Rundweg
Der nebenstehende Artikel gehört zu unserem Rundweg "Die Römer in Rheinhessen"
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Hinweise
Literaturtipps
- Ausstellungskatalog: Die ersten Römer in Rheinhessen. 125 Jahre Museum der Stadt Worms. Ausstellung im Museum der Stadt Worms im Andreasstift 11. November 2006- 31. Mai 2007.
- Walburg Boppert: Römische Steindenkmäler aus Worms und Umgebung. Mainz 1998.
- H. Cüppers: Die Römer in Rheinland-Pfalz. Stuttgart 1990, hier bes. S. 673–679.
- Mathilde Grünewald und Erwin Hahn: Zwischen Varusschlacht und Völkerwanderung. Die römerzeitlichen Gräberfunde aus Worms und Rheinhessen im Museum der Stadt Worms. 2 Bände. Lindenberg 2006.
- Mathilde Grünewald: Die Römer in Worms. Stuttgart 1986.
Die Römer in Worms
In augusteischer Zeit (27 v. – 14 n. Chr.) drangen römische Truppen bis nach Rheinhessen vor. Es ging Kaiser Augustus darum, das römische Reich weitmöglichst auszudehnen und nach Erreichung des optimalen Zustandes (optimus status rei publicae) in diesen Grenzen dauerhaft zu bewahren. Einen Rückschlag erhielt der Ausweitungsplan des Augustus, als Rom in der "Schlacht im Teutoburger Wald" die Grenzen seiner Expansionsfähigkeit in diesem Bereich erfahren musste. Aus Furcht vor einer Überdehnung des Reiches beantwortete man die verlorene Schlacht nicht mit einem Vergeltungsschlag, sondern zog sich abwartend auf die Rheingrenze zurück und begann, die Ostgrenze militärisch abzusichern. Zwei Legionen römischer Soldaten wurden in Mainz stationiert, Hilfstruppen in das Kastell Mainz-Weisenau und nach Borbetomagus (Bormitomagus), das heutige Worms, verlegt. Dass es sich dabei, wie die Wormser gerne annehmen, um eine alte keltische Siedlung gehandelt hat, kann allerdings zumindest archäologisch nicht belegt werden, gibt es doch im Bereich der Wormser Innenstadt bis heute keinen einzigen keltischen Fund zu verbuchen.
Römische Gräber
Im Bereich der späteren Stadt Worms sind mehrerer Soldatengrabsteine des 1. Jahrhunderts gefunden worden (im Museum der Stadt Worms aufbewahrt). Die Inschriften dieser Grabsteine bezeichnen die Einheit, in der die Männer gedient haben, sowie die Region, aus der sie stammten. Bei der Sanierung der ehemaligen Heylschen Lederwerke (Werk Speyerbenn, Worms, Speyerer Schlag (bekannt auch als sog. Salamander-Gelände) wurden bei den Arbeiten zwei römische Grabsarkophage gefunden. Der älteste Wormser Grabstein nennt den Soldaten Argiotalus aus der Gegend von Nantes, der um 30-40 n. Chr. in Worms starb. Man vermutet, dass die in Worms stationierten Hilfstruppen in einem Kastell untergebracht waren, das im Bereich des Paulusstiftes gestanden haben dürfte. Dieses Kastell wurde Ende des 1. Jahrhunderts aufgegeben, da der östlich des Rheins verlaufende neu errichtete Limes nun die Grenze des römischen Einflussgebietes markierte.
Neben den militärischen Anlagen wurde auch die zivile römische Siedlung ausgebaut. Auf dem Domhügel entstanden bis zum Jahr 80 n. Chr. der ummauerte Tempelbezirk (Jupitertempel) und ein Forum (Auf den Grundmauern der dreischiffigen römischen Marktbasilika wurde später der Dom errichtet). Als römische Bauten sind ein Marstempel (um das Jahr 150 errichtet) bekannt, werden Badethermen und wohl auch ein Amphitheater vermutet.
Spätestens im 2. Jahrhundert entsteht im Gebiet Borbetomagus eine Ansiedlung der Vangionen, eines germanisch/keltischen Volksstammes. Borbetomagus wird in der Folge als Civitas Vangionum bezeichnet, das spätere Worms wird Hauptort des Vangionengaus (Wangengau, Wonnegau).
Um das Jahr 260 n. Chr. zwingt der Druck germanischer Volkstämme die Römer dazu, den Limes aufzugeben und die Ostgrenze des römischen Reiches wieder an den Rhein zu verlegen.
Bis zum Ende des 4. Jahrhunderts werden das Wormser Kastell (um 350 waren hier u.a. die milites secundae Flavia stationiert) und eine Stadtbefestigung errichtet. Diese spätantike Stadtmauer ist in Teilen im Bereich von St. Paul und nordwestlich des Domareals noch erhalten.
Die Herrschaft der Römer am Rhein ging Mitte des 5. Jahrhunderts für immer zu Ende. Mit dem Beginn der fränkischen Zeit seit dem 6./7. Jahrhundert wird die alte civitas Vangionum nun nahezu regelmäßig als Warmatia bzw. Wormatia bezeichnet. Die Wormser nannten sich aber teilweise bis in das 16. Jahrhundert hinein weiterhin Vangionen. Als erster gesicherte Wormser Bischof ist Berchtulf belegt, der 614 als an der Pariser Synode teilnahm.
Relikte
Im Museum der Stadt Worms werden zahlreiche Relikte aus römischer Zeit aufbewahrt. Neben den genannten Grabsteinen sind hier einige römische Gesichtskrüge (vermutlich mit dem Abbild der Stadtgöttin), Gewandspangen (Fibeln) aus römischen Gräbern des 4. Jahrhunderts, ebenso Reste römischer Säulen mit Kompositkapitellen und eine große Sammlung römischer Glaswaren zu nennen. Der hier abgebildete Becher aus dem Wormser Stadtteil Weinsheim zeigt eine kleine Jagdszene auf leuchtend rotem Grund - ein typisches Beispiel für die "Terra Sigillata" genannte Keramik der römischen Kaiserzeit. Im Museum wird auch die Rekonstruktion eines römischen Töpferofens gezeigt. Mehr...
Quellen: Gerold Bönnen: Kurzer Überblick zur Geschichte der Stadt Worms in: http://www.regionalgeschichte.net/index.php?id=3566; www.wikipedia.de s.v. Borbetomagus; http://www.eichfelder.de; Museum der Stadt Worms im Andreasstift

