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Das Emigrantenzentrum Koblenz als Symbol der Gegenrevolution und des französischen Absolutismus

von Katharina Thielen

0.1.Das auswärtige Frankreich 1791-1792

Die Emigranten waren alle lustige Brüder und Windbeutel von der ersten Klasse. Den ganzen Tag schäkerten sie auf der Straße herum, sangen, hüpften und tanzten, dass es eine Lust war anzusehen. Sie gingen alle prächtig gekleidet und trugen schreckliche Säbel [...] Es ist überhaupt keine läppischere Kreatur auf Gottes Erdboden als ein französischer Emigrant dieser Zeit [Anm. 1].

Dieses vernichtende Urteil fällte Karl Friedrich Laukhard in seinen autobiografischen Aufzeichnungen als preußiscehr Soldat zu Besuch in Koblenz. Eine Meinung, die er in den Jahren 1791 und 1792 mit vielen Zeitgenossen teilte,[Anm. 2]denn zu jener Zeit sorgte im Rheinland ein beachtlicher Teil des französischen Adels für Aufsehen. Allen voran die beiden Brüder Ludwigs XVI, der Compte d'Artois und der Compte de Provence, die im Zuge der Französischen Revolution aus Paris in die grenznahe Stadt am Mittelrhein geflüchtet waren. Unter dem Schutz ihres Onkels, dem Trierer Kurfürst Clemens Wenzeslaus von Sachsen,[Anm. 3] planten sie eine Allianz mit den anderen Monarchien Europas, um die Beendigung der Revolution und anschließend eine Restauration des Ancien Régimes herbeizuführen.[Anm. 4] Dies führte zu einem immensen Zustrom weiterer französischer Adeliger und Militärs, die all ihre gegenrevolutionären Hoffnungen in die bourbonischen Prinzen setzten.[Anm. 5]Koblenz entwickelte sich zum politischen wie organisatorischen Zentrum der Gegenrevoltuion und nimmt somit eine besondere Stellung innerhalb der Emigrationsforschung ein. [Anm. 6]Zum Symbol für die Gegenrevolutionschlechthin stilisiert,[Anm. 7]belegt der Begriff Coblence noch heute, wie sehr diese erste Phase der Emigration die deutsch- französischen Beziehungen prägte.[Anm. 8]So verwundert es nicht, dass die Stadt besondere Beachtung in der Literatur findet,[Anm. 9]wenngleich sie nicht als repräsentativ für die französische Emigrationszeit im Ganzen ist.[Anm. 10]Denn eine Emigrationskolonie mit einer Größe von zeitweise 5000[Anm. 11] Flüchtlingen formierte sich in keinem anderen Gebiet.[Anm. 12]Herausragend ist außerdem die soziale Homogenität der Gruppe, da sie sich hauptsächlich aus den einflussreichsten Adelsgeschlechtern und einer Vielzahl von alten Offizieren zusammensetzte.[Anm. 13]Die Folge war die Etablierung althergebrachter Traditionen, die das städtische Leben spürbar mitbestimmten. Koblenz wurde zu Klein- Paris zu einer Contrefacon de Versailles, une caricature de la cour de France [Anm. 14]. Die Prinzen und ihre Anhänger erklärten sich zur legitimen Repräsentation Frankreichs und verhielten sich diesem Status entsprechend.[Anm. 15]Dass dies jedoch lediglich die wünschenswerte Illusion der alten französischen Elite war,[Anm. 16] stellte sich beim Scheitern der Gegenrevolution vor Valmy am 20.9.1792 heraus.
Inwiefern die Exilregierung in Koblenz ihrem Anspruch gerecht wurde und die alten absolutistischen Strukturen tatsächlich verwirklichen konnte, soll Gegenstand der Untersuchung sein. Dabei wird sich herausstellen, dass die Schwächen des französischen Absolutismus maßgeblich zum Scheitern der Gegenrevolution beitrugen.

0.2.Vorüberlegungen: Der französische Absolutismus

L'État, cést moi. [Anm. 17] Dieser Ausspruch veranschaulicht das Selbstverständnis Ludwigs XIV. als unumschränkter Alleinherrscher in Frankreich. Selbst wenn es dem französischen Sonnenkönig insgesamt nicht gelang, die puissance absolue [Anm. 18] zu erreichen,[Anm. 19] weist seine Herrschaftsperiode (1643-1715) dennoch wesentliche Merkmale auf, die dem politischen System Absolutismus[Anm. 20] zugeschrieben werden können.[Anm. 21]

Im Allgemeinen fungierte das ludovizianische Frankreich lange Zeit als Musterbeispiel für die Durchsetzung des europäischen Absolutismus,[Anm. 22] doch diese Sichtweise wurde in den vergangenen Jahrzehnten äußerst kritisch in Frage gestellt.[Anm. 23] Neue Forschungsansätze und Perspektivwechsel entzogen dem Begriff seinen universalistischen Anspruch ein internationales Phänomen der Frühen Neuzeit zu sein. Als übergeordnete Epochenbezeichnung ist er heute nicht mehr haltbar, an seiner Existenz als ein wesentliches Charakteristikum der Zeit von 1648 bis 1789 wird aber dennoch weiterhin festgehalten.[Anm. 24]Im Sinne einer „Politische[n] Herrschaftsform, bei der eine einzelne Person, i.d.R. der Monarch, vollständig über die souveräne Ausübung aller Staatsgewalt verfügt, zugespitzt in dem Ausspruch Ludwig XIV.: Der Staat bin ich."[Anm. 25] kann Absolutismus als idealisiertes, theoretisches Konstrukt betrachtet werden, was die großen Fürsten hartnäckig zu verwirklichen suchten. Ins Besonderen in Frankreich lassen sich deshalb seit Heinrich IV. tiefgreifende Strukturveränderungen beobachten, die zu einer zunehmenden staatlichen Herrschaftsverdichtung führten. Unter systematischer Zurückdrängung intermediärer Instanzen, erfolgte die Monopolisierung und Zentralisierung der Staatsgewalt in der Person des Monarchen. Auf der Grundlage des Gottesgnadentums hatte dieser die oberste Entscheidungsgewalt inne und organisierte seine Macht durch den Aufbau eines auf ihn ausgerichteten Verwaltungsapparates.[Anm. 26] Der Einfluss der Stände wurden unter anderem dadurch eingeschränkt, dass Ludwig XIV. die mächtigsten Adelsgeschlechter am extravaganten, höfischen Leben in Versailles teilhaben ließ. So hatte er zum Einen eine gewisse Kontrolle über die adelige Opposition und steigerte zum Anderen den Glanz, den Versailles nach außen hin ausstrahlte. Die systemlegitimierende Rolle der Herrschaftsrepräsentation ist im Zeitalter des sogenannten höfischen Absolutismus [Anm. 27] nicht zu unterschätzen und wurde unter Ludwig XIV. sorgfältig gepflegt.[Anm. 28]

Diese kurz umrissenen Strukturmerkmale des französischen Absolutismus bilden die Grundlage dafür, dass das Bild des französischen „Windbeutel[s] von der ersten Klasse" aufkeimen konnte.[Anm. 29] Ausschlaggebend waren dabei vor allem jene Merkmale, die nicht ausdrücklich Teil der zahlreichen theoretischen Abhandlungen[Anm. 30] waren, sondern sich aus der Herrschaftspraxis heraus entwickelten, sich zum Teil verselbständigten und zum Untergang des klassischen absolutistischen Staate während der Französischen Revolution beitrugen.[Anm. 31] Diese Schwächen des politischen Systems, die teilweise auch im Widerspruch zum Selbigen standen, wurden in Koblenz ebenfalls übernommen und werden nun im Folgenden analysiert.

0.3.Die Etablierung des französischen Absolutismus in Koblenz

Die Idee vom absoluten Herrscher

Im Sommer 1791 ließen sich der Compte d'Artois und einige Zeit später auch sein Bruder der Compte de Provence, genannt Monsieur, in Koblenz nieder. Als Blutsverwandte des Königs und Emigranten ersten Ranges vermutete man schon damals die Schlagkraft, welche die organisierte Gegenrevolution von dort aus entwickeln würde[Anm. 32] und sah sich unmittelbar mit der Gefahr eines militärischen Konfliktes mit Frankreich konfrontiert.[Anm. 33] Demgegenüber standen auf der anderen Seite hohe Erwartungen all jener, die eine militärische Intervention in Paris herbeisehnten und dem Ruf der Prinzen folgten. Entscheidende Stütze für eine Contre-Revolution activiste[Anm. 34] waren namenhafte Militäroffiziere, die nachzogen und in den Bourbonen die repräsentativen Führer der Gegenrevolution sahen. Mit dem gemeinsamen Ziel Rache zu nehmen und die Monarchie zu retten,[Anm. 35] verpflichteten sie sich nun den Brüdern des Königs und vollzogen so den Bruch mit Ludwig XVI. Auch der Adel löste sich mehr und mehr von seinem Treueeid dem schwachen König in Paris gegenüber.[Anm. 36] Nach dem gescheiterten Fluchtversuch am 20/21.6.1791 und der fehlenden Unterstützung aus der Heimat schwoll die Enttäuschung an und man betrachtete die Prinzen als royalistischer als ihren reformwilligen Bruder.[Anm. 37] Die Empörung fand ihren Höhenpunkt in der Annahme der Verfassung am 13.9.1791, sodass von dort an die beiden Prinzen zu den eigentlichen Repräsentanten Frankreichs erklärt wurden.[Anm. 38] Theoretisch traten sie so – zumindest in Koblenz – an die Stelle des absoluten Monarchen, wonach man von einer Annäherung an die die idealtypische Stellung des Herrschers im Sinne des französischen Absolutismus sprechen kann. In der Praxis befanden sie sich jedoch fernab des eigentlich zugehörigen Territoriums Frankreich und übten faktisch keinerlei Befugnisse über ihr Land aus.

Im Gegensatz dazu, wurden ihnen jedoch in Koblenz binnen kürzester Zeit Kurtrierer Souveränitätsrechte übertragen, die den Aufbau eines politischen Systems im Exil überhaupt ermöglichten. Eine Exilregierung, die als Gegenregierung mit der revolutionären Organisation in Paris vergleichbar war,[Anm. 39] verübte eine unabhängige Entscheidungsgewalt[Anm. 40] über die in Koblenz lebenden Franzosen und bestimmte deren Verhalten durch den Erlass zahlreicher Reglements.[Anm. 41] Mittels des rekonstruierten Versailler Policeysystem wurden außerdem alle ankommenden Flüchtlinge von französischen Stadtkommandanten intensiv kontrolliert und auf ihre Einstellung bezüglich der Geschehnisse in Paris hin geprüft.[Anm. 42] Dieser tiefgreifende Eingriff in den ordnungspolitischen Aufbau der Residenzstadt hatte schwerwiegende Konflikte[Anm. 43] mit den deutschen Ständen zur Folge und versetzte den eigentlichen Territorialherrn Clemens Wenzelaus schließlich in eine prekäre Lage. Er konnte der Emigranten bereits im Sommer 1792 nicht mehr Herr werden und stand dem Treiben seiner Neffen machtlos gegenüber.[Anm. 44] Hier liegt die praktische Annäherung an das absolutistische Souveränitätsprinzip begründet. Die weitreichende Autonomie konnten Artois und Monsieur in Koblenz scheinbar von jeder anderen Autorität unabhängig einsetzten.[Anm. 45] Sie hatten so eine Machtposition inne, die weit über die Stellung eines Gastes hinausging.

0.4.Bedingungen absoluter Herrschaft

Eine Einschränkung dieser Machtposition, aber gleichzeitig ein weiteres Phänomen des französischen Absolutismus, liegt im Verhältnis zum Adel und den anderen europäischen Großmächten begründet.

Trotz häufiger Steuererhöhungen und einer merkantilistischen Wirtschaftspolitik entwickelte sich Frankreich unter Ludwig XIV. zu einem stetig wachsenden Verschuldungsstaat [Anm. 46] . Gründe dafür waren gesteigerte außenpolitischen Aktivitäten, der Ausbau von Militär und Verwaltung und ein kostspieliger, extravaganter Lebensstil.[Anm. 47] Um die Ausgaben zu decken, sah sich der absolutistische Herrscher gezwungen, durch Ämterpolitik und Anleihen Geldmittel zu beschaffen.[Anm. 48] Hierin liegt die wirkungsmächtigste Absolutismuskritik begründet: Ein „Allein"herrscher, dessen Macht zunehmend auf der Mithilfe der Führungsschichten basiert, kann streng genommen nicht als absolut[Anm. 49] bezeichnet werden. Was sich im 17. Jahrhundert noch als gewagte aber durchaus funktionierende Finanzpolitik erwiesen hatte, wurde für die beiden Prinzen und ihre hochgesteckten Pläne zum tiefgreifenden Problem. Denn da eine Besteuerung der Revolutionsflüchtlinge nicht möglich war und Einnahmen aus der Wirtschaft gänzlich fehlten, waren sie vollkommen von der Gunst verschiedener Geldgeber abhängig. Als existentiell wichtig erwies sich daher die materielle, wie immaterielle Hilfe, die ihnen Clemens Wenzelaus entgegen brachte. Militär, Verwaltung, Versorgung, Vergnügung – all das wurde in erster Linie von dem Trierer Kurfürst gesponsert und ihre Akzeptanz innerhalb der Koblenzer Bevölkerung fußte ebenfalls auf der engen Beziehung zu ihrem Onkel.[Anm. 50] Die übrigen europäischen Mächte jedoch, standen dem Treiben der Brüder Ludwigs XVI. eher skeptisch und reserviert gegenüber,[Anm. 51] sodass von ihrer Seite aus nur vereinzelt finanzielle Unterstützung geleistet wurde.[Anm. 52] Dauerhafte Zahlungen blieben aus, sodass Finanzminister Calonne[Anm. 53] unentwegt damit beschäftigt war, Hilfe zu erbitten und mittels Anleihen bei ausländischen Höfen und den wohlhabenden Emigranten selbst die immensen Ausgaben zu decken. Trotz zahlreicher Spenden[Anm. 54] befanden sich die Prinzen jedoch weiterhin in größter Geldnot, so hatte man bereits zum Jahreswechsel 1791/92 nicht mehr genügend, um den zahlreichen Soldaten ihren Sold auszuzahlen[Anm. 55]

0.5.Ausdruck und Respräsentation absoluter Macht

Die Koblenzer Bevölkerung merkte nichts von den wachsenden Schulden ihrer Gäste. Im Gegenteil: Gastwirte, Händler und Kaufmänner profitierten von einer regen Nachfrage an ausländischen Delikatessen und der Bereitschaft beachtliche Beträge für Luxusgüter aller Art zu bezahlen.[Anm. 56] Sinn dieses Verhaltens war die angemessene Repräsentation nach außen, welche schon im Zeitalter des Absolutismus die Gesellschaftshierarchie bestimmte. Der französische Adel nutze jede Gelegenheit um den Schein von Prunk und Reichtum zu wahren und sich so von den primitiven Deutschen abzuheben.[Anm. 57] Man präsentierte sich an kirchlichen Festtagen, partizipierte an deutschen Volksfesten[Anm. 58] und etablierte französische Salons in Mitten der Kleinstadt.[Anm. 59] Die Emigranten formierten sich zu einer geschlossenen sozialen Einheit, die den Einheimischen mit Verachtung und Arroganz entgegentrat.[Anm. 60]

Allgegenwärtig war auch die öffentliche Präsenz der französischen Militärs. Sie exerzierten in weißen Konkordaten, bereiteten sich in aller Öffentlichkeit auf eine bevorstehende kriegerische Auseinandersetzung mit Frankreich vor und installierte unzählige Kantonnements in der Umgebung der Stadt.[Anm. 61] Ihr provozierendes Verhalten gipfelte in verschiedenen Übergriffen an deutschen Mädchen, Raubzügen und anderen Schandtaten,[Anm. 62] die die Einwohner in Angst und Schrecken versetzten und eine allgemeine Wut auf die französische Aristokratie schürte.[Anm. 63]

0.6.Das Zentrum des französischen Absolutismus: Der Hof

Das Zentrum dieser französischen Gesellschaft bildete der Hof der Prinzen um Schloss Schönbornlust.[Anm. 64] Als Goldener Käfig [Anm. 65] des Adels kopierte er die Hofkultur in Versailles bis ins kleinste Detail.[Anm. 66]

700 bis 800 Personen partizipierten am luxuriösen Leben der Bourbonen und kompensierten den Verlust des Ancien Régime mit der Wiederbelebung des alten höfischen Zeremoniells[Anm. 67] in Koblenz. Ungeachtet der finanziellen Lage und dem eigentlichen Grund des Aufenthalts veranstaltete man Musik- und Theateraufführungen, Bälle, Dinés und genoss das leichte Leben in vollen Zügen.[Anm. 68] Beide Prinzen unterhielten außerdem jeweils eine klassische Maison, deren Größe der Maison du Roi in Versailles in Nichts nach stand.[Anm. 69] Der Status des einzelnen Anwärters hing dabei von seiner Investitionsbereitschaft ab, wodurch auch in Koblenz der Handel mit Ämtern und Titeln zur wichtigen Einnahmequelle der Machthaber wurde.[Anm. 70] In der Maison Militaire zeichnetet sich ein ähnliches Bild ab, was zur Folge hatte, dass einzelne Kompanien unterbesetzt waren und mehrere Generäle darum stritten, wem die Kommandogewalt gebührte.[Anm. 71] Auch wenn die Armée des Princes in der Spätphase des Aufenthalts 24 000 Mann stark war, hatte sie sich strategisch kaum weiterentwickelt[Anm. 72] und stellte keine reale Gefahr für die Revolutionstruppen Frankreichs dar.[Anm. 73]

0.7.Das Scheitern des französischen Absolutismus

Mit der Konzentration der einflussreichsten konservativen Kräfte in Koblenz hatte das Vorhaben der Brüder Ludwigs XVI. eine vielversprechende Ausgangsituation, die binnen kürzester Zeit von den gegenrevolutionären Flüchtlingen selbst zu Nichte gemacht wurde.

Das fortwährende Streben nach Prestige und Anerkennung, was sich explizit in einem affektierten adeligen Habitus und der Nachbildung der Versailler Hofkultur manifestierte, begründete die verheerende Finanzmisere. Diese ihrerseits führte alle ambitionierten Projekte der Prinzen ad absurdum und hatte den qualitativ schlechten Zustand der Armée des Princes zur Folge. Hinzu kommt, dass jegliche Kooperation mit den großen Monarchien Europas durch aggressives Fehlverhalten, mangelnde Anpassungsfähigkeit und eine chronische Selbstüberschätzung unmöglich war. Die adeligen Revolutionsflüchtlinge hatten sich so mit der unbedingten Wahrung absolutistischer Strukturen und Verhaltenskodexes selbst der Möglichkeiten beraubt, diese in ihrer Heimat wiederherzustellen. Ohne es zu bemerkt zu haben, zogen sie mittellos, verrufen und weitgehend auf sich allein gestellt im Herbst 1792 in den aussichtslosen Kampf gegen das revolutionäre Frankreich. Am 20. September scheiterte der Feldzug des französischen Absolutismus in der Schlacht von Valmy.

0.8.Nachweise

Verfasser: Katharina Thielen

Typ: Hausarbeit im Rahmen des Seminars "Französische Revolution" im Sommersemester 2011 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

 

Quellenverzeichnis:

  • Archives du Ministère des relations extérieures : Der französische Gesandte Bordeaux in seinem Schreiben an das französische Außenministerium am 10.6.1792. Trèves 34.
  • Archives du Ministère des relations extérieures: Bordeaux an das französische Außenministerium am 10.6.1792. Trèves 34.
  • Bleibtreu, Leopold: Das Rheinland im Zeitalter der Französischen Revolution, Augenzeugenberichte. Hrsg. v. Wilhelm Schmidt- Bleibtreu, Ndr. Bonn 1988.
  • Hansen, Joseph (Hrsg.): Quellen zur Geschichte des Rheinlandes im Zeitalter der Französischen Revolution 1780- 1801, Bd.2, Bonn 1931/1933/1935
  • Landeshauptarchiv Koblenz: Jahresprotokoll des obererzstiftischen weltlichen Standes

    am 3.8.1791.

  • Laukhard, Friedrich Christian: Leben und Schicksale von ihm selbst beschrieben. Hrsg. v. Karl Wolfgang Becker, Ndr. Leipzig 1989.

 

Literaturverzeichnis:

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  • Wrede, Martin: Absolutismus. In: Enzyklopädie der Neuzeit, Hrsg. v. Friedrich Jaeger, Bd. 1, Stuttgart 2005, Sp. 24-34.
  • Schubert, Klaus; Klein, Martina: Das Politiklexikon, Bonn/Dietz 2006. URL: www.bpb.de/popup/popup_lemmata.html (aufgerufen am 30.08.2011)

 

Erstellt: 25.10.2011

Anmerkungen:

  1. Friedrich Christian Laukhard, Leben und Schicksale, S. 152. Zurück
  2. Neben zahlreichen Verweisen in nahezu jedem Werk zur Emigrantenkolonie in Koblenz, finden sich weitere Belege für den schlechte Eindruck, den der französische Adel bei der Koblenzer Bevölkerung hinterließ beispielswiese bei: Joseph Hansen (Hrsg.), Quellen zur Geschichte des Rheinlandes, S. 39 oder S. 232f. Allgemein zum Thema der Erfahrung der Deutschen mit den französischen Emigranten vgl. auch: Erich Schneider, Revolutionserlebnis und Frankreichbild, S. 277-393. Zurück
  3. Clemens Wenzeslaus von Sachsen (*1739- 1812)war von 1768 bis 1803 Erzbischof und Kurfürst von Trier. Er ersetzte seine Residenzstadt Ehrenbreitstein 1786 durch das zentraler gelegene Koblenz. Im Zuge der Napoleonischen Eroberungskriege flüchtete er nach Augsburg und konnte den Verlust des linksrheinischen Teils seines Territoriums nicht verhindern. Die rechtsrheinischen Gebiete verlor er im Zuge der Säkularisierung. Bezüglich der Revolutionszeit s. vor allem Liesenfeld, Klemens Wenzeslaus,der letzte Kurfürst von Trier, seine Landstände und die Französische Revolution (1789-1794). Trier 1912.  Zurück
  4. Wie es nach einzelnen Zwischenstationen zur festen Ansiedlung in Koblenz kam, schildert Henke, Coblentz, Symbol für die Gegenrevolution. S. 39- 49.  Zurück
  5. Henke, Coblentz: Symbol für die Gegenrevolution, S. 50.  Zurück
  6. Die Revolutionshistoriographie vernachlässigte lange Zeit das Thema Emigration, was nicht zuletzt daran lag, von der Feinden der Revolution und ihrer Flucht aus dem politisch und kulturell fortschrittlichen Frankreich lieber schweigen zu wollen. Ferner waren erste Darstellungen zunächst stark politisch aufgeladen und führten zu einem verzerrten Bild der Gegenrevolution. Nach einer Phase, in welcher vorwiegend regionale Studien und Publikationen von Reiseberichten und persönlichen Erfahrungen (z.B. Tagebücher) veröffentlicht wurden, folgte erst mit Ernest Daudet, Histoire de l'Émigration pendant la Révolution Francaise, Paris 1907 ein wissenschaftliches Überblickswerk. Zurück
  7. Herausgearbeitet wurde diese Symbolfunktion in der Dissertation Christian Henkes, Coblentz. Zurück
  8. Im politischen Sprachgebrauch wird der Begriff immernoch auf polemische Art und Weise gebraucht wie z.B. im Mai 1993 in der tageszeitung Le Monde. Die dort abgedruckte Überschrift Retour de Coblence nimmt die konservative Stellenbesetzung an den Universitäten zum Anlass, von der Rückkehr der Rechten, d.h. der Rückkehr nach Koblenz zu sprechen. Zurück
  9. Daudet, Coblentz; Pierre de Vassiere, À Coblence ou les Émigrés Francais dans les Pays Rhénans de 1789- 1792. Paris 1924 und schließlich Henke, Coblentz.  Zurück
  10. Schönpflug, Französische Revolutionsflüchtlinge, S. 590. Zurück
  11. Zur Anzahl und Zusammensetzung der Emigranten in Koblenz siehe Henke, Coblentz, S.71- 79. Zurück
  12. Vergleichbar ist lediglich die Emigrationskolonie, die sich in Worms um den Prinzen Condé Louis- Joseph der Bourbon entwickelte. Die verstärkte Ansiedlung fand hier aus ähnlichen Motiven wie in Koblenz statt. Zurück
  13. Berühmte Beispiele sind der Compte Espinchal, Finanzminister Charles Alexandre de Calonne, Generalstaatsanwalt Antoine Séguier und General Bouillé. Zurück
  14. Diesbach, Histoire de l'Émigration, S.144. Zurück
  15. Godechot, La Contre- Révolution, S. 161. Zurück
  16. Henke, Coblentz, S. 109 nennt es fiktive Monarchie. Zurück
  17. Dieser Satz wird umgangssprachlich Ludwig XIV. in den Mund gelegt und im Kontext der Alleinherrschaft oft gebraucht. Zur Interpretation und zum Wahrheitsgehalt vgl. Fritz Hartung, L'État c'est moi. In: Historische Zeitschrift 169 (1949), S.1-30. Zurück
  18. Jean Bodin gebraucht in seiner staatstheoretischen Abhandlung den Begriff „absolute Macht/ Gewalt“ um die unteilbare und zeitlich unbegrenzte Souveränität des Staates, bzw. des Herrschers, abzuleiten. „La souveraineté est la puissance absolue & perpétuelle d'une République.“ Jean Bodin, les six livres de la République. Bd.1, 1583 Paris. Ndr. Aalen 1977. S.111. Er liefert den späteren französischen Theoretikern so die Grundlage für eine Absolutistische Herrschaftstheorie. Auch Niccolò Macchiavelli, Il Principe 1513/1532 und Thomas Hobbes, Leviathan 1651 wurden oft rezipiert. Zurück
  19. Er übernahm 1661 nach dem Tod Mazarins persönlich die Herrschaft, war in der Praxis jedoch weiterhin auf lokale Gewalten und Finanzielle Unterstützung angewiesen. Zurück
  20. Der oft mit Despotismus gleichgesetzte Absolutismusbegriff als politisches System wurde jüngst durch eine systemtheoretische Sichtweise erweitert, die im europäischen Absolutismus die notwendige Überwindung des dualistischen Ständestaates hin zum Territorialstaat versteht. Siehe hierzu: Ernst Hinrichs, Fürsten und Mächte. Zum Problem des europäischen Absolutismus. Göttingen 2000. S. 20-23. Zurück
  21. Dagmar Freist, Absolutismus. In: Kontroversen um die Geschichte. Hrsg. v. Arnd Bauerkämper [u.a.] Darmstadt 2008. S. 25. Zurück
  22. Hinrichs, Fürsten, S. 57. Zurück
  23. Zum aktuellen Forschungsstand siehe Freist, Absolutismus. Generell wurden regionale Unterschiede im Zeitalter des Absolutismus stärker betont und herausgearbeitet, dass Absolutismus in Reinform in keinem Land anzutreffen war. Zurück
  24. So exemplarisch bei Martin Wrede, Absolutismus. In: Enzyklopädie der Neuzeit. Hrsg. von Friedrich Jaeger, Bd. 1, Stuttgart 2005. Sp. 24-34. Zurück
  25. Klaus Schubert /Martina Klein, Das Politiklexikon, Bonn/Dietz 2006, URL: http://www.bpb.de/popup/popup_lemmata.html?guid=gbzy76 (aufgerufen am 30.08.2011) Zurück
  26. Freist, Absolutismus S. 24. Zurück
  27. Die Binnengliederung des absolutistischen Zeitalters in den "konfessionellen Absolutismus" zur Zeit Philipp II., einen "höfischen Absolutismus" zur Zeit Ludwigs XIV. und schließlich einen "aufgeklärten Absolutismus" zur Zeit Friedrich II. geht auf den Nationalökonom Wilhelm Roscher zurück, und war in der älteren Forschung allgemein gebräuchlich. Heute greift sie zu kurz, wobei man das Herrschaftssystem Ludwigs XIV. durchaus noch als höfisch bezeichnen kann. Siehe Freist, Absolutismus, S. 10f. Zurück
  28. Peter Burke behandelt in The Fabrication of Louis XVI. London 1992 ausführlich das Thema "Image making" (S. 5ff.) und wie es dazu kam, dass Ludwig XIV. zu dem absolutistischen Monarchen schlechthin stilisiert wurde. Zurück
  29. Auch Henke bezeugt, dass Koblenz „für den dekadenten Emigranten schlechthin" steht und zu einem vorurteilsbehafteten Frankreichbild in Deutschland führte. Henke, Coblentz, S.23. Siehe außerdem: Brigitte Schoch-Joswig, Das Franzosenbild der Deutschen. In: Deutschland und die Französische Revolution 1789/1989. In:Eine Ausstellung des Goethe-Instituts zum Jubiläum des welthistorischen Ereignisses. Stuttgart 1989, S. 84-88. Zurück
  30. Allgemein lässt sich zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert ein reges Nachdenken über den Staat als solchen nachweisen. Exemplarisch für eine erste explizit absolutistische Theorie in Frankreich sei mit Jacques-Benigne Bossuet, Politique tirée des propres paroles de l'Ecriture Sainte à Monsieur le Dauphin. Ouvrage postum. Paris 1706 genannt. Zurück
  31. Gemäß Freist, Absolutismus, S.32 wird also im Folgenden von zwei unterschiedlichen Erscheinungsformen des Absolutismus ausgegangen: Der theoretischen Herrschaftsform und der konkreten Herrschaftspraxis. Zurück
  32. Am 10.2.1792 bezeichnet Klemens August Graf von Westphalen zu Fürstenberg Koblenz als „Centrum der Feinde Frankreichs“. Abgedruckt bei Hansen, Quellen, Bd. 2, S. 56. Zurück
  33. Dokumentiert wird diese grundlegende Furcht der Trierer Stände im Jahresprotokoll des obererzstiftischen weltlichen Standes am 3.8.1791, Landeshauptarchiv Koblenz. S.279. Zurück
  34. „Aktive Gegenrevolution“ ist der treffende Überbegriff, unter welchem Jean-Clement Martin die Emigrantenkolonie in Koblenz aufführt. Jean-Clément Martin, Contre- Révolution, Révolution et Nation en France 1789-1799. Paris 1998. S. 113- 120. Zurück
  35. Henke, Coblentz. S. 56. Zurück
  36. Ebd. S.36. Zurück
  37. Vassière , À Coblence, S. 80. „Les princes veulent rétablir la monarchie en son primitif état. Mais ils sont, sur ce point, plus royalists que le roi lui-meme [...]." Zurück
  38. Henke, Coblentz, S. 36 und S. 149. Zurück
  39. Henke, Coblentz, S. 385. Zurück
  40. Gemeint ist damit vor allem eine unabhängige GerichtsbarkeitZurück
  41. Die Aufgaben und Kompetenzen der des Rates werden bei Christian Henke, Coblentz: Realität und symbolische Wirkung eines Emigrantenzentrums. In: Révolutionnaires et Émigrés. Transfer und Migration zwischen Frankreich und Deutschland 1789-1806. Stuttgart 2002. S.163-183. (=Beihefte der Francia, Bd. 56) S. 166-168 erläutert. Zurück
  42. Ebd. S.168. Zurück
  43. Zur Auseinandersetzung mit den besorgten Landständen siehe: Henke, Coblentz, S. 80-105. Zurück
  44. Ebd., S. 174. Zurück
  45. Diese Vermutung teilt auch der französische Gesandte Bordeaux in seinem Schreiben an das französische Außenministerium am 10.6.1792. Zu finden im Archives du Ministère des relations extérieures, Trèves 34. Zurück
  46. Hinrichs, Fürsten und Mächte, S. 71. Zurück
  47. Ebd. Zurück
  48. Herausgearbeitet wurde diese Tatsache von angelsächsischen Historikern, allen voran Nicholas Henshall, der in: The Myth of Absolutism. Change and Continuity in Early Modern European Monarchy. London 1992 herausgestellt hat, dass ein absolutistischer Monarch durchaus auf die Partizipation der Eliten angewiesen war. Ernst Hinrichs drückt es wie folgt aus: „Das Regierungssystem des Sonnenkönigs war trotz aller herrscherlichen Abgehobenheit ein durch Patronage, Klientelbeziehungen und Gläubigermacht „gebremstes“ System […]“ Hinrichs, Fürsten und Mächte, S. 33. Zurück
  49. Im Sinne von uneingeschränkt. Zurück
  50. Henke, Coblentz, S. 121f. Zurück
  51. Ebd. S. 45 und S. 67. Hervorzuheben ist Preußen mit einer Unterstützung von etwa 4,3 Millionen Livre und die russischen Zarin Katharina II. mit etwa 2,3 Millionen Livre. Eine Aufstellung der Kreditgeber findet sich bei Henke, Coblentz, S. 130-133. Zurück
  52.  Zurück
  53. Charles Alexandre de Calonne ehem. „Controlleur de Finances“ des Königs. Zurück
  54. Henke spricht von „einiger generöser Hilfsgeschenke von Personen, die Frankreich mit beträchtlichen Geldsummen verlassen hatten und die den Prinzen sorglos ihr Vermögen gaben, ohne zu bedenken, daß sie sich der Ressourcen für die eigene Zukunft beraubten“ Henke, Coblentz, S. 127. Zurück
  55. Ebd. S. 125. Zurück
  56. Henke, Coblentz, S. 140. Im Umkehrschluss bedeutete dies jedoch einen immensen Preisanstieg in Koblenz, was die Einwohner der Stadt finanziell stark belastete. Zurück
  57. Ebd. S.165. Zurück
  58. Sie erfreuten sich 1791 beispielsweise des rheinischen Karnevals. Ebd. S. 141. Zurück
  59. Eine Beschreibung der Zustände innerhalb dieser Salons findet sich bei Vassière, À Coblence, S. 59f. Zurück
  60. Schönpflug, Französische Revolutionsflüchtlinge, S. 589. Zur Wahrnehmung des Rheinlandes aus der Sicht der Franzosen siehe ferner Jürgen Voss, Oberrheinische Impressionen aus Memoiren und Tagebüchern französischer Emigranten zur Revolutionszeit. In: Deutsch-Französische Beziehungen im Spannungsfeld von Absolutismus, Aufklärung und Revolution. Bonn/ Berlin 1992, S. 330-345. (= Pariser Historische Studien, Bd. 36) Zurück
  61. Henke, Coblentz, S. 164f. Zurück
  62. Ebd. S. 170-174. Zurück
  63. Auf die besonderen Auswirkungen der schlechten Erfahrungen mit den französischen Emigranten verweist Franz Dumont, Die Emigranten in Deutschland. In: Deutschland und die Französische Revolution 1789/1989. Eine Ausstellung des Goethe-Instituts zum Jubiläum des welthistorischen Ereignisses. Stuttgart 1989, S. 89-99. Zurück
  64. Henke, Coblentz, S. 107f. Zurück
  65. Der Begriff geht auf die Studie des Soziologen Norbert Elias zurück. In: Die höfische Gesellschaft. Untersuchungen zur Soziologie des Königtums und der Aristokratie. Darmstadt-Neuwied 1969 vertritt er die Ansicht, dass der Adel im absolutistischen System von der politischen Partizipation ausgeschlossen ist und sich lediglich auf repräsentative Aufgaben beschränkte. Vgl. Freist, Absolutismus, S.46-55. Zurück
  66. Schönpflug, Französische Revolutionsflüchtlinge, S. 588; Henke, Coblentz, S. 107. Zurück
  67. Zur Bedeutung des Zeremoniells sie Freist, Absolutismus, S. 53-56. Zurück
  68. Detailreich schildert Vassière, À Coblence, S. 53-56 das Verhältnis zwischen Prinzen und Emigranten. Zurück
  69. Auf Grund der großen Ämternachfrage wurden zum Teil neue Posten geschaffen oder solche, die im Zuge Reformen 1776 und 1787 in Frankreich abgeschafft wurden, wieder hergestellt. Zurück
  70. Henke, Coblentz, S. 110spricht von regelrechter „Titelsucht“ des Adels. Zurück
  71. Ebd. S.225 Zurück
  72. Davon zeugen zahlreiche Augenzeugenberichte. Siehe exemplarisch Leopold Bleibtreu, Das Rheinland im Zeitalter der Französischen Revolution, Augenzeugenberichte. Ndr. Bonn 1988. S.16. Zurück
  73. Henke, Coblentz: Realität und symbolische Wirkung, S. 170. Zurück