattgefunden und wie lange sie bestanden hat, lässt sich nicht bestimmen. Jedoch wurde Sponsheim noch im Jahr 1577 unter die pfälzischen Ausdörfer gerechnet. Während des Dreißigjährigen Krieges verpfändete Kaiser Ferdinand II. im Jahr 1630 Sponsheim und das jenseits der Nahe gelegene Münster bei Bingen an Heinrich Brömser von Rüdesheim mit der vollen Landesherrlichkeit und ließ ihm auch im Jahr 1636 den Besitz derselben einräumen. Im Westfälischen Frieden 1648 wurde diese Überlassung der beiden Dörfer zwar genehmigt, aber unter der Bedingung, dass Brömser dieselben von Kurpfalz zu Lehen trage. Dieser Besitz und Lehensverband dauerte nur bis 1668, in welchem Jahr Brömser als der letzte seines Stammes starb, wodurch diese beiden Dörfer an Kurpfalz als Lehensherren zurückfielen. Seitdem gehörte Sponsheim zum pfälzischen Oberamt Alzey bis zum Ende des 18. Jahrhunderts.

Im Jahr 1552 verpflichtete sich Sponsheim der Stadt Bingen in Kriegsnöten beizustehen und übernahm gemeinschaftlich mit Dietersheim die Verpflichtung, die achte Wacht, die nächste oben am Kapitelhaus, in Bingen zu bauen und mit vier Mann zu bewachen, wofür ihm von der Stadt Bingen in Friedens- und Kriegszeiten große Vorteile gewährt wurden.

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