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Kreuzzüge

Die Kreuzüge des 11.-14. Jahrhunderts hatten vornehmlich die Rückeroberung des "Heiligen Landes" zum Ziel

Vom Ende des 11. bis Ende des 13. Jahrhunderts wurden mehrere Kriegzüge "im Namen des Kreuzes" gegen die "Heiden" geführt. Nach dem Willen Gottes (Deuts lo volt) sollte Jerusalem und das heilige Land zurückerobert und die morgenländischen Christen vom Joch der Heiden befreit werden. Die durch das Kreuz gekennzeichneten Kreuzfahrer verpflichteten sich durch ihr Gelübde zum Kampf für das Erbe (haereditas) Christi und erlangten dadurch für sich und ihre in der Heimat verbliebenen Angehörigen rechte und Privilegien. Sie erwarteten als Lohn für die Kreuzfahrt neben anderen Gnaden die Vergebung ihrer Sünden.

Kreuzzug und Kreuzzugsgedanke sind vorgebildet in der bis ins christliche Altertum zurückgehenden Jerusalemverehrung und Heilig-land-Wallfahrt, dem schon von den Kirchenvätern sanktionierten Heiligen Krieg sowie den i, 11. Jahrhundert von Päpsten und Bischöfen angeregten Feldzügen gegen "heiden" und Kirchenfeinde.

Ausschlaggebend für diese "bewaffneten Pilgerfahrten" waren aber nicht nur religiöse, sondern auch herrschaftliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Interessen.

Anlass für den 1. Kreuzzug (1096-1099) unter Papst Urban II. war die Bitte Kaiser Alexios von Byzanz um militärischen Beistand gegen die Seldschuken, nachdem diese Anatolien erobert hatten. Der Papst hielt am 27. Nov. 1095 in Clermont in Zentralfrankreich eine demagogische Rede wider die Heiden, zu der so viele Menschen kamen, dass die große Menge in der Kathedrale keinen Platz fand und der Papstthron auf der Wiese davor aufgestellt werden musste. Über 100.000 Menschen folgten danach dem Aufruf Urbans II., der den Teilnehmern den Erlass ihrer Sünden versprochen hatte. Sie zogen plündernd gegen das Heilige Land und "befreiten" Jerusalem, indem sie dort ein Blutbad anrichteten.

Die Kreuzzüge schufen zum ersten Mal eine Art europäisches Zusammengehörigkeitsgefühl. Die mitteleuropäische Kunst des 12./13. Jahrhundert wurde vor allem durch die Eroberung Konstantinopels im 4. Kreuzzug (1204) stark beeinflusst. Damals gelangten viele byzantinische Kunstwerke als Beutestücke nach Italien und inspirierten mit ihrer Formensprache die ansässigen Künstler.

Folgende Kreuzzüge gab es:

  • 1189-1204 3. Kreuzzug
  • 1202-1204 4. Kreuzzug
  • 1212 Kinderkreuzzug
  • 1217-1221 5. Kreuzzug
  • 1228-1229 Kreuzzug Kaiser Friedrichs II.
  • 1248-1254 6. Kreuzzug
  • 1270-1275 7. Kreuzzug

 

 

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