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Peter von Aspelt

geb. ca. 1240/45, gest. 1320, Amtszeit als Mainzer Erzbischof 1306-1320.

Vermutlich in Trier geboren und aufgewachsen, studierte Peter in Bologna und Padua, offensichtlich auch in Paris. Er war Leibarzt und Hofkaplan Rudolfs von Habsburg, dann an leitender Stelle in der Kanzlei Wenzels II. von Böhmen in Prag. 1297 wurde er von Papst Bonifaz VIII. zum Bischof von Basel erhoben, Papst Clemens V. transferierte ihn im Jahre 1306 auf den Erzstuhl von Mainz. Er setzte sich für die Königswahl Heinrichs VII. (von Luxemburg) ein, behielt an dessen Hofe eine einflussreiche Stellung und krönte Heinrichs Sohn Johann am 7. 2. 1311 zum König von Böhmen. Bei der Doppelwahl 1314 hielt der Erzbischof zu Ludwig dem Bayern und krönte den Wittelsbacher zum König. Die Krönungshandlungen sind auf seinem Grabdenkmal im Dom dargestellt.
Beide Königserhebungen und die damit verbundenen Wahlversprechungen bedeuteten für Mainz nicht nur Befreiung von Schulden (vor allem bei der Kurie), sondern auch Absicherung territorialer Ansprüche. In der Zeit seines Pontifikats, vor allem nach 1314, kamen dazu noch große Einnahmen aus verpfändetem Reichsgut. Er war jedoch nicht nur auf eine gesunde wirtschaftliche Basis seines Erzstifts bedacht, sondern wachte auch über die geistliche Disziplin in seinem Metropolitanverband, vor allem in Provinzialsynoden.
Peter von Aspelt starb am 5. Juni 1320 in Mainz