Sprendlingen in Rheinhessen

Die Michaelskirche in Sprendlingen

Bildstrecke zur evangelischen Kirche[Bild: Ursula Schnell]

Die Michaelskirche, 1829 am Platz der alten Kirche erbaut, bis 1897 Simultankirche für Katholiken und Protestanten, ist ein einschiffiger Saalbau von fünf Fensterachsenlängen, den ein steiles Satteldach schließt. Der mittelalterliche Rundturm ist als Kirchturm ausgebaut worden. Ein Oktogon, gekrönt von einer zierlichen, ebenfalls achteckigen Laterne verbindet ihn mit dem Kirchenbau. Die Fenster des Baues zeigen vereinfachte gotische Formen. Gemalte spitzbogige Friese unterhalb des Dachgesimses und als steigender Fries im Giebel, nehmen mittelalterliche Gewohnheiten auf. Aber bereits an der Stirnseite verraten die Säulen, die den Eingang begleiten, die Form des Klassizismus, der mim Inneren vorherrscht. Bestimmend hierfür ist der Abschluß des Chorraums zum Gemeinderaum. Über zwei mächtigen Säulen steigt ein profilierter Spitzbogen auf. Diese Architekturform dient als Rahmen für die Orgel, deren Barockprospekt aus der Werkstatt der Gebrüder Stumm stammt, das Orgelwerk selbst ist in der Werkstatt Oberlinger entstanden. Den weiten, lichten Gemeinderaum schließt eine flache bemalte Kassettendecke. Auf der Kirche ist ein vergoldeter Engel zu sehen, der die zehn Gebote in der Hand hält.

  • Außenrenovierung der evangelischen Michaelskirche, fertiggestellt 2003
  • Innenrenovierung der evangelischen Michaelskirche, fertiggestellt 2009
  • Orgelrenovierung, neues Werk von Nicolaus und Förster, in Dienst gestellt Ostersonntag 2009

Nachweise

Verfasser: Ursula Schnell

Verwendete Literatur:

  • Bezzenberger, Günter (Hrsg.) [u.a.]: Sehenswerte Kirchen in den Kirchengebieten Hessen und Nassau und Kurhessen-Waldeck. Kassel [u.a.] 1987.
  • Gauweiler, Wolfgang (Bearb.): 1200 Jahre Sprendlingen. Hrsg. von der Gemeindeverwaltung Sprendlingen. Neustadt a.d.W. 1967.

Erstellt: 02.06.2009