Weinsheim in Rheinhessen

Zur Geschichte von Weinsheim

Weinsheim, Panorama
Ortsansicht Weinsheim.[Bild: Willi Matthes]

Im Jahr 1784 fand man an der Straße zwischen Weinsheim und Horchheim den Sarkophag des Ehepaars T. Tummonius und Albisia, den ihnen der Soldat der 12. Legion T. Restitutus hatte anfertigen lassen. (CIL 6237). Er ist heute verschollen.
Von einem Acker an der Grenze zu Wiesoppenheim kam ein Viergötterstein mit Herkules, Apollo, Minerva und Merkur in das Museum. Er hatte jahrzehntelang als Grenzstein gedient.
Östlich des Ortes, im Gelände einer Ziegelei, lag vermutlich ein römischer Gutshof (villa rustica). Bekannt sind ein Ziehbrunnen mit holzverschaltem Schacht, farbige Wandmalereifragmente und ein reiches Frauengrab, es enthielt u. a. einen großen Terra-Sigillata-Becher mit en barbotine aufgetragener Jagdszene und dem weiß aufgemaltem Spruch escipe que ferimus manibusque libentes feliciter (= nimm an, was wir bringen und den Manen gern und froh [opfern])

Anfang des 14. Jahrhunderts gehörte Weinsheim mit anderen umliegenden Ortschaften zur Herrschaft Stauf, in deren Besitz ursprünglich die Grafen von Eberstein, dann die Grafen von Zweibrücken waren. Im Jahr 1378 erwarb Graf Heinrich II. von Sponheim die Herrschaft Stauf. Im Jahr 1393 erbte Graf Philipp von Nassau-Saarbrücken die Herrschaft Stauf, die er fortan als Lehen des Wormser Domstiftes besaß. Später kam Weinsheim durch Tausch in die Verfügungsgewalt des Pfalzgrafen bei Rhein. Im 17. Jahrhundert überließ der Kurfürst in Heidelberg die Orte Weinsheim, Horchheim, Wiesoppenheim, Bobenheim, Roxheim und Mörsch dem Domstift Worms, das seit 1706 somit alleiniger Ortsherr in Weinsheim wurde. Im Jahr 1715 erscheint Weinsheim erstmals als selbständige Gemeinde mit eigenem Bürgermeister. Nach 1792 wurde Weinsheim von Wiesopennheim aus verwaltet, erst 1831 erhielt der Ort wieder seine politische Selbständigkeit. Nach dem Wiener Kongress (1815) war auch Weinsheim dem Großherzogtum Hessen-Darmstadt eingegliedert worden. Seit 1942 ist der Ort der Stadt Worms eingemeindet.

Nachweise

Redaktionelle Bearbeitung: Sarah Traub

Verwendete Literatur:

  • Karl Johann Brilmayer: Rheinhessen in Vergangenheit und Gegenwart. Geschichte der bestehenden und ausgegangenen Städte, Flecken, Dörfer, Weiler und Höfe, Klöster und Burgen der Provinz Rheinhessen nebst einer Einleitung. Gießen 1905.
  • Landesamt Denkmalpflege (Hrsg.): Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 10: Stadt Worms. Bearb. v. Irene Spille. Worms 1992.

Aktualisiert am: 26.07.2016