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Albrecht von Brandenburg (1514-1545)

Albrecht von Brandenburg[Bild: Public Domain]

Albrecht von Brandenburg wurde 1490 im Schloss Cölln an der Spree (heute Berlin) geboren. Er war der Jüngste von sieben Kindern des einflussreichen Kurfürsten Johann Cicero von Brandenburg. Da er nach der Geburt des zweiten Sohnes von Kurfürst Joachim I. Nestor als Thronfolger definitiv ausgeschlossen werden konnte, schlug er eine geistliche Laufbahn ein.

Seine außerordentliche Karriere begann schon sehr früh und erreichte in den Jahren 1513 und 1514 ihre ersten Höhepunkte. Im Sommer 1513 verstarben der Magdeburger Erzbischof sowie der Administrator von Halberstadt. Beide Domkapitel wählten Albrecht zum Nachfolger. Trotz des bestehenden Verbots der Bistumsanhäufungen gestattete Rom die Wahl der beiden Domkapitel und genehmigte die Weihe Albrechts zum Bischof, obwohl dieser das für eine Bischofsweihe benötigte 25. Lebensjahr noch nicht erreicht hatte. Im März 1514 erhielt Albrecht ein weiteres Bistum dazu. Das Mainzer Domkapitel einigte sich auf Albrecht als neuen Erzbischof. Die Entscheidung für Albrecht fiel aus überwiegend politischen und finanziellen Gründen. Kurmainz stand in einem sehr gespannten politischen Verhältnis mit Sachsen, da dieses Ansprüche auf das mainzerische Erfurt und Eichsfeld erhob. Mit der Wahl Albrechts hoffte man, das Kurfürstentum Brandenburg als Verbündeten gegen Sachsen für sich gewinnen zu können.

Finanziell gesehen stellte eine Bischofswahl stets eine erhebliche finanzielle Belastung für ein Bistum dar, da erhebliche Gebühren und Abgaben an die römische Kurie gezahlt werden mussten. Albrecht hatte vor der Wahl dem Domkapitel die Zusage erteilt, dass er für die anfallenden Kosten aufkommen würde.

Rom bewilligte die weitere Bistumskumulation nur durch eine zusätzliche Zahlung von 10.000 Dukaten. Um die anstehenden Schulden abtragen zu können, fällte Albrecht eine folgenschwere Entscheidung. Mit Hilfe des Verkaufs von Ablässen, sollten die Ausgaben beglichen werden. Dabei wurde die Hälfte der eingenommenen Gelder für die Schuldentilgung des Erzbischofs verwendet, die andere Hälfe ging an Rom für den Bau des Petersdoms. 1517 stellte sich Martin Luther, Professor an der Universität Wittenberg, also aus einer Stadt, die zu Albrechts Bistum Halberstadt gehörte, gegen das Geschäft mit dem Ablass. Seine 95 Thesen zum Ablasshandel gelten als der Beginn der Reformation.

Der Kirchenfürst Albrecht, welcher 1518 die Kardinalswürde erhielt, gilt als kunstsinniger Renaissancefürst, welcher humanistisch gebildet und durchaus Reformen zugeneigt war. Diese Reformfreudigkeit könnte erklären, warum er zuerst nicht hart gegen reformatorische Überzeugungen vorging. So ließ er beispielsweise die päpstliche Bannbulle gegen Luther von 1521 in seinem Herrschaftsgebiet nicht verkünden und unterzeichnete als Erzkanzler auch nicht die auf dem Wormser Reichstag verfügte Reichsacht. Andererseits kann dieses zögerliche Verhalten auch als Verzagtheit interpretiert werden.

Ab 1523, nachdem Franz von Sickingen versuchte, das Erzbistum Trier zu erobern, und insbesondere nach dem Ausbruch des Bauernkriegs und des Aufstandes in der Stadt Mainz 1525, sprach sich Albrecht ausdrücklich gegen die Reformation aus. Ein entschiedener Gegner wurde er allerdings erst 1541 mit dem Verlust seiner Lieblingsstadt Halle an die Reformation. Unter Albrecht wurden die ersten wichtigen innerkirchlichen Reformansätze ausgearbeitet. Doch viel konnte der Erzbischof nicht bewirken. Geschwächt von einer langen Krankheit verstarb er 1545 in der Martinsburg zu Mainz.

Der erste aktenkundige Fall eines Hexenprozesses stammt von 1511. Für die darauf folgende Zeit konnten Quellen ausgewertet werden, welche immer wieder darauf hinweisen, dass Hexenprozesse durchgeführt wurden. Mehrere Klagen sind überliefert von Mainz und Erfurt, einzelne von Lorch, Seligenstadt und Bingen. Ob Albrecht schon damals zwei Kommissare bevollmächtigte, gegen angebliche Hexerei und Zauberei vorzugehen, ist historisch nicht sicher zu beweisen. Prozesse gegen vermeintliche Hexen nahmen jedoch kontinuierlich zu.

Nachweise

Verfasser: Silvia Keiser