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Stumme Zeugen am Wegesrand - Wegekreuze in Rheinhessen

Teil 1: Eine spannende Entdeckertour durch den Landkreis Mainz-Bingen

von Wolfgang Höpp

0.2.Einführung

„Siehe o Sünder was ich leyde,

mir zu Lieb die Sünde meyde,

so ich dir noch heut die Gnad will geben,

du vielleicht morgen wirst leben“

Ahrkreuz 

Mit dieser denkwürdigen Inschrift fordert das im Jahr 1756 errichtete spätbarocke sogenannte Ahrkreuz im heutigen Neubaugebiet von Lörzweiler den Passanten auch heute noch zum stillen Innehalten und zur kurzen Besinnung auf. Wegekreuze, gelegentlich auch Flurkreuze genannt, prägen für den  kulturinteressierten Beobachter neben Kreuzigungsgruppen, Bildstöcken und Heiligenhäuschen  mancherorts auch nach fast 300 Jahren immer noch die sanfte und liebliche Landschaft Rheinhessens.

Der Landkreis Mainz-Bingen verfügt mit insgesamt 66 Ortsgemeinden über 22 Kommunen, innerhalb deren Gemarkungsgrenzen sich mindestens ein Wegekreuz befindet. Die rund 58 im Landkreis dokumentierten Wegekreuze zeugen von der unerschütterlichen Volksfrömmigkeit und tiefen Verwurzelung im christlichen Glauben unserer Vorfahren früherer Jahrhunderte und sind kulturell wertvolle und erhaltungswürdige Monumente im Land der 1000 Hügel von Bacharach im Norden und Guntersblum im Süden.

Die Geschichte der Wegekreuze als unverwechselbare christliche Symbole und stumme Zeugen am Wegesrand lässt sich weit bis ins Mittelalter zurückverfolgen. Die ältesten noch erhaltenen Exemplare stammen aus der Epoche des Hochmittelalters vom 11. bis zum 13. Jahrhundert. Bei einer großen Anzahl dieser Monumente mit zumeist in Stein gemeißelter einfacher Kreuzesform ohne Inschrift handelt es sich um die sogenannten Sühnekreuze, gedacht als Erfüllung von Sühneverträgen, zur Beendigung teils mörderischer grauenvoller Blutfehden.

Ein solches Sühnekreuz aus der Zeit um 1500, das im Volksmund auch „Reiterkreuz“ genannt wird,  findet sich beispielsweise westlich von Oppenheim nur 500 m vom Friedhof entfernt an der Einmündung eines von Süden kommenden Feldweges an der Kreisstraße 44 in Richtung Dexheim. Der Sage nach soll hier ein Reisender oder ein Handwerksbursche grausam ermordet worden sein.[Anm. 1]

Wegekreuze aus verschiedenen Materialien wie Sandstein, Holz, Gusseisen oder auch aus Metall erfüllen mannigfache Funktionen: An markanten Kreuzungen, an Wegen und Straßen, am Feldrand oder im Wald dienen sie Wanderern, Pilgern und Durchreisenden zur Orientierung, sind sozusagen Kompass in unbekanntem Gebiet.
An gefährlichen und unübersichtlichen Stellen mahnen sie den Ortsfremden zu erhöhter Vorsicht und fungieren damit als „Warnschild“ vor Gefahren für Leib und Leben.

Andere Wegekreuze wiederum erinnern an vergangene schlimme Ereignisse wie die sogenannten Pestkreuze aus dem 16. und 17. Jahrhundert, die - errichtet im Gedenken an die vielen Opfer des „schwarzen Todes“ - auch vor künftigen gesundheitlichen Katastrophen und Pandemien warnen sollen. Eine Nachbildung eines frühen Pestkreuzes aus dem 14. Jahrhundert befindet sich in der Pfarrkirche St. Michael in Frei-Weinheim.

Außerdem zeugen die besonders am Straßen- oder Waldesrand aufgestellten Wegekreuze  von schweren Unfällen in grauer Vorzeit. Als Beispiel dafür ist in Zornheim das sogenannte „Erinnerungskreuz“ zu nennen, das an der höchsten Stelle eines Steilhanges an dem Weg nach Mainz stand. Dort konnte fortan für das Seelenheil der tödlich Verunglückten gebetet werden.

Vor den in Feld und Flur aufgestellten Wetter- und Hagelkreuzen bittet die gläubige Gemeinde um Gottes Segen für ein gedeihliches Wetter und eine reiche Ernte, sowie um Schutz vor schweren Unwettern und verheerenden Unwetterkatastrophen. Ein solches Kreuz steht auf einer Anhöhe bei Trechtlingshausen, von dem aus der Wanderer den schönen Blick über den Ort und in das Rheintal genießen kann.

Wege- und Flurkreuze waren und sind auch heute noch beliebte Ziel- und Ausgangspunkte von religiösen Prozessionen aller Art, von Bitt- und Dankprozessionen ebenso wie von den speziell katholischen Palmsonntags- und Fronleichnamsprozessionen, an denen - demonstrativ für die ganze Gemeinde - die heilige Monstranz durch feierlich geschmückte Straßen und Gassen getragen wird.

Der tief empfundenen Dankbarkeit für die Erhörung eines Gebetes um Befreiung aus schwieriger Lage oder um Heilung einer schwerwiegenden Krankheit, verdanken die sog. Votivkreuze ihre Existenz, die von Einzelpersonen in Erfüllung eines Gelübdes gestiftet worden sind.

Zur Spezies „Wegekreuz“ gehören auch noch das „Fünf-Wunden-Kreuz“ und das „Missionskreuz“, die allerdings im Landkreis Mainz-Bingen im Gegensatz zu den südlicher liegenden Landkreisen nicht zu finden sind.

Zur Zeit der Gegenreformation, die wie in ganz Deutschland so auch in Rheinhessen mit Unterstützung des Jesuitenordens bereits Mitte des 16. Jahrhunderts einsetzte, erfuhr die Motivation und der Wille Wegekreuze in überwiegend katholischen Ortschaften zu errichten ideell einen regelrechten Schub, flankiert von der ausgeprägten Kunstfreudigkeit des Barock.

Hinsichtlich der Verteilung von Flur- und Wegekreuzen auf die einzelnen Landstriche und Dörfer zeigen sich im Landkreis Mainz-Bingen allerdings einige Unterschiede:
So sind an der Rheinfront diese typisch katholischen Denkmäler christlichen Glaubens allgemein viel stärker vertreten als im sogenannten Hinterland. Beispielsweise sind in der Gemarkung von Bingen-Dromersheim im Gefolge der Gegenreformation in der Zeit von 1748 bis 1802 acht mehr oder oder weniger prächtig ausgestattete, mit Inschriften ihrer Stifter versehene, spätbarocke Wegekreuze errichtet worden.

In den traditionell lutheranischen oder reformierten „Berggemeinden“ in der Nähe von Oppenheim wie Dalheim, Dolgesheim, Dorn-Dürkheim, Eimsheim, Uelversheim, Weinolsheim und Wintersheim findet sich dagegen kein einziges Wegekreuz, geschweige denn eine Kreuzigungsgruppe, auch keine Bildstöcke oder Heiligenhäuschen. Diese Gemeinden hat der lange Arm der Gegenreformation eben nicht erreicht!

Ein anderer historischer Grund für die regional unterschiedliche Verteilung kirchlicher Glaubensdenkmäler in Rheinhessen ist die Pfälzische Kirchenteilung von 1705-1707. Diese zwang Katholiken und Reformierte, Lutheraner ebenso wie Calvinisten zu mancherlei Kompromissen wie etwa der gemeinsamen Nutzung von Kirchengebäuden. Als Beispiel hierfür sei an dieser Stelle die Umwidmung des zwischen 1415 und 1420 erbauten spätgotischen Kirchenhauses in Gau-Odernheim zur Simultankirche genannt.

Für die damalige Oberamtsstadt Oppenheim ergaben sich durch die Pfälzische Kirchenteilung Sonderregelungen für die Nutzungsaufteilung von Sakralbauten, was im Endeffekt dort auf die Bewahrung des konfessionellen Status Quo hinauslief.

Mit der französischen Besetzung der linksrheinischen Gebiete von 1794 bis 1814 fand die Phase nach der Pfälzischen Kirchenteilung mit weitestgehend konfessioneller und gesellschaftlicher Stabilität ein jähes Ende. Im Rahmen der französischen Besatzung und der aufkeimenden Säkularisation waren die Wegekreuze grundsätzlich verboten und wurden zum Großteil unwiederbringlich zerstört.

Eine Renaissance erfuhren die Wegekreuze allerdings Mitte des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Form von Votivkreuzen als Ausdruck der Dankbarkeit für die gesunde Rückkehr aus dem deutsch-französischen Krieg 1870/71 oder dem Ersten Weltkrieg (1914-1918).

Die Wegekreuze und die übrigen bereits genannten religiösen Ausdrucksformen wie Kreuzigungsgruppen, Bildstöcke und Heiligenhäuschen werden von der Denkmalpflege mittlerweile zu den Kleindenkmalen gezählt.

Bei allen Versuchen das anerkannte Kulturgut „Wegekreuz“ auf Dauer zu retten, bleibt doch die ernüchternde Erkenntnis, dass unsachgemäße Restaurierungsversuche, der expandierende Straßenbau, die verstärkte Ausweisung von Neubaugebieten, aber auch Flurbereinigungen und nicht zuletzt die Beeinflussung von Wind und Wetter in der Vergangenheit zum Verlust vieler Wegekreuze geführt haben und in der Zukunft ohne die gebotene Rücksichtnahme noch führen werden.

Leider Gottes wird dem Kulturgut „Wegekreuz“ vor Ort bis heute noch nicht die Beachtung geschenkt, die es verdient, weil vielfach das "kulturelle Gewissen“ in Form von Geschichts- und Fördervereinen fehlt.

Es gibt in Rheinhessen zur Zeit leider nur wenige Ausnahmen – genannt seien an dieser Stelle Nieder-Olm und Oppenheim -, die in beeindruckender Weise demonstrieren, zu welch schönen und bemerkenswerten Ergebnissen eine fachgerechte Sanierung der Wegekreuze im Zusammenspiel von Kommunalverwaltung, Restaurator, Handwerker und Bürgerschaft führen kann.

0.3.Übersicht

0.3.1.Aspisheim

Germania-Platz, Spätbarock, bezeichnet 1763

0.3.2.Bodenheim

2 Wegekreuze:

  • Burgweg, barockes Wegekreuz, bezeichnet 1754. Befindet sich aber im Moment nicht am ursprünglichen Ort bei der Hausnummer 3.
  • Wegekreuz zwischen Bodenheim und Nackenheim, sonst keine näheren Informationen.

0.3.3.Büdesheim (Bingen)

2 Wegekreuze:

  • Ockenheimer Chaussee bei Nr. 10, spätbarockes Wegekreuz, ca. 1752 errichtet und 1909 renoviert.
  • nördlich Gemarkung „Mauspfad“: „Aller-Seelen-Kreuz", auch „Greschekreuz“, barockes Wegekreuz, reliefierter Schaft, 18. Jahrhundert, Korpus erneuert.

0.3.4.Dienheim

Südlicher Ortsausgang, an der alten B 9, Landschaftsschutzgebiet „Große Viehweide“.

0.3.5.Dexheim

2 Wegekreuze:

  • Am „Guntersblumerweg“, keine weiteren Angaben verfügbar.
  • Wegekreuz in der „Höhgewann“/“Winkelsbachgewann“ in Richtung Dalheim, sonst keine weiteren Angaben verfügbar.

0.3.6.Dromersheim (Bingen)

8 Wegekreuze. Die Gemeinde ist ein Eldorado für die Freunde von Wegekreuzen.[Anm. 2] So sind viele Kreuze im Ort und auch in der Gemarkung des Binger Vorortes zu finden:

  • „An der unteren Pforte“ (Landgrabenweg), gestiftet 1748 von Johann Heinrich Gresch, Renovierung 1844 und 1927. Der Sockel trägt die Inschrift: „Seh, o Mensch, Deinen Jesum an, gedenk, was er für Dich hat gethan, 1748".
  • „Im Grund“.
  • „Am heiligen Weg“.
  • Auf dem Friedhof. Dort handelt es sich um ein barockes Kruzifixus der Mutter Gottes aus dem Jahr 1777. Die Inschrift lautet: „C.W.J.N.“
  • „Am Geigerweg“.
  • Am „Profferweg“. Dort ist die Inschrift zu lesen: „Dieses Kreuz hat zu Ehren Gottes machen lasen Adam Nagel und seine Ehefrau Julia Nagelin 1802“.
  • Am „Ockenheimer Weg“. Das Kreuz besitzt zwei Inschriften, die Auskunft über seine Stifter geben: „Dieses Kreiz hat zu Ehre lase machen Martin Fleck und Seine Ehe Frau Ana Maria geborene Stumm 1845“ und „Bedenk, o Christ es wohl was diese Kreuz bedeuten soll, O-Rette deine Seele“.
  • Im Anwesen „An der oberen Pforte“, bezeichnet 1786, gestiftet von Lehrer Valentin Fügen und seiner Ehefrau Ottilia geb. Schumacher.

0.3.7.Frei-Weinheim

Nachbildung eines Pestkreuzes aus dem 14. Jahrhunderts in der Pfarrkirche St. Michael. Das Original befindet sich im Mainzer Dommuseum.

0.3.8.Friesenheim

Südlich des Ortes, in der Nähe der L 425, Flur: „In den Spitzäckern“, aufwändig gestaltetes Wegekreuz, Marmor, Metallkorpus, um 1900.

0.3.9.Gau-Algesheim

Westlich des Ortes an der B 41, Sandsteinkruzifix mit Metallkorpus, 1885.

0.3.10.Gau-Bischofsheim

Die Ortsgemeinde ist gleich mit drei Wegekreuzen gesegnet. Dazu im Internet jeweils mit schönen Fotos vertreten:[Anm. 3]

  • Südöstlich vom Ort mit vielen Schnitzereien.
  • In der Brühlstrasse, aus Holz mit Schnitzereien am Fuß.
  • „Klepperkreuz am Glockenberg“, nordöstlich des Ortes am Südhang des Gaubergs. Flur „Vor Hessloch“. Die Inschrift dort lautet: „Dieses Kreuz hat machen lassen Mathias Beckern, Witwe von Gau-Bischofsheim zur Erinnerung an das bittere Leiden unseres Herrn Jesus Christus“. Dieses Kreuz dürfte in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts errichtet worden sein. Wegekreuz auf barockem Schwebesockel. Es gilt als Symbol gegen Flurschaden und Unglück. Das Klepperkreuz war deshalb Ziel der Prozessionen vor dem Fronleichnamsfest, Renovierung 1997-1998 und 2003-2004.

0.3.11.Harxheim

Katholische Kirche St. Laurentius, Harxheim.[Bild: Georg Dahlhoff]

Wegekreuz vor der katholischen Kirche St. Laurentius in der Gaustraße, in Richtung Mommenheim.

0.3.12.Heidesheim

Das Wegekreuz steht im Ortsteil Heidenfahrt, wurde ca. 1858 errichtet, 1977 und 2007 renoviert.

0.3.13.Kempten (Bingen)

„Hahlkreuz“, südöstlich des Ortes, nahe der Grenze zu Ockenheim. Gotisches Feldkreuz, 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts.

0.3.14.Lörzweiler

Auch die Ortsgemeinde kann sich brüsten, drei Kulturdenkmäler auf ihrer Gemarkung zu besitzen:

  • „Ahrkreuz“, Am Kreuz Nr. 5, spätbarocker Sandsteinsockel, Kreuz und Korpus neu, 1756.
  • „Röstkreuz“ Königstuhlstrasse, 57 barockes Gelbsteinkreuz, 1768.
  • Sühnekreuz, südwestlich des Ortes, Flur "Zu Kreuze", 15. Jahrhundert, Feldkreuz, Rotsandstein.  

0.3.15.Münster-Sarmsheim

Rheinstraße, südlicher Ortseingang, in der Nähe der B 48 und der A 61, ca. 1810.

0.3.16.Nackenheim

"Hahlkreuz", mundartlich "om Haalkreiz", einer der ältesten Flurnamen Nackenheims mit antikem renovierungsbedürftigem reliefiertem Sockel. Das Kruzifix ist inzwischen erneuert. Aktueller Standort seit 1992 in den Weinbergen südlich des Ortes, auf dem Rheinterrassenweg in Richtung Nierstein, Gelbsandstein (Nachbildung), ursprünglich errichtet 1754.

0.3.17.Nieder-Olm

Wegekreuz in der Backhausgasse, Nieder-Olm.[Bild: Stephanie Beckenbach]
Wegekreuz in der Oppenheimer Straße, Nieder-Olm[Bild: Stephanie Beckenbach]
Wegekreuz an der Rückseite der katholischen Kirche, Nieder-Olm.[Bild: Stephanie Beckenbach]

Die Stadt kann sich glücklich schätzen, gleich vier Wegekreuze zu besitzen, die seitens der Bürgerschaft immer wieder auf den ursprünglichen Bauzustand gebracht werden:

  • Backhausgasse 27, Wegekreuz mit weiß gefasstem Metallkorpus, Unterbau aus dem Jahre 1916. Das imposante Kulturdenkmal ist damit straßenbildprägend.
  • Pfarrgasse/Domherrenstrasse 2, reliefierter Kreuzstamm, Korpus barock, auf klassizistischem Sockel, 1785?, wird renoviert.
  • Kreuzstraße bei Nr. 10, reliefierter Tischsockel, Kreuzstamm 1771. 
  • Oppenheimerstraße bei Hausnummer 1, Rotsandsteinkreuz mit weiß gefasstem Korpus. 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

0.3.18.Nierstein

Nordwestlich des Ortes, südöstlich der Niersteiner Warte, einem spätgotischen Rundturm in der Nähe der B 9 und des Rheins mit der Flurbezeichnung „An der Warte“. Das spätmittelalterliche Wegekreuz aus Rotsandstein wurde entweder im 15. oder 16. Jahrhundert errichtet.

0.3.19.Ober-Olm

Südlich des Ortes in den Fluren „Domersala“ und „Im Lisse“ befindet sich ein Sandsteinkreuz mit Metallkorpus vermutlich aus dem 19. Jahrhundert.

0.3.20.Ockenheim

In neuem Glanz erstrahlt am westlichen Ortseingang der Gemeinde am Jakobsberg das Ockenheimer Wegekreuz  auf der rechten Seite der Gaulsheimerstraße kurz vor der Eisenbahnbrücke zwischen zwei Bäumen. Das spätbarocke Schmuckstück entstand 1788 und wurde 1897 und 2019 renoviert.

0.3.21.Oppenheim

3 Wegekreuze:

  • Mainzer Straße bei Hausnummer 127, spätbarocker Sockel, 1750, Metallkorpus spätes 19. Jahrhunderts oder frühes 20. Jahrhundert.
  • Südlicher Stadtausgang Wormser Straße hinter Nr. 85, Rotsandstein, barocker Sockel, Flur „Am Kreuz“, wurde zwei Jahre aufwändig renoviert. Im Frühjahr 2019 unter großer Beteiligung der Bevölkerung feierlich eingeweiht.[Anm. 4] 
  • „Reiterkreuz“ als Sühnekreuz westlich der Stadt, „Am vorderen Goldberg“, an der K 44 Richtung Dexheim, spätgotisches Sandsteinkreuz, um 1500.  

0.3.22.Sörgenloch

Auch die Gemeinde vor den Toren von Nieder-Olm kann mit vier Wegekreuzen aufwarten:

  • Oppenheimer Straße bei Nr. 2 / Ecke Mühlweg, barocker Reliefkruzifix aus dem Jahr 1716.
  • Das „Molleborner Kreuz“ steht südlich des Ortes. Das barocke Wegekreuz aus Sandstein wurde im 18. Jahrhundert in der Flur „In der Kirchgewann“ errichtet.
  • Südlich des Ortes in der Nähe der L 432 befindet sich in der Flur „Bleidesheimerweg“ das dritte Wegekreuz. Ein profiliertes Kreuz, aus 1853, ausgestattet mit einem jüngerem Metallkorpus und einem Tischsockel.
  • Südwestlich des Ortes an der „Niederweide“, sogenanntes „Köthenmühlkreuz“, spätbarocker Schweifsockel, Sandsteinkreuz Metallkorpus neu, bezeichnet 1766.

0.3.23.Sprendlingen

Karlstraße bei Nr. 6, Nähe von L 413, Relief der Leidenswerkzeuge, 1814 renoviert.

0.3.24.Trechtlingshausen

Hagelkreuz südwestlich auf einer Anhöhe, errichtet 1667.

0.3.25.Zornheim

Ruhkreuz bei Zornheim (1918)[Bild: Gottfried Kneib]
Zornheimer Wegekreuz am Pfad nach Mainz.[Bild: Gottfried Kneib]
Zornheimer Wegekreuz an der Hahnheimer Straße.[Bild: Gottfried Kneib]
Zornheimer Wegekreuz an der Ecke Kreuzstraße / Weidenweg.[Bild: Gottfried Kneib]

Die Gemeindeganz oben in Rheinhessen“ hat neben der „Hiwwelroute“ 5 Wegekreuze mit vielen Fotos aufzuweisen: [Anm. 5]

  • „Ruhkreuz“: Einweihung am 7. Juli 1918 mit Beteiligung der gesamten Bevölkerung. Lieferant des Kreuzes war der Nieder-Olmer Bildhauer Stieb. Das Ruhkreuz diente als Station bei der damals üblichen Bittprozession (Ende des 1.Weltkrieges), welche in den südlichen Teil der Gemarkung führte.
  • „Am ehemaligen Pfad nach Mainz“: Das erstmals Anfang des 18. Jahrhunderts erwähnte Wegekreuz stand an der höchsten Stelle des Steilhangs, der nach Mainz führte. Die Inschrift von 1898 lautet: „Erneuert von Christ(ine) Breier-1898)“. Dieser Standort ist typisch für mittelalterliche „Erinnerungskreuze“, an denen nach einem schweren Unfall für das Seelenheil des plötzlich Verstorbenen gebetet wurde. Das Wegekreuz wurde Mitte des 20. Jahrhundert versetzt und renoviert. Das barocke Relikt steht heute in einem Vorgarten an der Niederbergstraße.
  • Südlich des Ortes „An der Hahnheimer Straße“: Das Wegekreuz stand ursprünglich am Straßenknotenpunkt Hahnheimer Straße / Sörgenlocher Weg / Obere Pfortenstraße und wurde 1899 erneuert. Das Kreuz diente auch als Station bei Bittprozessionen, die in den westlichen Teil der Gemarkung führten.
  • „An der Ecke Kreuzstraße/Weidenweg“: Das Wegekreuz trägt keine Inschrift und diente als Station für die Bittprozessionen, welche in den Ostteil von Zornheim führten.
  • Westlich des Ortes, an der Grenze mit Sörgenloch (Sörgenlocher Weg), Kreuz mit expressiven Metallkorpus, bezeichnet 1937.

Verschwundene Wegekreuze:

  • „Am Kreuz“
  • „Am Hagelkreuz“
  • "Am Schumanns Kreuz“

Nachweise

Verfasser: Wolfgang Höpp

Literatur:

  • 1200 Jahre Zornheim 771-1971. Beiträge aus der Geschichte der Gemeinde. Zornheim 1971.
  • Landesamt Denkmalpflege (Hrsg.): Verzeichnis der Kulturdenkmäler Rheinland-Pfalz, Band 18.2: Landkreis Mainz-Bingen, bearbeitet von Dieter Krienke. Worms 2011.
  • Müller, Ernst-Michael / Müller, Johann: Chronik von Dromersheim 756-1956. 1200 Jahre. Ein geschichtliches Heimatbuch anlässlich seiner 1200-jährigen Jubelfeier vom 9.-11. Juni 1956. Bingen 1956.
  • Pohl, Susanne: Das Wegekreuz am südlichen Stadtausgang von Oppenheim. Geschichte und Bedeutung. Oppenheimer Hefte 49 (2019).
  • Einträge im Internet unter Eingabe der Kommune mit dem Stichwort „Kulturdenkmal“ oder „Liste der Kulturdenkmäler“
  • Veröffentlichungen unter regionalgeschichte.net nach der jeweiligen Gemeinde.
  • Einträge im Internet oder auf der Homepage der jeweiligen Gemeinde mit dem Stichwort Wegekreuze.

Quellen:

Anmerkungen:

  1. Recherchiert von Rudolf Wild Annweiler-Queichhambach. Siehe Quelle www.kreuzstein.euZurück
  2. Müller, Ernst-Michael / Müller, Johann: Chronik von Dromersheim 756-1956. 1200 Jahre. Ein geschichtliches Heimatbuch anlässlich seiner 1200-jährigen Jubelfeier vom 9.-11. Juni 1956. Bingen 1956. Zurück
  3. www.buerger-fuer-gau-bischofsheim.deZurück
  4. siehe AZ-Zeitungsbericht „Lohn für zwei Jahre mühevoller Arbeit“ am 17. April 2019 von  Wolfgang Höpp. Siehe auch Pohl, Susanne: Das Wegekreuz am südlichen Stadtausgang von Oppenheim. Geschichte und Bedeutung. Oppenheimer Hefte 49 (2019). Zurück
  5. 1200 Jahre Zornheim 771-1971. Beiträge aus der Geschichte der Gemeinde. Zornheim 1971. Zurück