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Glossar: Buchstabe I

Ikonographie

Beschreibende Erfassung von Darstellungen in der Kunst.

Griech. "Abbildung". Beschreibende Erfassung von Darstellungen in der Kunst. Die Beschreibung erfolgt mit Hilfe literarischer Quellen, wie z. B. dem Alten und Neuen Testament. Bei der in einem nächsten Schritt folgenden Deutung der Bildinhalte handelt es sich um Ikonographie.

Immunität

Spezielle Befreiung von herrschaftlichen Lasten

Befreiung von unmittelbaren Eingriffen königlicher oder bischöflicher Beamter und Befreiung von Abgaben an König und Bischof. Recht auf Einsetzung eigener Gerichtsherrn (Vogt) für die niedere Gerichtsbarkeit über die Eigenleute.

Immunität nennt man die in fränkischer Zeit dem Königsgut zustehende, dann auch vom König großen Grundherrn, später auch Städten durch besondere Privilegien gewährte Befreiung von jedem unmittelbaren Eingriff des ordentlichen Beamten, d. h. des Grafen, zumal in gerichtlicher und finanzieller Hinsicht und die Übertragung der Gerichtsbarkeit an einen besonderen Beamten (Vogt), der teilweise vom Inhaber der Immunität frei gewählt werden konnte, aber zugleich öffentlicher Beamter war.

Die Immunität war zunächst keine Lösung aus dem Grafschaftsverband, also nicht eigentlich Exemtion. In karolingischer Zeit wurde die Immunität im eigentlichen Sinne auf einen Teil des Gutes beschränkt, das übrige war weniger geschützt und ging bis Ende des 10. Jahrhunderts der Immunität im alten Sinne verloren. Ebenso verschwanden seit dem 12. Jahrhundert die Immunitätsprivilegien.

Der engeren Immunität unter unmittelbarer Gerichtsbarkeit des Immunitätsherrn, meist nur Dom, Burg, Schloss und nächste Umgebung, mit ihren Immunitätsleuten und Vogtleuten gliederte sich dann von neuem eine weitere Immunität an als Ausübung irgendwie erworbener öffentlicher Gewalt, unter Gerichtsbarkeit des Vogts, sich nur auf das Gut erstreckend oder darüber hinaus auf fremde Güter oder freie Leute. Territoriale Gerichtshoheit wurde selten und spät erreicht. Der Vasall genoss an und für sich Immunität. Dem Inhalt nach war der Immunitätsbann sehr verschieden.. Die Immunitätsgerichte waren Nieder- oder Hochgerichte, letztere zuerst nur über Eigenleute.

Industrielle Revolution

Wirtschaftliche Umbruchphase des 19. Jahrhunderts

Von England ausgehende und mit der Erfindung der Dampfmaschine verbundene Ablösung der handwerklichen und manufakturellen Warenproduktion durch die industrielle Produktion in Fabriken. Charakteristisch für die gesamte industrielle Revolution war die Dominanz der Werkzeugmaschine. In der ersten Phase (Beginn bis Mitte des 19.Jahrhunderts) herrschte die Leichtindustrie vor, das Verkehrswesen wurde revolutioniert (Eisenbahnen, Dampfschiffe u. a.). In der zweiten Phase (Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts) dominierte die Schwerindustrie, neue Antriebskräfte (Elektrizität), Verkehrsmittel (Autos) und Kommunikationsmittel (Telefon u. a.) wurden entwickelt, Erfindungen und Entdeckungen in Wissenschaft und Technik boomten.

Infirmaria

Klosterkrankenhaus

Als Infirmaria wird die Krankenkapelle bzw. das Krankenhaus eines Klosters bezeichnet.

Inkunabel

Druckwerke aus der Frühzeit des Buchdrucks

Als Inkunabeln oder Wiegen- und Frühdrucke (von lat. incunabula = Windeln, Wiege) bezeichnet man in der Buchwissenschaft Druckwerke aus der Frühzeit des Buchdrucks, bis 1500. Inkunabeln unterscheiden sich noch nicht sehr von zeitgenössischen handgeschriebenen Büchern, da sie sonst nicht gekauft worden wären.Sie weisen noch oft einen experimentellen drucktechnischen und typographischen Zustand auf. Die berühmtesten Inkunabeln sind die Gutenbergbibel von 1455 und die 1493 von Anton Koberger gedruckte Schedelsche Weltchronik. Weitere berühmte Inkunabel-Drucker sind Albrecht Pfisterer in Bamberg, Günter Zainer in Augsburg und Johannes Mentelin in Straßburg. (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Inkunabel)

Interregnum

Zwischenherrschaft (1250-1273)

Die Zeitspanne zwischen 1250 und 1273, als es im Reich keinen allgemein anerkannten deutschen König gab, wird als Interregnum (Zwischenherrschaft). "...die kaiserlose, die schreckliche Zeit..." so nannte Friedrich Schiller in seinem "Der Graf von Habsburg" das sog. Interregnum, die Jahre zwischen 1250 und 1273.

Kaiser Friedrich II., aus dem Haus der Staufer, war unerwartet im Dezember des Jahres 1250 verstorben. Sein Tod hinterließ ein großes Machtvakuum im deutschen Teil des Kaiserreichs. Sein Sohn Konrad IV., seit 1237 König im deutschen Reichsgebiet, verließ im Oktober 1251 die deutschen Reichsteile für immer. Er brach nach Sizilien auf, wo er sich der traditionellen Unterstützung des Staufergeschlechts versichern wollte. Er starb schon 1254 in Unteritalien und hinterließ einen minderjährigen Sohn, Konradin, der als letzter der männlichen Stauferlinie 1268 hingerichtet wurde. In Deutschland hatte die Bedeutung der Staufer aber schon mit dem Tod Friedrichs und der darauf folgenden Flucht Konrads nachgelassen.

Der seit 1247 amtierende Gegenkönig zu den Staufern, Wilhelm von Holland, wurde somit die dominierende Macht im Reich. Durch die Nachwahl des Herzogs von Sachsen und des Markgrafen von Brandenburg 1252 und durch die wechselseitige Anerkennung Wilhelms und des rheinischen Städtebundes konnte er sich als König etablieren. Die schon 1220 und 1232 von Friedrich II. verabschiedeten Reichsgesetze hatten die Zersplitterung Deutschlands in einen politischen Flickenteppich gefördert. Indem er die Rechte der territorialen Fürsten anerkannte, hatte Friedrich zwar für Ruhe im Deutschen Reich gesorgt, gleichzeitig aber auch den Grundstein zur Zersplitterung Deutschlands gelegt. Durch diese Zusicherung umfangreicher Rechte erkannte er die Landeshoheit der Fürsten an. Diese begannen darauf auch, mit neuem Selbstbewußtsein ihre eigene Machtposition gegenüber den anderen Herrschern auszubauen. Die königliche und kaiserliche Macht hatte für künftige Generationen einen Stützpfeiler verloren. Spätere Herrscher mussten sich vor allem auf ihre Hausmacht stützen.

Nach dem Tode Wilhelms von Holland im Januar 1256 brach erneut eine königslose Zeit an. Bei der Doppelwahl von 1257 traten zum erstenmal die sieben Fürsten in den Vordergrund. Zu den Kurfürsten gehörten dir drei rheinischen Erzbischöfe von Mainz, Köln und Trier, der Herzog von Sachsen, der Markgraf von Brandenburg, der Pfalzgraf bei Rhein und (etwas später hinzukommend) der König von Böhmen. Diese sieben Kurfürsten und ihre Nachkommen waren bis zur Auflösung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation über Jahrhunderte hinweg bei der Königswahl der bestimmende Machtfaktor.

Nach dem Tod Wilhelms von Holland konnte man sich nicht auf einen einzigen Kandidaten einigen. So wurde der spanische König Alfons von Kastilien von dem Trierer Erzbischof, dem Herzog von Sachsen und dem Markgraf von Brandenburg gewählt, während die Erzbischöfe von Mainz und Köln und der Pfalzgraf ihre Stimme Richard von Cornwall gaben. Der böhmische König wählte beide. Er stammte mütterlicherseits von der staufischen Linie ab und hatte selbst Ambitionen auf den deutschen Thron. Diese wurden aber vom Papst sehr schnell zerschlagen. In der nun folgenden Zeit machte er sich daran, seine Gebiete zu stärken und neue Territorien im Reich dazu zu gewinnen.

Keiner der Könige war fähig, in Deutschland ein geeintes und befriedetes Reich zu erschaffen. Alfons von Kastilien ließ sich in seinem ganzen Leben nicht ein einziges Mal im Reich blicken. Richard von Cornwall hielt sich vier Jahre in Deutschland, aber ausschließlich in den linksrheinischen Gebieten auf. Das Desinteresse der beiden Könige an einer aktiven Herrschaftspolitik förderte die schon beim Staufer Friedrich II. einsetzende Tendenz zur Regionalisierung einzelner Gebiete in Deutschland.

In dieser Jahren der fehlenden zentralen Reichsgewalt nahmen die Fehden zwischen rivalisierenden Gebietsherren, Übergriffe auf Kaufleute und Reisende, Überfälle auf Gemeinden stetig zu. Der Chronist eines schwäbischen Klosters schrieb:

"Das Reich war ohne König und wer konnte, raubte, was er wollte. Das Land war wüst und ohne Bauern und entbehrte aller Güter. Ein gewisser Schenk Konrad von Winterstetten, Gott und den Menschen ein Greuel, verwüstete unser Land und quälte viele Menschen und uns."

Als Richard von Cornwall 1272 starb, war der Wunsch nach einem beim Adel weitgehend akzeptierten König groß. Die Kurfürsten wählten 1273 den "deutschen", bis dahin eher unauffälligen Rudolf von Habsburg zum neuen König. Die ansonsten einstimmige Wahl ebnete den Weg zu einer neuen inländischen Politik. Mit dem Tod Alfons von Kastilien 1275 gab es jetzt faktisch nur noch einen König im Reich. Rudolf war bei seinem Amtsantritt bereits 55 Jahre alt, ein hohes Alter für die damalige Zeit. Er galt als tüchtiger und korrekter Mann, zudem als kriegserfahrener und geschickter Territorialherr.

Er dankte für seine Ernennung damit, daß er nachträglich die Bereicherung der Kurfürsten legitimierte. Allein der König von Böhmen stimmte gegen die Wahl, hatte er sich doch erneut eine Chance auf den deutschen Thron ausgerechnet. Es kam zum Krieg. In einem tollkühnen Feldzug, kaum ein Großer des Reiches unterstützte ihn bei seinem Feldzug, zwang er die überlegenen Truppen des Böhmen in die Knie.

Mit dem Sieg über Ottokar II., der Böhme bezahlte seinen Widerstand mit dem Tod auf dem Schlachtfeld, hatte sich Rudolf von Habsburg eindrucksvoll als König durchgesetzt. Seine Königswürde war im Reich unangefochten, die Kaiserwürde gewann er dagegen nie. Erst 1312 stieg erneut ein deutscher König, der Luxemburger Heinrich VII., zu Kaiserwürden auf.

Investiturstreit

Kompetenzkampf zwischen Papst und König im 11./12. Jh.

Der schon im Mittelalter geläufige Begriff dient als zusammenfassende Bezeichnung für die geistigen und machtpolitischen Auseinandersetzungen, die im letzten Viertel des 11. und im ersten des 12. Jahrhunderts zwischen Papsttum und Königtum um die Abgrenzung der beiderseitigen Einflusssphären in der Kirche geführt wurden. Entscheidender, wenngleich keineswegs einziger Streitpunkt, war die Einsetzung (Investitur) der Bischöfe und Äbte des Reiches durch das Königtum. Dieses Recht forderte Papst Gregor VII. (1073-1085) nun für das Papsttum (Gregorianische Reform). Generell ging es ihm um die Befreiung der Kirche aus der Fremdbestimmung durch die Laiengewalt. Der Investiturstreit trat im Jahr 1075 in ein kritisches Stadium, als sich Papst und König um das Recht zur Ernennung des Mailänder Erzbischofs stritten. Obwohl Rechtsgelehrte versuchten, den Zwist juristisch beizulegen, verzögerte sich eine Einigung, da beide Seiten auf ihrem jeweiligen Rechtsstandpunkt beharrten. Als Papst Gregor VII. und einige deutsche Fürsten sich zu einer starken Opposition gegen das Königtum zusammenschlossen und der Thron in Gefahr geriet, unternahm König Heinrich IV. im Jahr 1077 den berühmten Bußgang nach Canossa. Dieses Einlenken verhinderte Schlimmeres: Der gegen ihn verhängte Kirchenbann (Exkommunikation) wurde aufgehoben und seine Stellung als König war wieder gefestigt. Der Ausgleich zwischen den unterschiedlichen Meinungen wurde jetzt im "Wormser Konkordat" gefunden.

Ionische Säulenordnung

Form des Kapitells

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Kapitell.

Itinerar

Mobilitätsprofil von Personen. Wegebuch, Reisebuch mit Reiserouten, Reisetagen, Reiseziel, Reisezweck und ggf. Entfernungen.
Itinerar ist sowohl Terminus/Gattungsbezeichnung im Quellenbereich als auch systematisch-methodisch ausgelegeter begriff wissenschaftlicher Geschichtsforschung. (Mehr im Lexikon des Mittelalters Bd. V., Sp. 772ff.)

Itinerarium Antonini

Römisches Straßenverzeichnis

Das Itinerarium Antonini ist ein zu Beginn des 3. Jahrhunderts entstandenes, um 300 n. Chr. redigiertes Verzeichnis der wichtigsten römischen Reichsstraßen mit ihren Straßenstationen und den dazwischenliegenden Entfernungen.