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Ludwig Berger

[Bild: Stadtarchiv Mainz]

Theater- und Filmregisseur, geb. 1892, gest. 1969.

Ludwig Berger (eigentlich Bamberger) wurde am 6.1.1892 in Mainz geboren und wuchs dort in einem sehr musisch geprägten Elternhaus auf. Er studierte und promovierte in Heidelberg. Im März 1916 hatte er mit seiner ersten Shakespeare-Inszenierung am Mainzer Stadttheater („Viel Lärm um nichts“) einen sensationellen Erfolg. Er führte eine neue künstlerische Ausdruckskunst am Theater ein, mit der er sich rasch einen Namen machte. Unterstützt wurde er dabei von seinem Bruder Rudolf, einem Maler, der die Bühnenbilder entwarf (Rudolf Bamberger wurde später in Auschwitz ermordet). Ludwig Berger wurde kurz nach seinem ersten Mainzer Erfolg nach Berlin verpflichtet, arbeitete dort zunächst als Theaterregisseur und wandte sich bald auch dem Film zu. Sein „Walzertraum“ (ein UFA-Film) wurde ein Welterfolg und brachte ihm einen Ruf nach Hollywood ein. Dort, in der „Filmfabrik“, fühlte er sich jedoch nicht zu Hause und kehrte 1931 nach Berlin zurück. Ab 1933 konnte er wegen seiner jüdischen Abstammung nur noch im Ausland arbeiten. Er drehte „Pygmalion“ in Amsterdam, „Trois Valses“ in Paris und „Der Dieb von Bagdad“ in England. Mit seiner verwitweten, fast erblindeten Mutter wohnte er in Amsterdam. Nach dem Einmarsch der Deutschen lebte und arbeitete er mit falschem Pass, unterstützt von guten Freunden, in Holland weiter. Nach Kriegsende kehrte Ludwig Berger nach Deutschland zurück, lebte in Schlangenbad im Taunus und arbeitete als Theater-, Film- und Hörspielregisseur. Als neues Medium kam nun der Fernsehfilm hinzu. Außerdem betätigte er sich als Schriftsteller. Er starb am 18. Mai 1969 im Alter von 77 Jahren.

Nachweise

Verfasser: Hedwig Brüchert

Quelle: 2000 Jahre Mainz - Geschichte der Stadt digital