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Radschlossbüchse

Frühe Feuerwaffe.

Die Radschloßbüchse soll 1515 in Nürnberg erfunden worden sein. Die Besonderheit dieser Handbüchse ist die Zündung: Mit dem Zug am Hahn wurde ein kleines Stahlrad in Drehung versetzt, brachte Stückchen von Eisen- oder Schwefelkies durch Reibungswärme zum Glühen und entzündete schließlich die Ladung. Die Radschloßbüchse vermochte nie, die mit der Lunte gezündete Hakenbüchse gänzlich zu verdrängen, da deren Mechanismus einfacher, solider und sicherer war. Zudem zerbröckelte der Schwefelkies im Kampf häufig und machte das Gewehr funktionsunfähig. Bei den später eingeführten Steinschloßgewehren ersetzte der härtere Feuerstein das aus Stahl gefertigte Rad, während an die Stelle des Schwefelkieses feine Stahlspäne traten, die nun das Material für die Funken lieferten.

Weitere Informationen erhalten Sie unter dem Stichwort "Handfeuerwaffe".

(Text: Stefan Grathoff)

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