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Der Gegenkaiser Magnentius (350-353) und die Stadt Trier - Erkenntnisse und Überlegungen zur Trierer Heimat- und Münzgeschichte

von Karl-Heinz Zimmer

'Doppelmaiorinen' des Magnentius mit Christogramm

Vorwort

Die nachfolgenden Ausführungen sind die aktualisierte Fassung meines 1972 verfassten Aufsatzes "Der Kaiser Magnentius und die Stadt Trier - Überlegungen zur Trierer Münz und Heimatgeschichte". Heute wie damals soll nicht ein zusammenfassender, fundierter, wissenschaftlicher Bericht vorgelegt werden, sondern Es ist lediglich meine Absicht, mit diesen Ausführungen den Freunden römischer Kaisermünzen bei der Deutung der beeindruckenden spätrömischen ChristogrammPrägungen behilflich zu sein. Der damalige Aufsatz stützte sich hauptsächlich auf: Kent, "The revolt of Trier against Magnentius", London 1959, Bastien, "Le Monnayage de Magnence", Wetteren 1964, Kellner, "Libertas und Christogramm", Karlsruhe 1968 und Laufner, "Geschichte des Trierer Landes", Trier 1964. Die Überarbeitung und eine aktuelle Zusammenfassung der neueren Erkenntnisse war nunmehr geboten, nachdem in den vergangenen drei Jahrzehnten im Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseum und im Rheinischen Landesmuseum Trier nach neuen Grabungsbefunden und in der Trierer Universität nach eingehenden vergleichenden Studien beachtliche Forschungsergebnisse sowohl über das frühchristliche Trier als auch hinsichtlich der Ereignisse während des Machtkampfes des Gegenkaisers Magnentius erzielt wurden. Die Unterüberschrift ist ein Hinweis auf den für eigene Überlegungen genutzten Spielraum.
Abschließend bedanke ich mich bei Frau Dr. Andrea Binsfeld, Trier und den Herrn Professoren Dr. Heinz Heinen, Dr. Winfried Weber, beide Trier und Alois Schneider, Queidersbach für ihre kritischen Anmerkungen. Herrn Dr. Karl-Josef Gilles vom Rheinischen Landesmuseum Trier danke ich für die Überlassung von Fotos. Eine auf die numismatischen Aussagen hin gekürzte Fassung des Aufsatzes wurde unter der Überschrift Magnentius (350-353) und Trier aufgeteilt in I. Aufstieg und frühe Münzprägung und II. Niedergang und Christogrammprägung in der MünzenRevue, Hefte 11/2008 und 1/2009 mit anderer Bebilderung abgedruckt.

1. Einleitung

In jedem Kabinett antiker Münzen, wie auch in jeder größeren Sammlung, gibt es in der römischen Abteilung Stücke, die dem Beschauer, sei er erfahrener Sammler oder interessierter Laie, aufgrund ihrer Eigenart "ins Auge springen".
Hierzu gehören die spätrömischen Bronzemünzen mit dem die Rückseite ausfüllenden Christogramm zwischen Alpha und Omega. Während der Laie glauben mag, diese Münzen seien Prägungen des nach seinem Sieg an der Milvischen Brücke (312) dem Christengott huldigenden Kaisers Konstantin, den wir den "Großen" nennen, so weiß der "Römersammler", dass es sich in der Regel um Gepräge des späteren Gegenkaisers Magnentius (350-353) handelt.
Wenn jedoch mehrere in der Größe eventuell geringfügig voneinander abweichende Stücke ausgestellt sind, so wird der aufmerksame Betrachter bald feststellen, dass die Stücke unterschiedliche Legenden und Münzzeichen haben. Neben dem größeren Stück mit der Rückseitenlegende SALVS DD NN AVG ET CAES, den Münzzeichen der vier gallischen Münzstätten Trier, Ambianum, Lugdunum und Arelate mit dem Porträt des Magnentius oder des Decentius auf der Vorderseite, tritt ein etwas kleineres Stück mit der Rückseitenlegende SALVS AVG NOSTRI und nur mit dem Zeichen der Münzstätte Trier auf, welches auf der Vorderseite den Namen und das Porträt des Kaisers Constantius II. trägt.


Die Frage liegt nahe, warum wohl diese Münze für Constantius II., die offensichtlich in engem Zusammenhang mit der besagten Prägung des Magnentius steht, nur in Trier und nicht noch in einigen anderen der rund ein Dutzend Münzstätten des seit 353 von Constantius II. allein regierten Imperiums geprägt wurde. Der Sammler, dem die außerordentliche Bedeutung der römischen Kaisermünzen als Propagandamittel bekannt ist, wird nach einem besonderen den Kaiser Constantius II. betreffenden Ereignis suchen. Dieses Ereignis war, wie neuere Funde und Forschungen eindeutig ergeben haben, der geschichtlich bezeugte Aufstand der Stadt Trier gegen diesen Magnentius.
Vor eingehenden Ausführungen zur Person des Magnentius, seinem Werdegang sowie seinen Beziehungen zu der Stadt Trier folgt hier zunächst ein Überblick über die Abfolge der Ereignisse im römischen Imperium, in welchem das Mittelmeer das mare nostrumein Binnenmeer war, nach dem Tode Konstantins (22. Mai 337) verbunden mit einer knappen Darstellung des Zustandes der Stadt Trier.

2. Die Zeit vor Magnentius

Die Konstantinsöhne

Am 9. September 337 wurden die drei Söhne Konstantins, Constantin II. (Flavius Claudius Constantinus, 316 oder 317 in Arles geboren), Constantius II. (Flavius Iulius Constantius, 317 in Sirmium geboren) und Constans (Flavius Iulius Constans, 320 oder erst 323 geboren), zu Augusti ausgerufen. Vorher waren wahrscheinlich auf ihre Weisung viele ihrer Verwandten im Kaiserhaus in einem schrecklichen Blutbad beseitigt worden. Sie teilten das Imperium. Constantin II., der älteste, regierte von Trier aus das Westreich ("alle Gebiete westlich der Alpen"), Constantius II. wurde der Augustus des Ostreiches und der jugendliche Constans erhielt unter der Oberhoheit seines Bruders Constantin die Herrschaft über das Mittelreich. Die in ihren Charakteren sehr unterschiedlichen kaiserlichen Brüder gerieten bald wegen der Reichsteilung in Streit. Constans soll sich gegen die Vormundschaft seines Bruders aufgelehnt haben; jedenfalls fiel Contantin II. bereits Anfang 340 mit einem Heer in Italien ein und wurde im April 340 in Aquileia im Kampf erschlagen. Er wurde zum Staatsfeind erklärt und sein Andenken geächtet.


Der Sieger Constans wurde somit zum Herrscher über fast zwei Drittel des väterlichen Imperiums. Während Constantius im Osten trotz jahrelanger Kämpfe es nicht vermochte, der Perser Herr zu werden, und sein Reich mit Strenge und hohen Lasten für seine Untertanen regierte, gelang es dem jungen, temperamentvollen Constans, die gegen die Grenzen seines Reiches an der Donau, in Gallien und in Britannien anrennenden barbarischen Völker durch Demonstration seiner militärischen Macht wie auch mit diplomatischem Geschick in Schach zu halten und so seinen Ländern eine Dekade friedlicher Entwicklung und Blüte wirtschaftlichen und kulturellen Lebens zu sichern. Über diese Friedenszeit schrieb vor 100 Jahren der Bordeleser Historiker Camille Jullian in der schwärmerischen Sprache seiner Zeit: "Dank einem seltenen Glücksfall hörte die Natur nicht auf, die Menschen zu bereichern und heiter zu stimmen; diese Jahre des militärischen Friedens brachten wunderbare Ernten hervor, der Wechsel der Jahreszeiten stand im Zeichen wahrhaft göttlicher Huld des Himmels, und den nachfolgenden Generationen blieb die stille Schönheit der Regierungszeit des Constans unvergesslich".[Anm. 1]

Trier-Treveris Kaiserresidenz

Diese Blütezeit kam auch in erheblichem Maße der ursprünglich AugustaTreverorum, nunmehr kurz Treveris genannten gallischen Metropole zugute, die sich damals bereits seit mehr als 50 Jahren der besonderen Gunsterweise der römischen Herrscher erfreute. Von 286 bis 293 war Trier bereits die Hauptresidenz des von Diocletian zunächst zum Caesar und anschließend zum Mitkaiser (Augustus) ernannten Maximian. Nach der Errichtung der Tetrarchie im Jahre 293 zog Constantius I. als Caesar des Westens mit einer prunkvollen kaiserlichen Hofhaltung auf Dauer ein. Er begann, die Stadt mit prachtvollen Bauten auszustatten und vorhandene Bauwerke zu erneuern und zu verschönern. Hier sind zu nennen das um die 25.000 Zuschauer fassende Amphitheater, die ausgedehnten Thermen und der "Circus maximus". Sein Sohn Konstantin setzte dieses Werk fort mit dem Bau einer großartigen und ausgedehnten Palastanlage, wovon bis heute die wesentlichen Teile, die imposante Palastaula und die Kaiserthermen, erhalten geblieben sind. Auch der raschen wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt wurde durch den Bau großer Speicheranlagen, der Horrea, am Moselhafen Rechnung getragen [Anm. 2]. Vom weitgehenden Abschluss dieses immensen Bauprogrammes und der prachtvollen Ausstattung der Kaiserstadt berichtet bereits Ende des Jahres 310 zum Geburtstag der Stadt Trier der Festredner Eumenius, der in seiner Lobrede zum Kaiser gewandt vorträgt: "So wie ich diese hochbeglückte Stadt, deren Geburtstag durch deine Pietät gefeiert wird, so mit allen Mauern wiedererstehen sehe, daß sie sich gewissermaßen freut, einst in Trümmer gesunken zu sein, vergrößerter gestaltet durch deine Wohltaten. Ich sehe den riesigen Circus, (circum maximum) der, so glaube ich, dem römischen nacheifert (ebenbürtig ist), ich sehe Basiliken und ein Forum, Bauten königlicher Pracht, und den Sitz (Thron) der Gerechtigkeit zu solcher Höhe sich erheben, daß sie der Sterne und des Himmelsgewölbes würdig werden und ihnen nahe zu kommen versprechen. Und all das ist ein Geschenk deiner Gegenwart; denn an allen Orten, die deine Gottheit am häufigsten verherrlicht, mehren sich die Menschen, die Bauten und deine Gaben..."[Anm. 3]


Hinter dieser für uns befremdlichen Lobrede steht der direkte Einfluss des Kaisers. Der Lobredner ist hier nur Sprachrohr für Konstantin, der bekanntlich ein Meister der Selbstdarstellung war, was allerdings den Wert der Informationen nicht mindert. Selbstverständlich standen auch die Gewerbe in hoher Blüte, deren Erzeugnisse der Befriedigung der besonderen Ansprüche des kaiserlichen Hofes, der hohen Beamtenschaft und des Großbürgertums dienten, wie die Baukunst, die Textilmanufaktur, die Goldschmiedekunst, die Bildhauerei, die Glaskunst usw..
Die Ende 293 oder Anfang 294 eingerichtete Münzprägestätte wurde bald bedeutender als die beiden anderen großen Münzen im Westreich, Lyon und London. Sie prägte in zwei Offizinen in Gold, Silber und Bronze. Von der reichen Goldprägung sind aus dem "Münzschatz von Arras" glücklicherweise außergewöhnliche Belegstücke erhalten geblieben [Anm. 4]. Heraus ragen die nachfolgend abgebildeten Multipla, der neunfache Solidus für Konstantin und insbesondere aber der zehnfache Aureus für Constantius I., der die Wiedereroberung Englands verkündet.


Die Umschriften des zehnfachen Aureus lauten:
VS: FL(AVIVS) VAL(ERIVS) CONSTA - NTIVS NOBIL(ISSIMVS) C(AESAR)
(Flavius Valerius Constantius der hochedle Caesar)
RS: REDDITOR LVCIS AETERNAE LON(DINIVM)
(der Wiederbringer des ewigen Lichtes, London)

Als Beispiel dafür, welch hohe Bedeutung Numismatiker heute der Trierer Münzstätte beimessen, wird nachfolgend Wilhelm Müseler zitiert:
"Eine der auf lange Sicht folgenreichsten Veränderungen in dieser Zeit war zweifellos die im Zuge der Gebietsreform des Diocletianus und der damit verbundenen wirtschaftlichen Konsolidierung des Reiches in Gang gesetzte Währungsumstellung. In fünf aufeinander folgenden Schritten, die zwischen 294 und 355 vollzogen wurden, schafften die Kaiser das herkömmliche römische Währungsgefüge, das fünfhundert Jahre ohne wirkliche tief greifende Veränderungen überstanden hatte, ab und ersetzten es durch ein völlig neues System, das schließlich sogar den Untergang des Römischen Reiches überdauern und zur Grundlage des byzantinischen Geldwesens sowie verschiedener westeuropäischer Währungen des frühen Mittelalters werden sollte. In Trier, das seit dem Einzug des Constantius Chlorus in Jahre 293 über ein außerordentlich aktives eigenes Münzamt verfügte, sind die meisten dieser reformerischen Schritte konzipiert und zum ersten Mal umgesetzt worden. Insofern dokumentiert die Produktion der römischen Prägestätte zu Trier von ihrer Eröffnung im späten 3. bis zu ihrer Schließung im frühen 5. Jahrhundert eines der wichtigsten Kapitel der europäischen Geldgeschichte." [Anm. 5]

Die Ehren einer ständigen Kaiserresidenz waren der Stadt Trier nach der Reichsteilung im Jahre 337 jedoch nicht lange vergönnt, denn nach dem Tode des unglücklichen Constantin fiel sie im April 340 mit Gallien an den hauptsächlich in Mailand residierenden Constans. Dieser sandte, um die Verwaltung Galliens in den Griff zu bekommen, den erfahrenen und beredten Offizier seines Vertrauens Fabius Titianus als praefectus praetorio Galliarum nach Trier, von wo aus dieser mit einem Stab von 2.000 Beamten Gallien, Britannien, Spanien und ein großes Gebiet in Nordafrika, das heutige Marokko, verwaltete. Constans selbst hielt sich im Sommer 343 und im Sommer 345 nur besuchsweise in Trier auf.
Über die Einwohnerzahl und die Bevölkerungsstruktur liegen keine schriftlichen antiken Zeugnisse vor. Vergleichende Überlegungen, bei denen die Fassungsvermögen des Circus und des Amphitheaters, aber auch besser bekannte Einwohnerzahlen anderer römischer Großstädte herangezogen wurden, führten zu dem Ergebnis, dass es mehr als 50.000 Einwohner gewesen sein müssen. Bezüglich der ländischen Gliederung der Bürgerschaft ist zunächst anzumerken, dass gegenüber der Blütezeit vor der Zäsur 275/276, als das kaufmännische Großbürgertum den Ton angab, ein weitgehender Wandel stattgefunden hatte. Obenan stand nunmehr die zahlreiche staatliche und städtische Beamtenschaft, da Trier durch die administrative Neustrukturierung des Kaiserreichs zur wichtigsten Verwaltungsmetropole nördlich der Alpen aufgestiegen war. Über der wichtigen Funktion Triers als Hauptort der Civitas Treverorum stand die Verwaltung der Provinz Belgica Prima, darüber die Verwaltung der Gallischen Diözese, der zwölf Provinzen angehörten, und zudem war Trier auch noch, wie bereits erwähnt, der Sitz des praefectus praetorio Galliarum. Diese nach Tausenden zu zählende Beamtenschaft war bereits wie ihre heutige Nachkommenschaftin eine höchste, d. h. politische, eine höhere und in eine untere Klasse gegliedert. Weiterhin waren die Soldaten aller Dienstgrade der nach wie vor beachtlichen Garnison ein rangmäßig bedeutendes Bevölkerungselement. Den überwiegenden Anteil an der Stadtbevölkerung aber bildeten wahrscheinlich einige Großkaufleute, die weniger bemittelten Händler, die selbständigen Unternehmer bzw. Handwerker und die Lohnabhängigen, die in den z. T. auch staatlichen Manufakturen arbeiteten, sowie die Sklaven.
Hinsichtlich der Religionszugehörigkeit kam die Forschung anhand der Vielzahl der Tempel und der Aussage der Grabmonumente zu dem Ergebnis, dass die meisten Bürger noch bis Anfang des 4. Jahrhunderts der Verehrung der traditionellen Götter und dem Kaiserkult angehangen haben. Allerdings war bereits um die Mitte des 3. Jahrhunderts in dem ausgedehnten gallorömischen Tempelbezirk im Altbachtal auch ein Mithrasheiligtum errichtet worden, in welchem bis zum Ende des 4. Jahrhunderts kultische Rituale durchgeführt wurden. Für das Ende des 2., spätestens für den Anfang des 3. Jahrhunderts wird auch für Trier das Entstehen einer Christengemeinde angenommen. Diese Gemeinde wird auch unter Verfolgungen in den Regierungszeiten der Kaiser Decius (249/51) und Valerian (253/60) gelitten haben, sie konnte sich aber in den folgenden Jahrzehnten sicherlich stattlich entfalten. Eine gewisse Behinderung muss wie allerorts für die Zeit der ersten Tetrarchie (293/305) angenommen werden. Bekanntlich hatte Diocletian in seinem Bemühen, das Reich politisch und wirtschaftlich zu reformieren, bereits 297 eine strenge Verfolgung Andersgläubiger angeordnet, welche zunächst gegen die Manichäer, wenig später aber hauptsächlich gegen die reichsweit in allen Bevölkerungsschichten vertretenen Christen gerichtet war. Diese Verfolgung erreichte ihren Höhepunkt in den Jahren 303/304 und endete letztlich erst mit dem Toleranzedikt des Galerius in Jahre 311. Allerdings berichten Zeitzeugen ausdrücklich, dass der besonnene Caesar Constantius wahrscheinlich unter dem Einfluss seiner Gattin Theodora und seiner Schiegermutter Eutropia, die beide Christinnen waren, die Christen feindlichen Edikte Diocletians weitgehend unterlaufen hat und es in seinem Reichsviertel beim Versammlungsverbot und äußerstenfalls beim Einreißen von Versammlungshäusern beließ. Es kann angenommen werden, dass damals auch in Trier Kirchen zerstört worden sind. Für diese frühe Zeit werden in der Trierer Bischofsliste die Namen der legendären Bischöfe Eucharius, Valerius und Maternus genannt.
Einen massiven Aufschwung muss die Trierer Christengemeinde ab der Machtergreifung Konstantins (306) erfahren haben. Unter dem Einfluss des christlichen Geistes in der väterlichen Familie, insbesondere aber nach seinem Sieg an der Milvischen Brücke (312) über Maxentius, wandte sich Konstantin nach und nach auch dem Christengott zu und gab den Christen nicht nur konfisziertes Eigentum zurück, sondern ordnete vielerorts den Wiederaufbau zerstörter Kirchen auf Staatskosten an. Dies ist auch für seine frühe Residenz Trier so gut wie sicher. Die Auswertung der Befunde jahrzehntelanger Bauforschung im gesamten Dombering, besonders aber derjenigen der jüngeren Grabungen ergab, dass im zweiten Jahrzehnt des 4. Jahrhunderts im südwestlichen Bereich des Domfreihofes ein älterer Apsidenraum zu einer dreischiffigen Basilika umgebaut wurde und dass in der Folgezeit östlich und nördlich davon mit Unterbrechungen noch drei basilikale Bauten errichtet wurden, die in den dreißiger und vierziger Jahren jenes Jahrhunderts miteinander verbunden wurden. Bauherr dieser monumentalen Anlage kann schon wegen des hohen Kostenaufwandes nur der Staat oder besser der Kaiser gewesen sein. Die Ausmaße dieser Großbauten sind eindeutige Hinweise dafür, dass bereits in den ersten Jahrzehnten des 4. Jahrhunderts sehr viele Einwohner Triers Christen waren.

Die ersten Trierer Bischöfe und der Glaubensstreit

Für diese Zeit sind auch die Trierer Bischöfe, deren religiöse Einstellungen und ihr Wirken geschichtlich bezeugt. Als erster ist der in der Bischofsliste als vierter genannte Agricius zu nennen, der als Bischof der Trierer Gemeinde die Beschlüsse des 314 von Konstantin nach Arles einberufenen Konzils mit unterzeichnet hat. In den folgenden Jahrzehnten spielten die unmittelbaren Nachfolger des Agricius, zunächst Maximinus und dann Paulinus, auf den noch näher eingegangen werden wird, eine maßgebliche Rolle in den theologischen Richtungskämpfen, die über ein Jahrhundert lang reichsweit um die Person und Gottheit Jesu Christi ausgetragen wurden. Auslöser waren der alexandrinische Priester Arius und seine Anhänger, die bereits vor 320 - also noch unter der Herrschaft des Licinius im Osten - Jesus als Gottessohn die Wesenseinheit mit Gottvater absprachen und daher die dreifaltige Erscheinung Gottes mit Vater, Sohn und Heiligem Geist als Rückfall in die Vielgötterei verstanden. Sie verlangten ein eindeutiges Bekenntnis zu einem streng monotheistischen Gottesbild mit einem übergeordneten Vater, dem der Sohn zwar ähnlich, aber nicht gleich ist. Ihre Widersacher, zu deren Anführern die Trierer Bischöfe zählten, betonten mit Hilfe der heiligen Schriften immer wieder die Gleichrangigkeit von Vater, Sohn und Heiligem Geist in der Dreifaltigkeit. Um diesen Streit endgültig bei zulegen, hatte Konstantin 325 ein Konzil nach Nicäa in Kleinasien einberufen und mit Nachdruck durchgesetzt, dass die Konzilsväter sich mehrheitlich für die Gottheit Jesu aussprachen. Arius gab aber nicht auf, er erreichte bereits nach drei Jahren erneut eine günstige Aufnahme am kaiserlichen Hof in Konstantinopel und konnte sogar Kaiser Konstantin selbst dazu bewegen, seinen schärfsten Widersacher, Athanasius, den Bischof seiner Heimatstadt Alexandria, im November 335 zu verbannen. Verbannungsort war die gallische Metropole Trier, die Residenz des kaiserlichen Prinzen Constantin. Dieser schätzte den Verbannten sehr und ließ ihm alle Freiheiten, die Athanasius dazu nutzte, den Trierer Klerus, vor allem aber Bischof Maximinus, auf Dauer auf die Beschlüsse des Konzils von Nicäa einzuschwören. Später berichtet Athanasius, er habe damals in Trier erlebt, dass wegen der großen Menge der Gläubigen in einer noch im Bau befindlichen Kirche bereits Festtagsgottesdienste abgehalten worden sind.
Athanasius konnte erst in Juni 337 also nach dem Tode Konstantins auf seinen Bischofsstuhl nach Alexandria zurückkehren. Der Theologenstreit ging aber weiter und beeinflusste tief greifend die Politik in den Reichsteilen. Während im Westen die Orthodoxen unter maßgeblicher Führung der Bischöfe Hosius (Ossius) von Cordoba und Maximinus von Trier und dessen Nachfolger Paulinus sowohl Constantin als auch Constans für ihre Auffassung einnehmen konnten, favorisierte Constantius im Osten die Arianer. Diese gegensätzliche Einstellung der Kaiser zu dem ursprünglich reinen Glaubensproblem lag in ihren Charakteren begründet. Constans, dem ein ernsthaftes christliches Glaubensverständnis unterstellt werden muss, hatte sich als einziger 337 taufen lassen und ließ sich von den bereits genannten maßgeblichen orthodoxen Bischöfen, Hosius von Cordoba, Maximinus und Paulinus von Trier, in seinem Verhalten zur Kirche leiten. Dies ging so weit, dass er heidnische Tempel schließen und in Nordafrika die Donatisten, die eigentlich strengund rechtgläubige Christen waren, unerbittlich verfolgen ließ. Constantius dagegen, in dessen Reichsteil die dort zahlreicheren Christen und deren Bischöfe weit überwiegend arianisch waren, setzte wie in weltlichen so auch in religiösen Angelegenheiten seinen absoluten Machtanspruch durch. Dieser Gegensatz könnte auch heute noch nicht treffender dargestellt werden, als es Bischof Hosius 353 nach der Verbannung des Paulinus in einem Brief an Constantius mit folgenden schweren Vorwürfen tat: "Wann hat sich Dein Bruder (gemeint ist Constans) je in Entscheidungen der Kirche eingemischt? Wann hat er Bischöfe verbannt? Erinnere Dich, dass du sterblich bist. Fürchte das Urteil Gottes. Erteile uns keine Befehle, sondern lass Dich von uns unterrichten. Gott hat Dir das Reich und uns die kirchlichen Angelegenheiten gegeben. Und wie derjenige, der Dich des Reiches berauben will, gegen Gottes Befehl handelt, so sollst Du Dich fürchten, ein schweres Verbrechen auf Dich zu nehmen, wenn Du die Geschäfte der Kirche an Dich reißt."
Athanasius musste 339 nochmals in den Westen fliehen und hielt sich 340 am Hof des Constans in Mailand auf. 343 und 345 war Athanasius wiederum zeitweilig in Trier Gast des Maximinus. Athanasius ist damals in Trier auch mit Kaiser Constans zusammengetroffen, dessen Aufenthalte im Juni 343 und im Mai 345 in Trier nachgewiesen sind. Erst 346 konnte er, und das auch nur nach einer brieflichen Intervention des Constans bei dessen kaiserlichem Bruder Constantius, seine erneute Heimkehr nach Alexandria durchsetzen.
Auf diesen unseligen Glaubensstreit musste hier näher eingegangen werden, weil auch die eingangs erwähnten, großartigen ChristogrammPrägungen des Gegenkaisers Magnentius von 353 und die einzigartigen Trierer ChristogrammPrägungen für Constantius, die alle unten noch eingehend dargestellt werden sollen, direkte Ausflüsse dieses Streits waren.

Die Münzreform unter Constans und Constantius

Die Erhaltung der politischen und wirtschaftlichen Stabilität, insbesondere im Westreich unter Constans, wird der maßgebliche Grund für eine weitere Reform des Münzwesens im Gesamtreich gewesen sein. Der ursprünglich 10 g schwere und silberüberzogene, nunmehr aber zu einer Kleinbronze von 15 mm Durchmesser und einem Gewicht von 1,65 g verkümmerte Follis wurde abgelöst. Seine Ausprägung war ins Unübersichtliche ausgewuchert; so gab es in der Dekade seit dem Regierungsantritt der Konstantins - Söhne allein in Trier 113 Emissionen mit acht verschiedenen Rückseitenumschriften und neun verschiedenen Rückseitenbildern.
An seiner Stelle wurden drei neue Münztypen, die Maiorina mit ihren Teilstücken zu 2/3 und 1/3 eingeführt. Das genaue Datum des Beginns der Prägung dieser Kupfernominale, welche anfänglich mit einem dürftigen Silbersud überzogen waren, und von denen das Ganzstück 20 bis 24 Millimeter Durchmesser und ein mittleres Gewicht von 5,2 g (= 1/60 des römischen Pfundes) hatte, ist ungewiß. Es soll zwischen 346 und 348 liegen. Diese neuen Münzen sollten, da ihre Rückseiten nur eine Legende aufweisen, offensichtlich den durch die Tapferkeit und die großen militärischen Erfolge der beiden Kaiser garantierten immer währenden Bestand des Reiches dokumentieren. Lautet doch diese Legende:
FEL(ICIVM) TEMP(ORVM) REPARATIO; also "die Wiederherstellung glücklicher Zeiten" oder frei übersetzt: "die Wiederkehr des Goldenen Zeitalters".
Das Ganzstück, die Maiorina, und ihr Teilstück zu 2/3 weisen auf der Rückseite vier verschiedene Bildmotive auf, die von Konrad Kraft nach eingehenden Studien so gedeutet werden:
1. "Hütte"
Ein gepanzerter Krieger mit Helm und Lanze führt einen Mann aus einer Hütte, die von einem Baum überschattet wird.
2. "Schiff"
Der römische Kaiser mit Diadem und Panzer, das Labarum, das ist das Vexillum mit dem aus Chi und Rho gebildeten Christogramm, haltend, in der Rechten teils einen Phönix, teils eine Victoria, steht auf einem Schiff, welches von Viktoria gesteuert wird.
Diese im ganzen Reich jedoch überwiegend mit dem Bild des Constans geprägten Münzen sollen dessen Leistungen als Staatslenker und Feldherr verkünden. Als Beweis führt der "Hütten"-Typ die groß angelegte Ansiedlung von Franken in der Toxandria, einer Landschaft südlich der unteren Maas, im Jahre 342 an, und der "Schiffs"-Typ berichtet von der Überfahrt des Kaisers nach Britannien zum Kampf gegen die Picten und die Scoten in den Jahren 342/343.


3. "Gefangene"
Der römische Kaiser mit Diadem und Panzer, das Labarum haltend, neben ihm teils stehend, teils kniend zwei Gefangene.
4. "Reitersturz"
Ein gepanzerter Krieger mit Helm, Lanze und Schild sticht auf einen gestürzten Reiter ein. Der Reiter umklammert teils vornüber gestürzt den Pferdehals, teils hält er abwehrend die Hand nach oben, bisweilen sitzt der Reiter neben dem Pferd am Boden.
Überwiegend mit dem Bild des Constantius und hauptsächlich in den östlichen Münzstätten geprägt, sollen diese beiden Darstellungen die Taten des Ostkaisers verherrlichen. Während das erste Bild die Verpflanzung der Bevölkerung von Adiabene nach Thrakien im Krieg mit den Sassaniden im Jahre 343 propagieren soll, stellt der Reitersturz die Gefangennahme und den Tod des sassanidischen Thronfolgers in der Schlacht von Singara im Krieg von 344/45 ostentativ heraus.[Anm. 6]
Das kleinere Teilstück zu 1/3 hat als Bildmotiv der Rückseite den Phönix, der auf einem Globus oder auf einem Felskegel steht. Der Phönix als Symbol der Wiedergeburt war das Leitmotiv der Reform. Dieses Teilstück wird heute auch als Centenionalis bezeichnet.

3. Magnentius

Magnentius, Aufstieg und frühe Münzprägung

Diese Epoche "glücklicher Zeiten" wurde zu Beginn des Jahres 350 jäh beendet, als Constans am 18. Januar von seinem ranghöchsten Offizier, dem comes rei militaris Flavius Magnus Magnentius mit einem wahrscheinlich von langer Hand geplanten Coup gestürzt wurde. Wer war dieser Magnentius?
Von seiner Geburt her war er ein Barbar im römischen Sinne dieses Wortes, denn er war der Sohn einer fränkischen Mutter, und sein Vater war ein britannischer Kriegsgefangener. Bezüglich seines Charakters berichten die voreingenommenen zeitgenössischen Geschichtsschreiber weitgehend übereinstimmend fast nur von schlechten Eigenschaften; so heißt es, er sei ehrgeizig, übermütig, grausam, zaghaft und feige sowie ein Meister der Verstellungskunst gewesen. Hier ist eine gewisse Voreingenommenheit nicht zu übersehen, denn es werden Eigenschaften angeführt, die sich widersprechen und gegenseitig ausschließen. Auch die kurze Charakterisierung William Sestons in der PROPYLÄEN WELTGESCHICHTE, der Magnentius einen "kraftstrotzenden Schönredner" nennt, ist sicherlich eine zu grobe Vereinfachung. Hinsichtlich seines Aussehens sind wir in der glücklichen Lage, über einige vorzügliche Zeugnisse spätrömischer Porträtkunst zu verfügen. Besonders verwiesen wird hier auf das Goldmedaillon zu drei Solidi aus Aquileia, abgebildet u. a. in "Die römische Münze" von Kent/Overbeck/Stylow und in "Römische Kaiserporträts im Münzbild" von Franke. Das füllige Gesicht mit schmalem Mund und energischem Kinn verrät, soweit man überhaupt von den äußeren Merkmalen der Gesichtsform und des Ausdruckes auf den Charakter schließen kann, eher den zielstrebigen, geschickten Taktiker. Bastien sagt von Magnentius, daß er sich als glänzender Organisator, mutiger Krieger und guter Diplomat erwiesen habe. Diese Charakterisierung ist sicherlich zutreffender. Denn wie hätte er als feiger, zaghafter und verschlagener "Schaumschläger" niederer barbarischer Herkunft im konstantinischen Heer Karriere machen können? Schließlich war er nach jahrelangem Dienst und nach vielen Beförderungen zum Kommandeur der Joviani und der Herculiani, also der zwei angesehensten palatinischen Elitelegionen, "avanciert".
Die Akklamation des Magnentius hat sich nach zeitgenössischen Berichten in Autun im heutigen Burgund unter zwielichtigen Umständen anlässlich eines Banketts im Hause des "Finanzministers", des comes rerum privatarum Marcellinus, abgespielt, und zwar zu einem Zeitpunkt, als Constans dort in der Umgebung zur Jagd ging. Möglicherweise war dieser Marcellinus der maßgebliche Hintermann der Verschwörung. Jedenfalls haben die in dieser bedeutenden Stadt Augustodunum und deren Umgebung stationierten Heereseinheiten wie auch die dortige Bevölkerung sogleich den neuen Herrscher anerkannt.
Kaiser Constans blieb nur die Flucht nach Süden. Er wurde jedoch in Helena am Fuße der Pyrenäen (heute Elne, 20 km südlich Perpignan) von einer Kavallerietruppe eingeholt und angeblich in einer Kirche von dem Germanen Gaiso, der magister equitum des Magnentius und der Anführer dieser Truppe war, ermordet. Constans wird an dieser für ihn tödlichen Entwicklung eine Mitschuld zugeschrieben. Er soll zu sehr auf den eigenen Ruhm bedacht und zudem homosexuell gewesen sein und seinen Soldaten eine harte Disziplin aufgezwungen haben, ohne sich durch angemessene Besoldung ihrer Loyalität zu versichern. Hier ist darauf hinzuweisen, dass auf den oben besprochenen "neuen" Maiorinen eine ausdrückliche Würdigung des Heeres fehlt; obwohl die Söhne Konstantins dessen Prägung zum "Ruhm des Heeres" mit der Rückseitenumschrift GLORIA EXERCITVS zunächst fortgesetzt hatten.

Für den neuen Kaiser kam es darauf an, schnellstmöglich die Anerkennung der staatstragenden Gesellschaftsschichten des Westreiches, also der Soldaten, der adeligen Großgrundbesitzer und der hohen Beamtenschaft, zu gewinnen. Während die Ergebenheit der ersten Gruppe durch eine großzügige Besoldung zu erkaufen war, mussten die beiden anderen Gruppen durch ein ausgewogenes und ihnen Vorteile versprechendes Regierungsprogramm überzeugt werden. Magnentius begab sich daher unverzüglich nach Trier, um, wie Bastien ausführt, den Reichsschatz in seine Hände zu bringen und um seiner Autorität gegenüber der der konstantinischen Dynastie besonders verbundenen gallischen Metropole den notwendigen Nachdruck zu verleihen. Die Stadt wie auch der hier residierende, zehn Jahre vorher von Constans als sein Vertrauensmann eingesetzte praefectus praetorio Galliarum, Fabius Titianus, der auch einer der Hintermänner der Verschwörung gewesen sein soll, schlossen sich dem neuen Kaiser ohne Zögern an, was die widerspruchslose Hinnahme des neuen Regimes in den gallischen, spanischen, britannischen und afrikanischen Provinzen in dem kurzen Zeitraum von nur drei Monaten zur Folge hatte. Bereits am 27.Februar 350 tritt eben dieser Fabius Titianus in Rom das wichtige Amt des Stadtpräfekten an.
Selbstverständlich wurde sofort die "numismatische Propagandamaschine" zur Vorstellung des neuen Herrschers und zur Verkündigung seiner "Regierungserklärung" in Gang gesetzt. Zuerst prägte die Trierer Münzstätte Gold-, Silber- und Bronzemünzen, zunächst nur gefolgt von Lyon und Arles, die jedoch in dieser ersten Phase nur in Bronze prägten. Später nahmen auch Aquileia und Rom und als vollkommen neue Prägestätte Amiens wahrscheinlich die Geburtsstadt des Magnentius die Prägung auf. Nach Rom blieb Trier aber mit zwei Offizinen die bedeutendste Münzstätte des Magnentius.
Die Art und die Vielfalt dieser frühen Münzprägung des Magnentius läßt auf die Beratung und Mitwirkung politisch erfahrener Persönlichkeiten schließen; es spiegelt sich aber auch sein politisches Dilemma wider. Einerseits war er sich seiner beachtlichen kaiserlichen Macht voll bewußt und propagierte dies auch auf vielfältige Weise, andererseits bemühte er sich zunächst beharrlich und mit vielerlei Mitteln um die endgültige Anerkennung als Augustus durch Constantius, um den Schandfleck der Usurpation und des Kaisermordes los zu werden. Dem Volk wird die Anerkennung sogar mit der Münzprägung und auch mit anderen "Medien" vorgetäuscht.
Zu diesem Bemühen dürften den Magnentius und seine Hintermänner folgende Erfahrungen bewogen haben:
Erst 10 Jahre zuvor war Constans selbst durch einen siegreichen Kampf, der im weitesten Sinne auch mit Kaiser, ja sogar Brudermord geendet hatte, zum legalen Herrscher des gesamten Westreiches geworden. Wahrscheinlich hatte Magnentius in diesem Bruderkrieg in hohem militärischem Rang mitgekämpft. 30 Jahre davor war es Konstantin, der durch einen Bruch der tetrarchischen Reichsverfassung an die Macht gekommen war, durch nachhaltiges, geschicktes Taktieren gelungen, den damaligen "Oberkaiser" Galerius zu seiner Anerkennung und damit staatspolitischen Legitimation zu bewegen. Rücksichtslos hatte er daraufhin in einem fast fünfzehnjährigen Machtkampf seine kaiserlichen Mitregenten ganz gleich, ob sie legitim oder illegitim waren vernichtet und die Tetrarchie wieder zur Monarchie umgeformt.

Die je nach dem Metall unterschiedlichen Rückseitenbildnisse und legenden der Prägung des Magnentius sprechen die unterschiedlichen Klassen des Volkes, für die diese Münzen jeweils bestimmt waren, mit gezielter aggressiver Werbung an.
Da sind zunächst die Goldmünzen, die mehrfachen und einfachen Solidi, die von ihrem Geldwert her hauptsächlich bei den Besitzenden und Gebildeten umliefen:
VS: IM(PERATOR) CAE(SAR) MAGN-ENTIVS AVG(VSTVS);
diese einfach gehaltene Titulatur: "Imperator Caesar Magnentius Augustus", im RIC VIII mit "a strangly archaic titulature" (eine befremdliche altertümliche Titulatur) bezeichnet, weist einfach nur auf die Akklamation als Imperator hin.

In dem Vorderseitenbildnis: "Barhäuptige Büste nach rechts bekleidet mit Kürass und Paludamentum" wird die bereits seit der Zeit der Adoptivkaiser übliche Darstellung für den designierten Nachfolger, den Caesar, aufgegriffen. Konstantin hatte für seine Söhne mit diesem Bildnis prägen lassen; allerdings waren deren Büsten mit Lorbeerkranz oder Diadem gekrönt. Magnentius stellt sich bewusst als barhäuptiger Kaiser ohne die "manierierte konstantinische Frisur", also als "Mann aus dem Volk für das Volk" vor.
RS: VICTORIA- AVG(VSTI)- LIB(ERTAS)- ROMANOR(VM), "der Sieg des Kaisers, die Freiheit der Römer", Victoria und Libertas, zwischen ihnen Trophäe, (IC VIII, 247 )


Diese Rückseitenlegende enthält zwei gehaltvolle programmatische Aussagen, die von Kellner so gedeutet werden: VICTORIA AVGVSTI steht für die dauernd wirkende Fähigkeit und Kraft des Kaisers, immer wieder zu siegen; LIBERTAS ROMANORVM steht für die Befreiung von dem schlechten, "tyrannischen" Regenten Constans und die Wiederherstellung der traditionellen römischen bürgerlichen Freiheiten.
Silberemissionen waren das Multiplum, SECVRITAS-REI PVBLICAE, "die Sicherheit des Staates", (RIC VIII, 255), die Siliqua, VIRTVS-EXERCIT(VS), "die Tapferkeit des Heeres", (RIC VIII, 256) und die leichte Miliarense, VIRTVS AVG(VSTI) NOSTRI, "die Tapferkeit unseres Kaisers", (RIC VIII, 257). Dem Mittelstand wurde damit die Sicherheit und Dauerhaftigkeit des Staates versichert, und das Heer wurde für seine Tapferkeit unter der Führung des tapferen Kaisers, der selbst als Soldat groß geworden war, gerühmt.
In Trier wurden in dieser frühen Zeit, von 18./19. Januar bis Ende Februar des Jahres 350 in Billon zunächst noch Maiorinen geprägt, die als Rückseitenmotiv den oben beschriebenen Schiffstyp mit der bekannten Rückseitenlegende FEL TEMP REPARATIO (RIC VIII, 260) tragen.
Von der ersten Emission dieser Trierer Bronzeprägung im Januar und Februar des Jahres 350 ist zusätzlich zu den vielen erhaltenen Münzen im Rheinischen Landesmuseum Trier ein einzigartiges Beweisstück zu sehen, ein eiserner Prägestempel, der 1963 in der Mosel unter der Römerbrücke gefunden worden ist. Es ist ein Oberstempel (Obereisen), dessen Prägefläche in einem Perlkreis das Negativbild der barhäuptigen, geharnischten und drapierten Büste des Magnentius zeigt. Die Umschrift lautet: IM(PERATOR) CAE(SAR) MAGNENTIVS AVG(VSTVS), also wiederum die in dieser ersten Phase wie auch bei Gold und Silber benutzte "befremdliche altertümliche" Titulatur. [Anm. 7]
In Lyon wurde ein neuer Rückseitentyp eingeführt, und zwar "stehender Magnentius von vorn nach rechts blickend und das Labarum haltend". Interessanterweise zeigt die Vorderseite dieser Münze einen der wenigen Fälle einer Büste des Magnentius mit Diadem.
In Arles, Aquileia und Rom sind zu dieser Zeit weitere Besonderheiten anzutreffen. Diese Münzstätten prägten sowohl für Magnentius als auch wahrscheinlich bis Ende Dezmber 350 für Constantius Maiorinen des Reitersturztyps. Die Auswahl dieser auch für Constantius, allerdings nur in Bronze prägenden Münzstätten ist kein Zufall, grenzen doch die Umlaufgebiete der dort geschlagenen Münzen an die Länder des Constantius. Der dortigen Bevölkerung wird also ein gutes Einvernehmen mit Constantius vorgetäuscht, womit bewiesen ist, wie sehr Magnentius um dessen Anerkennung bemüht war. Im RIC VIII werden unter den Nummern 259 und 259A auch für Trier seltene Bronzeprägungen des Reitersturzyps für Constantius zeitgleich mit entsprechenden Prägungen für Magnentius aufgeführt, allerdings wird dazu vermutet, dass diese Emissionen für Constantius wahrscheinlich doch in die Zeit am Ende der Regierung des Constans gehören. Diese Annahme wird auch von deutschen Kennern der Münzprägung in dieser ereignisreichen Periode für zutreffend gehalten. Nach kurzem Aufenthalt in Trier zog Magnentius nach Italien. Als geschickter Taktiker verlor er jedoch keine Zeit damit, der VRBS ROMA, dem Sitz des Senates, seine Reverenz zu erweisen, sondern er zog es vor, sich in das strategisch wichtigere Aquileia zu begeben, wo seine Ankunft sogleich durch die Prägung großartiger Goldemissionen gefeiert wurde. Da sind zunächst die einfachen Solidi: VIRTVS AVGVS-TI NOSTRI,"die Tapferkeit unseres Kaisers", RIC VIII, 123, RESTITVTOR LIBERTATIS, "der Wiederhersteller der Freiheit", RIC VIII, 124 und VICTORIA- AVG(VSTI)- LIB(ERTAS)- ROMANOR(VM), "der Sieg unseres Kaisers, die Freiheit der Römer" RIC VIII, 125 und 126. Heraus ragt aber dieser nur in wenigen Exemplaren bekannte dreifache Solidus, (RIC VIII, 122):


Die Umschriften lauten:
VS: IMP CAES MAG-NENTIVS AVG
RS: LIBERATOR- REI- PVBLICAE, "der Befreier des Staates", im Abschnitt: SMAQ. Wie schon auf den Trierer Solidi, so läßt sich der Kaiser mit diesen Geprägen auch hier als Erneuerer des Staates und der traditionellen römischen Bürgerrechte feiern. Die Rückseite des gezeigten Prachtstücks (RIC VIII, 122) zeigt Magnentius in militärischer Tracht zu Pferd nach rechts, den Nimbus um das bloße Haupt, vor ihm in demütig gebückter Stellung eine Frauengestalt mit Mauerkrone, in der Linken das Füllhorn und in der Rechten den Schleier ihres Gewandes haltend. Von Bastien und von Kent/Overbeck/Stylow wird diese Frauengestalt als die Stadtgöttin von Aquileia angesehen, von Matt/Kühner und im RIC VIII wird sie als Personifizierung des Staates, als RES PVBLICA, gedeutet. Auf die interessante Affinität des Rückseitenmotivs mit demjenigen des - in Abbildung 3 gezeigten - zehnfachen Aureus des Constantius I., wo der Kaiser ebenso nach rechts auf eine ihm in gebückter Stellung zugewandte Frauengestalt zureitet, wird ausdrücklich hingewiesen.

Die Meilensteine

Ein weiteres damals wichtiges Propagandamedium wird von Magnentius ebenfalls eifrig für programmatische Werbung genutzt, die Meilensteine, von denen hier aus Hunderten im ganzen Reich nur die folgenden zwei Beispiele angeführt werden:
Im Rheinischen Landesmuseum Bonn befindet sich ein vor mehr als 100 Jahren beim Eisenbahnbau bei Nettersheim an der ehemaligen Römerstraße von Trier nach Köln gefundener Meilenstein mit der Aufschrift [Anm. 8]
(RES)TITVTORE
PVBLICAELIBER
TATIS-IMPERATORI
MAGNOMAGNENTIO
INVICTO-SEMPER!
(Dem Wiederhersteller der bürgerlichen Freiheit, dem Imperator Magnus Magnentius, dem unbesiegbaren Kaiser auf ewig)

Noch ausführlicher in der Propagierung des "Bürgerkaisertums" lautet die Aufschrift eines Meilensteines, der in Mittelitalien an der ehemaligen Via Valeria beim antiken Alba Fucens gefunden wurde: [Anm. 9]
...LIBERATOR ORBIS ROMANI
RESTITVTOR LIBERTATIS ET REIPVBLICAE
CONSERVATOR MILITVM ET PROVINCIALIVM
(....der Befreier der römischen Welt, der Wiederhersteller der Freiheit und des Staates, der Erhalter der Soldaten und der Leute aus der Provinz)
Zu bemerken ist, dass auf beiden Meilensteinen unter anderen auch die auf den oben beschriebenen Goldmünzen von Aquileia zu lesende Formel RESTITVTOR LIBERTATIS (der Wiederhersteller der Freiheit) angewendet wurde.

Der Plan, auch die Anerkennung der illyrischen Armee zu erreichen, wurde von ihrem Heermeister, dem magister peditum, Vetranio vereitelt, der am 1. März 350 in Mursa selbst den Purpur nahm. Nachdem Magnentius kurze Zeit später auch Afrika zugefallen war, sandte er sogar im April dieses Jahres Unterhändler zu Constantius, um auf dem Verhandlungswege dessen Anerkennung zu erlangen. Solchen Bemühungen war jedoch kein Erfolg beschieden. Die besagte Gesandtschaft wird von dem oben genannten Bischof Athanasius in seiner Verteidigungsschrift (Apologia ad Costantium), in der er vor Constantius jegliche Verbindung zu Magnentius bestreitet, ausdrücklich erwähnt. Auch in seinem Teilreich gelang es Magnentius nicht überall, die Unterstützung des dem konstantinischen Kaiserhaus ergebenen Adels zu gewinnen. In Rom musste im Juni 350 ein Aufstand unter Führung des Nepotian, eines Neffe Konstantins, der sich dort hatte zum Kaiser ausrufen lassen, blutig niedergeschlagen werden. [Anm. 10]

Decentius

Zur Sicherung seiner Macht im Hinterland wie auch zur Verteidigung der Rheingrenze erhob Magnentius nach diesem Ereignis (nach Bastien im Juli oder im August 350, nach Kent im RIC VIII erst im März 351) seinen Bruder Decentius zum Caesar. Um dessen Stellung als Juniorregent und designierten Nachfolger zu unterstreichen, wurde er umgehend in das umfangreiche Prägeprogramm in allen drei Metallarten voll einbezogen. [Anm. 11]
Die Goldprägung für ihn beginnt mit der prahlerischen Vorderseitenumschrift D(OMINVS) N(OSTER) DECENTI-VS FORT(ISSIMVS) CAE(SAR) (unser Herr Decentius der tapferste Caesar).


In traditioneller Weise wurden für ihn Silbersiliquen mit der Rückseitenlegende PRINCIPI IVVENTVTIS, "dem Fürsten der Jugend", (in Trier, RIC VIII, 298 ! fehlerhaft: PRINCITI) ausgegeben.
Auch nach dieser Ernennung des Decentius und damit der "Gründung" einer eigenen Dynastie bemühte sich Magnentius immer noch um die Anerkennung durch Constantius. Nach außen täuschte er diese Anerkennung weiterhin vor, wie das folgende epigraphische Dokument aus Nordafrika beweist. In Tunesien wurde in den Ruinen der antiken Stadt Mustis ein Torsturz mit einer Inschrift gefunden, die anlässlich der Einweihung eines Forums eingemeißelt wurde und wie folgt beginnt:
(Beatissimis temp)ORIBVS DDD NNN FLAVI IVLII CONSTANTII ET
(MAGNENTII) VICTORVM
( et) (DECENTII) NOB CAESARIS . FORVM TRANSITORIVM QVOD
ANTEA NON ERAT
"In den glücklichen Zeiten unserer siegreichen Herrn Flavius Julianus Constantius und (Magnentius).............(und) (Decentius), des hochedlen Caesars, wurde das
Forum Transitorium, welches vorher nicht bestand..(eingeweiht)
".
Auf dieser Inschrift wird Constantius eindeutig der Vorrang gleichsam als dem"Senior-Augustus", der angeblich den Magnentius und den Decentius als Mitregenten anerkannt hat, eingeräumt.[Anm. 12]

Der Entscheidungskampf

Constantius war im September 350 mit seinen Truppen auf dem europäischen Festland in Thrakien gelandet, um mit Gewalt die Wiedervereinigung des Imperiums zu betreiben. Am 25. Dezember 350 unterwarf sich Vetranio, der " in Ehren" in den Ruhestand versetzt wurde. Magnentius dagegen suchte nun mit Waffengewalt seine Anerkennung durchzusetzen. Es gelang ihm im Jahr 351 im Laufe des Frühjahrs und des Sommers, weit ins Illyricum bis nach Sirmium vorzudringen und Constantius nahe Adrana aus einem Hinterhalt heraus eine Niederlage beizubringen. Constantius bot darauhin einen Vergleich, den Magnentius brüsk abschlug. Das sollte sich für Magnentius als tödlicher Fehler erweisen. Denn er unterlag am 28. September in der Drauniederung, vor Mursa, dem heutigen Osijek, in der blutigen Entscheidungsschlacht, in der zwei Drittel seiner Soldaten ums Leben kamen. Insgesamt sollen es 50.000 Tote in dieser größten Schlacht des Jahrhunderts gewesen sein; die meisten von ihnen waren Kerntruppen des gallischen Heeres. Entscheidend für die Niederlage des Magnetius war der Verrat des Tribuns der schweren Gardereiter, des Franken Claudius Silvanus, der während des Kampfes mit seiner Einheit zu Constantius überlief.
Magnentius konnte sich nach dieser verhängnisvollen Niederlage nur mit Mühe mit dem Rest seines Heeres nach Aquileia retten und versuchte dort über Winter neue Kräfte zu sammeln.
Über den Aufenthalt und die Taten des Caesar Decentius wird uns für die Zeit seit seiner Ernennung bis zum Sommer 352 wenig berichtet. Es kann angenommen werden, dass er meist von Trier aus die Verteidigung der Rheingrenze sowie die Rekrutierung neuer Truppen für seinen Bruder organisiert hat. Seine Anwesenheit in Trier zu Beginn des Jahres 352, als er sein erstes Konsulat antritt, ist durch das Vorhandensein mehrfacher Solidi (RIC VIII, 274), auf denen er als Konsul dargestellt ist, belegt.
Erst Ende August 352 fiel Constantius mit Landund Seestreitkräften in Italien ein, so dass Magnentius zum endgültigen Rückzug nach Gallien gezwungen wurde. Seine Lage verschlechterte sich auch, weil die Alemannen unter ihrem König Chnodomar seit dem Frühling desselben Jahres die Rheinverteidigung des Decentius überrannten, die bedeutende Stadt Argentoratum, das heutige Straßburg, plünderten und in Brand setzten und mit zwei Heersäulen das heutige Elsaß und die heutige Pfalz verwüsteten. Die so heimgesuchten Gebiete konnten nach der Kartierung einer Vielzahl von Münzverwahrfunden abgegrenzt werden. Angeblich soll Constantius selbst die Germanen zu diesen räuberischen Einfällen bewogen haben.

Die Christogramm-Prägung

In dieser äußerst bedrohlichen Situation versuchte Magnentius, der angeblich wie alle seine hohen Funktionäre Heide war, mit einem letzten großen Propagandaakt die Unterstützung der in politischer Hinsicht offensichtlich bedeutenden "orthodoxen" christlichen Bevölkerungsschichten in Gallien zu gewinnen. Er führte zum Jahreswechsel 352/353 eine Münzreform durch und ersetzte die Maiorina durch das eingangs erwähnte Bronzestück von 27 bis 28 mm Durchmesser und 8,3 Gramm mittlerem Gewicht, demnach gewissermaßen eine Doppelmaiorina (in Trier, RIC
VIII, 318), welches auf der Rückseite und zwar die Fläche ausfüllenddas Christogramm, also die übereinandergelegten griechischen Anfangsbuchstaben X (Chi) und P (Rho) des Christusnamens zwischen den "apokalyptischen Buchstaben" Alpha und Omega trägt.
Die Legende lautet: SALVS DD(DOMINORVM) NN(NOSTRORVM) AVG(VSTI) ET CAES(ARIS), 'das Heil unserer Herrscher, des Kaisers und seines Mitregenten.' Diese neue auch mit dem Bildnis des Decentius (RIC VIII, 319) versehene Münze wurde außer in Trier auch in den anderen drei gallischen Münzstätten Lyon, Arles und Amiens geprägt.
Die Ausgabe dieser außerordentlichen Münzen in Bronze und die "plakative", die Rückseite voll ausfüllende Darstellung des frühesten Christussymbols, welches bis dahin bereits magische Bedeutung gewonnen hatte, sind eindeutige Beweise für das Bemühen, nicht nur die höheren Stände sondern auch die einfachen Bürger, die nicht alle des Lesens und des Schreibens kundig waren, zu gewinnen.


Die Verwendung des Begriffes der SALVS für das Heil hatte in der Münzprägung seit der Republik Tradition. So prägten beispielsweise bereits Vespasian (69-79), Hadrian (117-138), Severus Alexander (222-235) und Philippus I. Arabs (244-249) Münzen mit der Rückseitenumschrift SALVS-AVGVSTI bzw. SALVS-AVG(VSTI). SALVS stand allgemein für "Rettung aus Gefahr und Bewahrung des Bestehenden". Während auf diesen Münzen nach "heidnischer", griechisch-römischer Tradition die Göttin des Heils als Frau mit einer Schlange dargestellt wurde, erscheint als Darstellung für das Heil erstmalig bei Magnentius das Signum Christi.


Allerdings war auch die Verwendung des Christogrammes in der Münzprägung kein Novum. Konstantin, der vielleicht schon seit seinem Regierungsantritt der christlichen Lehre zugetan war, hatte nach seinem Sieg an der Milvischen Brücke (312) die Jahrhunderte alte Legionsstandarte, das vexillum, mit einer durch das Christogramm geschmückten Fahne, dem Labarum, versehen und diese zur Kaiserstandarte und "Reichsfahne" erhoben. Ein besonderes Beispiel für das Christogramm in der konstantinischen Münzprägung ist dieses 315 in Ticinum, dem heutigen Pavia, von Konstantin geprägte Silbermedaillon zu 6,4 g, (RIC VII, 36).


Seine Legenden lauten:
VS: IMP(ERATOR) CONSTANT-INVS P(IVS) F(ELIX) AVG(VSTVS)
RS:SA-LVSREI-PVBLIC-AE
Die Vorderseite zeigt die Büste Konstantins im Dreiviertelprofil, leicht nach links, in Kriegsrüstung, mit Helm und Panzer, seine Rechte hält die Zügel eines Pferdes, die Linke den mit dem Relief der römischen Wölfin verzierten Schild und das Zepter. Den mit Juwelen besetzten Prunkhelm ziert vorne, vor dem Helmbusch, eine Scheibe mit dem Christogramm. Die hier nicht abgebildete Rückseite zeigt den Kaiser begleitet von Victoria auf einem Podest mit einer Trophäe in der Linken, die Rechte zum Adlocutionsgestus erhoben, umgeben von Soldaten mit Pferden. Von diesem großartigen Medaillon sind bisher nur drei Exemplare, jeweils unter drei verschiedenen Stempeln, bekannt. Sie wurden im Jahre 315 anläßlich der Feiern zum zehnjährigen Regierungsjubiläum als Donativa an verdienstvolle, hohe Offiziere ausgegeben. Gleichzeitig mit dem Jubiläum wurde damals mit großem Aufwand auch der Sieg an der Milvischen Brücke über Maxentius (312) gefeiert.
Konstantin bekennt sich hier mit dem Christuszeichen am Helm eindeutig zur Hilfe des Christengottes. In die regulären Münzprägung Konstantins wird das Labarum allerdings erst ab dem Jahr 324 aufgenommen.
Die Söhne Konstantins haben die Darstellung dieser neuen Reichsfahne in der Münzprägung vielfach übernommen. Dazu wird hier auf die unmittelbar nach deren Regierungsantritt für alle drei in Trier geprägten Siliquen (RIC VIII, 30 bis 32) verwiesen. Auf der Rückseite ist jeweils ein militärisch gekleideter Kaiser, nach links schauend zu sehen, der eben diese Reichsfahne mit dem Christogramm, das Labarum hält. Die Umschrift lautet: PAX AV–GVSTORVM. Es wird also unter dem Christogramm, dem väterlichen Vermächtnis, der brüchige Friede zwischen den so ungleichen drei kaiserlischen Brüdern beschworen.


Ein weiteres schönes Beispiel sind die 347-348 in Trier für Constans und Contantius geprägten Miliarensen mit der Rückseitenumschrift VIRTVS-DD NN AVGG, "die Tapferkeit unserer beiden Herrn Kaiser".


Bei diesen Darstellungen des Christogrammes fehlen allerdings die Buchstaben Alpha und Omega, bis auf eine Ausnahme, auf die hier unbedingt näher eingegangen werden muss. Constans hat in der Zeit von 348 bis 350 nur in Rom eine leichte Miliarense (RIC VIII, 71) geprägt, deren Legenden lauten:
VS: D (OMINVS) N(OSTER) CONSTA-NS P(IVS) F(ELIX) AVG(VSTVS)
RS: VIRTVS-EXERCITVM
Auf ihrer Rückseite sind vier Feldzeichen nebeneinander dargestellt. Die beiden inneren tragen Alpha und Omega, und zentral über ihnen im Felde steht das Christogramm. Hier ist demnach von dem oben beschriebenen Bild stehender Kaiser mit der mit Christogramm geschmückten Fahne bewusst abgewichen worden, um zusätzlich auch Alpha und Omega darzustellen. Bekanntlich bestanden latent Spannungen bis hin zu Kriegsdrohungen zwischen Constans, der wie oben ausgeführt wurde, der "orthodoxen" Lehre anhing, und seinem Bruder Constantius, der die "Arianer" unterstützte. Mit der Hinzufügung von Alpha und Omega, des Anfangs- und des Endbuchstabens des griechischen Alphabets, zum Christogramm, stellt Constans sein eindeutiges Bekenntnis zu Christus in der Ewigkeit Gottes heraus. Genau so steht es in der Offenbarung, der "Apokalypse" des Johannes geschrieben, in Kap.V. 1, 8: "Ich bin das Alpha und das Omega, spricht Gott, der Herr, der ist und der war und der kommt, der Herrscher über die ganze Schöpfung.", und in Kap.V. 1, 17-18: "Er aber legte seine rechte Hand auf mich und sagte: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, doch nun lebe ich in alle Ewigkeit, und ich habe die Schlüssel zum Tod und zur Unterwelt". [Anm. 13]
Kellner schreibt zu dieser Münze, "daß ein Alpha und Omega auf die Münze gezeichnet wird, ist in dieser Zeit zu verstehen als Bekenntnis zum wahren Christus, dem Christus der echten, alten Lehre. Bemerkenswert ist die Art und Weise, wie sich Constans zu diesem Christus bekennt. Er verbindet dessen Zeichen mit dem Vexillum, dem Symbol der Kraft des Heeres, der VIRTVS EXERCITVM. Der wahre Christus ist der mächtigste Christus, der Pantokrator. Er ist der beste Schützer und Helfer, den der Kaiser und sein Heer haben können. Der Kaiser Constans bekennt sich zu ihm, indem er die Kraft seines Heeres auf ihn zurückführt, oder indem er seine Hilfe auf das Heer herabruft."
Magnentius hatte sich bewusst von Anfang an in die konstantinische Tradition gestellt, indem er vorher bereits Münzen mit dem Motiv stehender Kaiser mit Labarum mit verschiedenen Umschriften prägte. Nur auf den herausragenden Bronze-Prägungen von 353 mit dem das ganze Rückseitenfeld ausfüllenden Christogramm sind Alpha und Omega als Symbol für die Gottheit Christi beigefügt.
Magnentius ruft so Christus, den wahren Gott der Rechtgläubigen, als Bewahrer und Retter in höchster Gefahr an. Er propagiert damit, dass er mit dem Charisma von Gott und Christus herrscht und siegen wird.
Für die Christen war diese Art der Anrufung Christi geläufig; dafür gibt es viele epigraphische Zeugnisse, so z.B. auch in Trier. Im Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseum sind aus der oben erwähnten spätkonstantinischen Kirchenanlage, wahrscheinlich von zwei Chorschranken stammende, Graffiti genannte Einritzungen im Verputz ausgestellt. Die ältere dieser Chorschranken ist in den Jahren zwischen 330 und 350 erstellt worden. Ihr konnten 37 Graffiti zugeordnet werden, davon sind neun mehr oder weniger vollständig erhalten. Inhalt dieser Graffiti sind Akklamationen, von denen mehrere lauten: ...VIVAS IN DEO XP (... du mögest leben in dem Gott Christus) oder ...VIVAS IN XP DOMINO (... du mögest leben in Christus dem Herrn). In einigen Fällen sind zur besonderen Bestätigung der Gottheit Christi die Christogramme zwischen die apokalyptischen Buchstaben Alpha und Omega gestellt.


Die Andeutung Kellners, dass zwischen eben diesen Graffiti und der auffälligen Gestaltung der besagten Christogrammprägung ein Zusammenhang bestehen könnte, ist nicht von der Hand zu weisen. Die Trierer Münzstätte ist immer die wichtigste im Herrschaftsgebiet des Magnentius gewesen. Es kann angenommen werden, dass auch die Verwaltung des Münzwesens unter Führung eines Prokurators nach wie vor in Trier eingerichtet war und dass diese für die programmatische Konzeption und Gestaltung der Prägung aus dem religiösen und dem gesellschaftlichen Leben der gallischen Metropole maßgebliche Impulse erhalten hat.
Die propagandistische Aussage dieser beeindruckenden Gepräge des Magnentius muss die Christen in dessen noch verbliebenem Herrschaftsgebiet, insbesondere die "Trierer Kirche" mit ihrem Oberhirten Paulinus, in arge Bedrängnis gebracht haben. Die Usurpatoren stellten sich ausdrücklich unter den besonderen Schutz Christi, den sie als Gott anrufen und von dem sie behaupten, dass er ihr Heil sei und somit den Bestand ihrer Herrschaft garantiere. Heinen schreibt dazu: "Der um die politische Herrschaft entbrannte Kampf zwischen Constantius und Magnentius wurde auf Leben und Tod und auf beiden Seiten mit den gleichen verwerflichen Mitteln ausgetragen. In diesem Hexenkessel mussten sich die Christen behaupten, wobei ihre eigenen Konflikte, für und gegen das Nicänum, für und gegen Athanasius, das Feuer noch weiter schürten." Paulinus war 346 - also noch zu Lebzeiten des Constans - dem in diesem Jahr verstorbenen Maximinus auf den Trierer Bischofsstuhl gefolgt. Das Zeugnis des Athanasius, der - wie bereits ausgeführt - auch während seiner zweiten Vertreibung noch 343 und 345 zeitweilig in Trier lebte, hatte auch in Paulinus einen unerschütterlichen Glauben an die Gottheit Christi bewirkt. Dies stellte er unmittelbar nach der Niederringung des Magnentius unter Beweis, als er auf dem von Constantius noch im Jahre 353 nach Arles einberufenen Konzil sich weigerte, die Verurteilung des Athanasius zu unterzeichnen. Er ging dafür nach Phrygien (in der heutigen Türkei) in die Verbannung, in der er bald zu Tode kam. Seinem unerschütterlichen Glauben an die Gottheit Christi haben seine Anhänger und Nachfolger bewusst ein eindeutiges, bis heute erhaltenes Denkmal gesetzt. Gemeint ist sein mit mit Gold- und Silberbeschlägen mit dem Christusemblem verzierter Sarg aus dem Holz der Libanonzeder. Heinen schreibt dazu treffend: "Allgegenwärtig ist das Christogramm zwischen Alpha und Omega, Bekenntnis zu Christus als dem Anfang und Ende aller Dinge".[Anm. 14]

Der Aufstand der Stadt Trier

Diesen Bemühungen des Magnentius, mit allen Mitteln auch die letzten Reserven des ihm verbliebenen gallischen Restimperiums aufzubieten, um so der endgültigen Niederlage zu entgehen, wurde durch den Aufstand der Metropole Trier ein vernichtender Schlag versetzt. Denn ebenso wie das Verhalten Triers bei seiner Machtergreifung beispielgebend gewesen war, so ist dieser Aufstand für die Städte und Provinzen der gallischen Präfektur ein Beweis für den sich anbahnenden Untergang des Magnentius gewesen. Historische Quellen geben allerdings nur einen Hinweis, dass der Aufstand stattgefunden hat. Der "eigentliche Geschichtsschreiber des vierten Jahrhunderts", Ammianus Marcellinus, berichtet von einem gewissen Poemenius, der im Jahre 355 in Köln wahrscheinlich mit an oberster Spitze an dem gescheiterten Putsch des fränkischstämmigen Heermeisters Claudius Silvanus, dem Constantius bekanntlich in der Entscheidungsschlacht von Mursa den Sieg zu verdanken hatte, teilgenommen hat, und der daher damals gemeinsam mit diesem hingerichtet worden ist. Er schreibt: "...Poemenius..., qui, ut supra rettulimus, cum Treveri civitatem Caesari clausissent Decentio, ad defendendam plebem electus est." Diese zufällige Bemerkung übersetzt Wolfgang Seyfahrt wie folgt:"...Poemenius...Wie ich früher berichtet habe, ist er damals, als die Trierer vor dem Caesar Decentius ihre Stadttore verschlossen hatten, zum Verteidiger der Stadtbevölkerung gewählt worden."
Obwohl keine weiteren Einzelheiten über die Zeit und den Verlauf der Ereignisse überliefert sind, lohnt es sich doch, Überlegungen dazu anzustellen. Zunächst erhebt sich die Frage nach dem Motiv des Abfalls von Magnentius. Die einzig sinnvolle Antwort ist, dass die Initiatoren, die unter der hohen Beamtenschaft und unter den in der Zeit der konstantinischen Dynastie zu Ansehen und Reichtum gekommenen Kaufleuten vermutet werden müssen, aus reinem Opportunismus gehandelt haben. Ebenso wie diese Leute sich bei der erfolgversprechenden Erhebung des Magnentius geschickt den neuen Machtverhältnissen angepasst hatten, legten sie es auch bei seinem Niedergang darauf an, ihren eigenen und ihrer Stadt Vorteil zu wahren, indem sie frühzeitig ihre Loyalität gegenüber dem nunmehr siegreichen Kaiser Constantius mit Nachdruck bekundeten.
Die strategischen Voraussetzungen für das Unternehmen waren vorzüglich. Die Weltstadt mit einer Fläche von 285 Hektar und mehr als 50.000 Einwohnern war mit beachtlichen Befestigungsanlagen gesichert. Die 6,4 Kilometer lange Stadtmauer war 7,5 Meter hoch und 3 Meter dick; ihr war ein dreifaches Grabensystem vorgelagert. 47 aus der Wand heraustretende Rundtürme bildeten das Rückgrat des gewaltigen Bauwerkes, zu dessen Errichtung 200.000 Kubikmeter Kalkgestein von der Obermoselherangeschafft worden waren. Den aus allen vier Himmelsrichtungen heranführenden Hauptstraßen stellten sich kolossale Torburgen entgegen. Hinsichtlich der Versorgung der Bevölkerung in Krisenzeiten hatte die Stadt ebenfalls Vorsorge getroffen; entlang des Moselhafens waren ausgedehnte Lagerhäuser, die Horrea, mit Lebensmitteln und Kriegsmaterial angelegt, die von je her der Versorgung der Grenztruppen am Rhein dienten. Die lebenswichtige Wasserversorgung war gleichfalls sichergestellt. Auch bei Ausfall der Ruwer-Wasserleitung konnte ausreichend Wasser aus dem Altbach und den vielen Brunnen innerhalb der Stadt gefördert werden.
Diese günstigen Voraussetzungen kannten die Verantwortlichen in Trier, die sich zum Aufstand entschieden und beschlossen haben, dem vermutlich von einem Feldzug gegen die Alemannen mit seinen Truppen heimkehrenden Decentius die Stadt zu verschließen.
Aus der zitierten Schriftquelle lassen sich diese Folgerungen ableiten:
Nach der eindeutigen Formulierung:"electus est", "gewählt worden ist", haben die Initiatoren des Aufstandes dem Poemenius seine Aufgabe bzw. seine Funktion mittels einer Wahl übertragen. Poemenius hat demnach sicherlich nicht aus eigener Machtfülle diese Funktion an sich gerissen. Daher ist es nicht zutreffend, vom"Aufstand des Poemenius" zu sprechen. Mit der Formulierung: "ad defendendam plebem", "um die Bevölkerung zu verteidigen", ist höchstwahrscheinlich gemeint, dass Poemenius als "Stadtkommandant" den Aufstand militärisch angeführt hat. Weniger wahrscheinlich ist die Annahme, dass es Poemenius übertragen war, die Unbotmäßigkeit der Trierer vor dem Caesar Decentius zu rechtfertigen, nachdem dieser die ihm verschlossene Stadt wieder eingenommen und den Aufstand niedergeschlagen hatte. Gegen diese Annahme spricht genau genommen die Wahl an sich, deren Durchführung eine gewisse Ordnung voraussetzt, die in einer wieder eroberten Stadt sicherlich nicht gegeben war.
Hier ist es nun an der Zeit, in die weiteren Überlegungen die eingangs erwähnte Bronzeprägung der Trierer Münzstätte für Constantius einzubeziehen. Es ist eine Bronzemünze mit einem mittleren Durchmesser von 22-23 mm und einem mittleren Gewicht von 6 g, die auf der Vorderseite die Büste des Constantius mit Perlen- oder Rosettendiadem und Paludamentum nach rechts, umgeben von der Legende >D(OMINVS) N(OSTER) CONSTAN-TIVS P(IVS) F(ELIX) AVG(VSTVS) trägt; ihre Rückseite zeigt das bekannte Christogramm zwischen Alpha und Omega umgeben von der Legende SALVS AVG(VSTI) NOSTRI, "das Heil unseres Kaisers".


Von ihrer Größe und ihrem Gewicht her ist diese Münze als eine "reduzierte Doppelmaiorina" nach dem Münzfuß des Magnentius anzusehen. Nach dem Münzfuß des Constantius lässt sie sich jedenfalls nicht einordnen.


Kellner schreibt über diese Münze, dass sie aus einer Zeit stammen muss, in der sich die Administration des Constantius in Trier nicht oder noch nicht durchsetzen konnte. Carson-Hill-Kent führen unter der Überschrift "Revolt against Magnentius" unter 67 bis 69 drei verschiedene Stücke dieses Typs sowie unter 70 und 71 zwei Maiorinen des Reitersturztyps auf. Im RIC VIII werden unter der Abschnittsüberschrift - Revolt of Poemenius - Constantius II Augustus- unter den Nummern 332 bis 336 fünf verschiedene Typen und unter Nummer 337 ein kleineres Stück, nämlich eine Überprägung eines Urbs-Roma-Follis, aufgeführt. In diesem Abschnitt sind keine Reitersturztypen aufgeführt. Bastien geht noch einen Schritt weiter, er schreibt, dass diese Münze, für die er vier Münzzeichen aufführt, auf Veranlassung des Poemenius geprägt wurde, als die Stadt von Decentius belagert wurde.
Diesen zielgerichteten Hinweisen fügt Gilles nach Auswertung mehrerer
Münzhortfunde ausführlich begründete, bedeutsame Folgerungen hinzu:
1. Der Aufstand hat in der ersten Hälfte des Jahres 353 über längere Zeit stattgefunden.
2. Wahrscheinlich hat Decentius den Aufstand niedergeschlagen und hat Trier im Kampf wieder eingenommen.
3. Der Aufstand war nicht nur auf das Gebiet der ummauerten Stadt begrenzt, sondern es müssen auch im Trierer Land heftige Kämpfe stattgefunden haben.
Hier nun die Begründungen dieser Folgerungen:
Zu 1.:
Die besagte Bronzeprägung des Magnentius (bzw. auch für Decentius) mit Christogramm war zu Beginn - also ab Anfang 353 - gewissermaßen eine Doppelmaiorina mit einem mittleren Gewicht von 8,33 g (RIC VIII, 318 und 319). Sie wurde zweimal reduziert, und zwar in der ersten Reduktion auf i. M. 6,67 g (RIC VIII, 320 bis 324) und in der zweiten Reduktion auf im Mittel 4,46 g (RIC VIII, 325 bis 327A). Das zeitliche Ende ihrer Prägung wird mit dem Abgang des Magnentius Mitte August 353 gleichgesetzt. Die Christogramm-Prägung für Constantius hat überwiegend ein Gewicht von im Mittel 6 g. Die Prägezeit dieser Münze kann zwischen den Prägezeiten der ersten und der zweiten Reduktion der Magnentius-Prägung liegen. Dafür sprechen das Gewichtsverhältnis, aber mehr noch das Vorkommen der Constantius-Prägung als Schlussmünze in mehreren Hortfunden des Trierer Landes, in denen die Münzen der zweiten Reduktion des Magnentius (bzw. für Decentius) fehlen. Für die Christogramm-Prägung des Constantius werden im RIC VIII unter den oben genannten Nummern sechs Emissionen, fünf vollgewichtige und eine reduzierte, und für die gesicherte Goldprägung VICTORIA-AVG(VSTI) NOSTRI, "der Sieg unseres Kaiseres", (RIC VIII, 329 bis 331) drei Emissionen aufgeführt. Wegen dieser Vielzahl der Münztypen ist es zudem wahrscheinlich, dass der Aufstand bereits längere Zeit gedauert hat, bevor Decentius eingreifen konnte.
Zu 2.:
Dafür sprechen datierte Zerstörungsschichten im Süden Triers im ehemaligen Töpferviertel und im Gelände des heutigen Finanzamtes (vormals NeuerburgGelände) und die oben erwähnte Magnentius-Prägung der zweiten Reduktion, die möglicherweise erst nach der Christogramm-Prägung des Constantius emittiert wurde.
Zu 3.:
Entsprechende und eindeutig datierte Münzfunde in Zerstörungs- und Brandschichten im Trierer Land, besonders im Mittelmoselgebiet, lassen darauf schließen, dass in dieser Zeit dort wahrscheinlich zwischen den Aufständischen und den Truppen des Decentius Kämpfe stattgefunden haben.

Wenn auch diese Folgerungen noch keine endgültigen Beweise in wissenschaftlicher Hinsicht für den genauen Zeitablauf und die Umstände des Aufstands bilden, so ist dennoch folgende Feststellung zulässig: Der Aufstand der Trierer, und zwar der Stadt und ihres Umlandes, gegen Magnentius war ein sorgfältig geplantes und großangelegtes Unternehmen.
Dafür sprechen folgende Belege:
Wie bereits gesagt wurde, haben die "Trierer" (Treveri) mehrheitlich den Poemenius zum Anführer für ihre Erhebung gewählt. Dies setzt zunächst einen Meinungsbildungsprozess und eine mehrheitliche Willensentscheidung für den Aufstand voraus.
Es wurde ein propagandistisch durchschlagendes Münzprogramm aufgelegt. Für die"breite Masse des Volkes" wurde in Bronze mit der Reverslegende SALVS AVG NOSTRI um das Christogramm zwischen Alpha und Omega geprägt. Damit wurde klar gesagt: "Unser rechtmäßiger Kaiser ist Constantius, der Sohn Konstantins, und Christus, unser Gott, ist sein Heil." Für die Besitzenden wurde in Gold geprägt mit der Legende VICTORIA AVG NOSTRI. Da lautete die Botschaft: " Unser rechtmäßiger Kaiser ist Constantius, der Sohn Konstantins, und sein ist der Sieg."

Das Ende des Magnentius

Wie oben ausgeführt wurde, versuchte Magnentius mit der spektakulären und breitenwirksamen Christogrammprägung das christliche Volk für sich zu gewinnen. Um sich der Loyalität besonders wichtiger Leute zu versichern, beschenkte er diese zudem mit goldenen Treueringen. Konstantin und seine Söhne hatten dies bereits so getan. Das Rheinische Landesmuseum Trier besitzt einen derartigen in Zerf (Landkreis Trier-Saarburg) gefundenen Goldring Konstantins (Inv. 6475). In eine aufgelötete Platte ist das Wort FIDEM und in den Reif ist CONSTANTINO, "Treue dem Konstantin" eingraviert.
In der Prähistorischen Staatssammlung in München befindet sich neuerdings ein goldener Treuering des Magnentius, der eine Besonderheit aufweist, nämlich ein Christogramm in Form des X als Zeichen des Heils.
Gisela Zahlhaas beschreibt diesen Ring wie folgt: "Der gleichmäßig runde Reif ist auf der Außenseite in 14 leicht konkave Flächen facettiert, die Kanten sind durch Doppelstege betont. Auf die Facettenflächen verteilen sich die Buchstaben der Inschrift. Sie beginnt mit einem Christogramm X, darauf folgen: MAGNENTIO FIDEM, "Treue dem Magnentius".
Magnentius fand trotz all dieser propagandistischen Anstrengungen im gallischen Teilreich keinen Rückhalt mehr, um den im Juli 353 von Constantius eingeleiteten Endkampf siegreich zu bestehen. Bereits nach wenigen Wochen wurde er in der Schlacht am Mons Seleucus (heute Montsaléon in den französischen Alpen) endgültig besiegt. Am 10. August tötete er in Lyon seine Mutter und stürzte sich in sein Schwert. Decentius wählte ebenfalls den Freitod, er erhängte sich acht Tage später wahrscheinlich in Senon an der Maas nördlich von Verdun.

Über dreieinhalb Jahre hatte der aus niederer gallofränkischer Herkunft stammende Magnentius als Gegenkaiser über das Westreich geherrscht, ohne daß es ihm gelungen war, trotz mannigfaltiger Appelle an die heidnischen wie auch an die christlichen Bevölkerungsgruppen, dauerhaft die Unterstützung des Volkes zu erreichen. Er mußte daher nach Bürgerkrieg und Wirren Constantius, dem letzten der Söhne Konstantins des Großen, weichen. Über sein tragisches Schicksal - vom schnellen Aufstieg bis zum schändlichen Niedergang - und dessen Auswirkungen auf die "gallische Metropole Treveris" berichtet über die schriftlichen und steinernen Zeugnisse hinausgehend eine eindrucksvolle numismatische Dokumentation. Dies sind die z. T. einzigartigen Gepräge der Trierer Münzstätte, angefangen bei den genannten mehrfachen Solidi für Magnentius mit der kraftstrotzenden Botschaft: VICTORIA- AVG- LIBERTAS- ROMANOR, "der Sieg des Kaisers, die Freiheit der Römer" bis hin zu dem nach zweifacher Reduktion zur Kleinbronze verkümmerten verzweifelten Hilferuf an den Christengott: SALVS DD NN AVG ET CAES, " das Heil unserer Herrscher des Kaisers und seines Mitregenten" und letztere verbunden mit den Aufstandsprägungen für Constantius: VICTORIA AVG NOSTRI, "der Sieg unseres Kaisers" und SALVS AVG NOSTRI, "das Heil unseres Kaisers".

Not und Wiederaufstieg Triers

Abschließend drängt sich die Frage auf, ob die Hoffnungen der Initiatoren des Trierer Aufstands, ihrer Stadt erneut die Gunst des konstantinischen Herrscherhauses und damit die Stellung einer Metropole des Imperiums zu sichern, in Erfüllung gegangen sind.
Diese Frage muss mit "Nein" beanwortet werden. Im Jahre 354, also unmittelbar nach der Niederringung des Magnentius, wird Trier zwar noch in einem bedeutenden Kalendarium neben Rom, Konstantinopel und Alexandria als eine der vier Hauptstädte des Reiches in einer allegorischen Darstellung ausgezeichnet. Die TREBERIS erscheint als hochgeschürzte, behelmte Amazone, in der Linken Speer und Schild haltend, während sie mit der Rechten einen Germanen, dessen Hände auf dem Rücken gefesselt sind, am Schopfe niederhält. Schilde, Bogen und Köcher liegen verstreut zu Füßen des Gefangenen. Über seinem Kopf sind verschiedene Trinkgefäße dargestellt. Im Hauptbild wird Trier als die mächtige Zentrale der Abwehr im Kampf gegen die seit Jahrhunderten anrennenden Germanen gepriesen. Die reich verzierten Gefäße sollen vielleicht der Hinweis dafür sein, dass es sich in der blühenden, von Reben umkränzten Stadt beim Weine leben lässt, möglicherweise sind es aber auch Beutestücke.


Not und Wiederaufstief Triers

Tatsächlich aber hatte die ehemals bedeutende Kaiserstadt offensichtlich erheblich an politischer Bedeutung verloren. Kaiser Constantius, der mit seinem Sieg über Magnentius Alleinherrscher über das gesamte väterliche Imperium geworden war, hat die ehemalige Residenz seines Großvaters, seines Vaters und seiner beiden Brüder nicht besucht, obwohl er sich noch bis zum Sommer 354 in Gallien aufgehalten hat. Die wehrlose Stadt und ihr Umland wurden wie das gesamte nördliche Gallien in den Jahren 354 und 355 durch räuberische Germaneneinfälle, die furchtbare Verwüstungen hinterließen, heimgesucht. Dazu bemerkt der bereits genannte Ammianus Marcellinus: "Nach fortdauernder Nachlässigkeit erlitt Gallien von ungehemmt umherwütenden Barbaren, ohne Hilfe gelassen, ein furchtbares Blutbad, Raub und Feuersbrünste." Diese Verwüstungen müssen so ausgedehnt und nachhaltig gewesen sein, dass die Nahrungsmittelversorgung in diesem Gebiet nicht mehr gegeben war. Wie auch berichtet wird, musste bereits 354 und noch 358 zur Versorgung der am Rhein stationierten Truppen und der Bevölkerung Getreide aus Aquitanien und auf dem See- und Flussweg und sogar aus England herangeschafft werden. Erst 357 konnte der Caesar Julian die Franken und die Alemannen entscheidend zurückdrängen.
Das wesentliche Indiz für die politische Abwertung Triers ist die Einstellung der Münzprägung in der bis dahin bedeutendsten Münzstätte Galliens. Diese Einstellung erfolgte wahrscheinlich noch vor der Ernennung Julians zum Caesar Anfang November des Jahres 355. Julian soll im Herbst 356 von der Verteidigung der Rheingrenze kommend ohne längeren Aufenthalt mit seinem Heer durch Trier gezogen sein, um in der Nähe von Paris ins Winterlager zu gehen. Im RIC VIII sind noch einige Trierer Gold- und Silbermünzen für die Zeit November 355 bis Frühjahr 360 für Constantius und für Julian als Caesar und für die Zeit von Frühjahr 360 bis Juni 363 für Julian als Augustus aufgeführt. Diese Prägungen hält Gilles für Prägungen einer mobilen, im Heer des Julian mitgeführten Münzstätte.
Es sollte mehr als zehn Jahre dauern, bis Trier sich wieder gefestigt hatte und Valentinian I. die Metropole Galliens wieder zur Kaiserresidenz erwählte. Damals im Jahre 366 wurde auch die Münzprägung in vollem Umfang wieder aufgenommen. Gold- und Silbermünzen wurden mit drei Offizinen geprägt; und in diesen Edelmetallen übernahm die Trierer Münze wieder die führende Stellung in Gallien. Von dieser neuen Blüte konnte Ausonius sagen: [Anm. 15]
"Trier
Waffenmächtig, verlangt Gallien schon lange, gefeiert zu werden,
und der Treverischen Stadt Thron, die, (obwohl) so nahe dem Rhein,
wie mitten im Schoß des Friedens sorglos ruht,
weil sie der Herrschaft Kräfte nährt, weil sie sie kleidet und bewaffnet.
Breit laufen über einen ausgedehnten Hügel die Mauern vor,
reichlich gleitet mit stillem Strom die Mosel vorbei,
von weit entfernt die Waren jeglicher Art Landes befördernd.“

4. Anhang

Zeittafel

Datum Politisch Numismatisch
09. Sept. 337 Die drei Söhne Konstantins werden Augusti (Kaiser) Beginn einer vielfältigen Münzprägung
Sept.337 bis April 340 Constantin II. regiert das Westreich, seine Residenz ist TRIER. Constantius II. herrscht im Ostreich, seine Residenz ist Konstantinopel. Constans regiert von Mailand aus das Mittelreich. Spannungen zwischen Constantin II. und Constans. In Trier wird Gold, Silber und Bronze für die drei Kaiser und für 'Divus Constantius', Helena, Theodora und für die Städte Rom und Konstantinopel geprägt. Insge. werden 93 verschiedene Münztypen herausgegeben. Besonders erwähnt werden die Siliquien: PAX AVGVSTORUM, 'der Friede der Kaiser'
April 340 Constantin II. zieht gegen Constans in den Krieg und kommt in Italien ums Leben. -
April 340 bis Jan. 350 Constans ist Kaiser im Westen; Constantius im Osten, der andauernde Kriege gegen die Perser führt Beginn einer vielfältigen Prägung in allen drei Metallarten, allerdings nur noch für die beiden Kaiser. Rückseitenumschrift überwiegend:VICTORIA DD NN AVGG,'der Sieg unserer beiden Herrn und Kaiser
343 Athanasius zeitweilig in Trier -
Früjahr 343 Constans in Britannien -
Juni 343 Constans in Trier -
345 Athanasius zeitweilig in Trier -
Mai 345 Constans in Trier -
346 Tod des Trierer Bischofs Maximinus; Paulinus wird sein Nachfolger 346 bis 348 tiefgreifende Münzreform: Der 'Follis' wird durch 'Maiorina' und 'Centenionalis' ersetzt; alleinige Rückseitenumschirft: FEL TEMP REPARATIO, 'die Wiederherstellung glücklicher Zeiten'.
Sommer 347 Verfolgung der Donatisten -
Sommer 348(evtl. 343/344)* Für Constantius siegreiche Schlacht von Singara Constans prägt in Rom die Siliquien: VIRTUS EXERCITUM mit Christogramm und Alpha und Omega.
18. Jan. 350 Akklamation des Magnentius zum Kaiser -
Ende Jan. 350 Ermordung des Constans, Magnentius in Trier Beginn der Prägung für Magnentius in Trier mit neuartigen Aussagen: VICTORIA- AVG- LIB- ROMANOR, 'Sieg des Kaisers, Freiheit der Römer' oder GLORIA ROMANORVM 'Ruhm der Römer' Insges. werden für Magnentius und Decentius 84 verschiedene Münztypen bzw. Varianten ausgegeben.
Sommer 350 Zug des Magnentius nach Italien, Ernennung des Decentius zum Caesar -
Herbst 350 Constantius setzt nach Thrakien über -
1. Jan. 351 Magnentius in Aquileia -
Sommer 351 Magnentius auf dem Balkan, Sieg über Constantius bei Adrana -
28.Sept.351 Für Constantius siegreiche Entscheidungsschlacht bei Mursa, Rückzug des Magnentius -
Herbst 351 Magnentius in Italien -
1. Jan. 352 Decentius tritt in Trier das Konsulat an -
Frühjahr 352 Alemannen-Einfälle -
Herbst 352 Rückzug des Magnentius nach Gallien;Constantius in Italien -
Jahresbeginn 353 - Prägung der 'Doppelmaiorina' mit Christogramm zwischen Alpha und Omega SALVS DD NN AVG ET CAES 'das Heil unserer Herrscher, des Kaisers und des Mitgregenten'
Frühjahr 353 Aufstand der Stadt Trier, Poemenius zum Anführer gewählt, Belagerung und möglicherweise Wiedereroberung durch Decentius Prägung für Constantius in Gold einer Emission: VICTORIA AVG NOSTRI'der Sieg unserers Kaisers', in Bronze: zwei Emissionen mit Christogramm zwischen Alpha und Omega, SALVS AVG NOSTRI, 'das Heil unseres Kaisers'
Sommer 353 Niederlage des Magnentius am Mons Seleucus -
10. Aug. 353 Selbstmord des Magnentius -
18. Aug. 353 Selbstmord des Decentius -
Aug. 353 - Wiederaufnahme der Prägung für Constantius in Trier in Gold und Bronze
Herbst353 Von Constantinus nach Arles einberufenes Konzil, Verbannung des standhaften Trierer Bischofs Paulinus -
354/355 Räuberische Germaneneinfälle mit furchtbaren Verwüstungen auch des Trierer Landes -
Sommer 355 - Einstellung der Münzprägung in Trier

*Bemerkung: Die Zeitangaben basieren im Wesentlichen auf dem RIC VIII. Wegen der Zeitangabe für die Schlacht von Singara wird nochmals auf Anmerkung 6 verwiesen.

Nachweise

Verfasser: Karl-Heinz Zimmer

red. Bearb.: Paul Sebastian Moos

erstellt: 14.09.2010

Literatur:

  • Ammianus Marcellinus: Römische Geschichte, Lat./Dt., übersetzt und heraus gegeben mit einem Kommentar von Wolfgang Seyfarth, Berlin 1968.
  • Bastien, P.: Le Monnayage de Magnence (350-353), Wettern 1964.
  • Binsfeld, A.: Die Graffiti der frühchristlichen Kirchenalge in Trier. In: Jahrbuch für Antike und Christentum 2004.
  • Carson, R.A.G., Hill, P.V., Kent, J.P.C. : Late Roman Bronze Coinage, London 1960.
  • Ehling, Kay: Die Erhebung des Nepotianus in Rom im Jahre 350 n. Chr. und sein Programm der urbs Roma christiana. In: Göttinger Forum für Altertumswissenschaft 4 (2001), S. 141-158.
  • Franke, P.R., Hirmer, M.: Römische Kaiserporträts in Münzbild, München 1961.
  • Gilles, K.J.: Uneditierte Magnentiusprägungen der Trierer Münzstätte. In: Trierer Zeitschrift 1977/78, S. 137-143.
  • Ders.: Münzprägung im römischen und mittelalterlichen Trier. Trier-Texte, Nr. 3, Trier 1984.
  • Ders.: Die Aufstände des Poemenius (353) und des Silvanus (355) und ihre Auswirkungen auf die Trierer Münzprägung.In: Trierer Zeitschrift 1989, S. 377-386.
  • Heinen, H.: Trier und das Trevererland in römischer Zeit (2000 Jahre Trier, Band 1) Trier 1985.
  • Ders.: Frühchristliches Trier, Trier 1996.
  • Ders.: Überfüllte Kirchen. In: TRIERER THEOLOGISCHE ZEITSCHRIFT 3/2002.
  • Kellner, W.: Libertas und Chtistogramm, Karlsruhe 1968.
  • Kent, J.P.C.: The revolt of Trier against Magnentius. In: Numismatic Chronicle, London 1959.
  • Ders.: RIC VIII (THE ROMAN IMPERIAL COINAGE, Volume VIII) London 1981. K
  • Kent, J.P.C., Overbeck, B.,Stylow, A. U.: Die Römische Münze, München 1973.
  • Kraft, K.: Die Taten der Kaiser Constans und Constantius II. In: Jahrbuch für Numismatik und Geldgeschichte, Band IX (1958).
  • Mann, G, Heuss, A.: Rom - Römische Welt PROPYLÄEN WELTGESCHICHTE.
  • R.Alföldi, M.: Bild und Bildersprache der römischen Kaiser, Mainz 1999.
  • Rheinisches Landesmuseum Trier: TRIER: Kaiserresidenz und Bischofssitz, Mainz 1984.

Abschließend wird noch auf das Buch ROMAN BRONZE COINS / FROMPAGANISM TO CHRISTANITY / 294–364 A.D. von Victor 'Tory' Failmezger hingewiesen. Mit diesem 2002 bei Ross & Perry, Washington, D.C. erschienenen Buch (ISBN 1-932109-41-2)
mit vielen vorzüglichen, von Doug Smith angefertigten Abbildungen hat der Autor zu der komplexen Periode römischer Münzprägung in der Zeit des Übergangs vom Heidentum zum Christentum mit viel Fleiß wertvolle Aufklärungsarbeit geleistet.

Anmerkungen:

  1. Zitat aus PROPYLÄEN WELTGESCHICHTE, ROM Die römische Welt, Vierter Band, 2. Halbband, Seite 508. Zurück
  2. Zum Stadtbild in der Spätantike wird auf 'TRIER- Die römische Stadt in Bildern', Trier, 2003 von Lambert Dahm verwiesen. Zurück
  3. Zitat aus "Geschichte des Trierer Landes", S. 164 und 165. Zurück
  4. Näheres siehe "TRIER. Kaiserresidenz und Bischofssitz", Mainz 1984, S. 106, Nr. 26, Münzschatz von Arras. Zurück
  5. Auktionskatalog 357 der Münzhandlung Dr. Busso Peus Nachfolger in Frankfurt am Main vom Oktober 1998, S. 52. Der Althistoriker Wilhelm Müseler, der den hier auszugsweise wiedergegebenen Text verfasst hat, leitet die Abteilung für Antike Numismatik dieses traditionsreichen Auktionshauses. Zurück
  6. Zum Zeitpunkt der Schlacht von Singara wird auf den folgenden Widerspruch hingewiesen: von Kraft und in DIE RÖMISCHE MÜNZE wird sie für 344 angesetzt, im RIC VIII ist sie mit dem Sommer 348 und damit in die Endphase der Münzreform datiert. Dieser Widerspruch muss noch aus Gründen der 'numismatischen Plausibilität' aufgeklärt werden. Für das hier behandelte Thema ist diese Aufklärung nicht unbedingt notwendig. Zurück
  7. Näheres siehe 'TRIER. Kaiserresidenz und Bischofssitz', Mainz 1984, S. 107, Nr. 27, Prägestempel der Trierer Münzstätte. Zurück
  8. Rheinisches Landesmuseum Bonn, Inv. Nr. A 1398, roter Sandstein, Oberteil einer zylindrischen Säule, Höhe 53 cm, Durchmesser 45 cm CIL XIII, 9135 und CIL XVII, 554. Zurück
  9. Näheres siehe P. Salama: 'L'EMPEREUR MAGNENCE ET LES PROVINCES AFRICAINES' in: MELANGES NUMISMATIQUES offerts à PIERRE BASTIEN, Wetteren, 1987, S. 212, Fußnote 23. Zurück
  10. Kay Ehling: Die Erhebung des Nepotianus in Rom im Juni 350 n. Chr. und sein Programm der urbs Roma christiana. In: Götinnger Forum für Altertumswissenschaft 4 (2001), S. 141 – 158; siehe Anhang. Zurück
  11. Bruno Bleckmann: Decentius, Bruder oder Cousin des Magnentius? In: Götinnger Forum für Altertumswissenschaft 2 (1999), S. 85 87; siehe Anhang. Zurück
  12. Näheres siehe P. Salama: 'L'EMPEREUR MAGNENCE ET LES PROVINCES AFRICAINES' in: MELANGES NUMISMATIQUES offerts à PIERRE BASTIEN, Wetteren, 1987, S. 205. Zurück
  13. Zitat nach 'DIE BIBEL'. Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, Aschaffenburg, 1980, vergleiche auch Kap/Verse 2,8 und 22,13. Zurück
  14. Näheres siehe 'TRIER. Kaiserresidenz und Bischofssitz' Mainz 1984, S. 239, Nr. 127, Sarg des hl. Paulinus. Zurück
  15. Dr. Paul Dräger: Ein antikes Städtelob auf Trier, Decimus Magnus Ausonius, Ordo urbium nobilium 6, Treveris (Rangfolge berühmter Städte), in Kurtrierisches Jahrbuch 44, 2004, (S. 1114),S.12. Zurück