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Albrecht von Brandenburg

Mainzer Erzbischof mit einer Amtszeit 1514-1545, geb. 1490, gest. 1545.

Obwohl der 23-jährige Markgraf Albrecht von Brandburg bereits Erzbischof von Magdeburg und Bistumsadministrator von Halberstadt war, wählte ihn das Domkapitel vor allem aus finanziellen und politischen Gründen zum Erzbischof von Mainz. Denn die dritte Erzbischofswahl in so kurzer Zeit überstieg wegen der Palliengelder die finanziellen Möglichkeiten des Erzstiftes. Albrecht versprach, alle Kosten persönlich zu übernehmen.
Außerdem hoffte das Domkapitel, dass Albrechts Bruder, der mächtige Kurfürst von Brandenburg, in dem Streit um die thüringischen Besitzungen die Mainzer Seite unterstützen und vor einer Intervention Kursachsens bewahren würde. Für die Bestätigung seiner drei Bistümer musste er dem Papst etwa eine halbe Million Mark bezahlen und stürzte sich darum bei dem Bankhaus Fugger in Augsburg in große Schulden. Albrecht erwirkte vom Papst auch den Auftrag, den für den Bau der römischen Peterskirche ausgeschriebenen Ablass in seinen Diözesen und in Brandenburg verkünden zu lassen. Vereinbart wurde, dass die Hälfte der eingehenden Gelder zur Schuldentilgung an die Fugger abzuführen sei.
Dieses Geschäft und die Art und Weise, wie der Ablass verkündigt und das Geld eingetrieben wurde, veranlasste - neben anderen Missständen - den Wittenberger Theologieprofessor und Augustinermönch Martin Luther zur Abfassung seiner 95 Thesen. Dies löste die Reformation aus. Kurfürst Albrecht, seit 1518 auch Kardinal, repräsentiert den Typ des einen aufwändigen Lebensstil führenden Renaissancefürsten: humanistisch gebildet, wissenschaftlich vielseitig interessiert, mit berühmten Gelehrten befreundet, Kunstsammler und Mäzen vieler Künstler. Er zeigte wenig Interesse für theologische Fragen, wie sie von Luther aufgeworfen wurden. Er leitete daher bereits im Dezember 1517 Luthers Thesen, die dieser ihm als seinem zuständigen Bischof eingereicht hatte, zur Begutachtung und Entscheidung an die römische Kurie weiter. Er bezog in dem konfessionellen Streit keine feste Position und duldete auch mehrere Freunde Luthers an seinem Hof. Erst seit dem Bauernkrieg im Jahr 1525 verband er sich stärker mit altgläubigen Fürsten.
Albrecht entwickelte sich gegen Ende seines Lebens zunehmend zu einem erbitterten Gegner der Reformation, als diese auch Magdeburg, Halberstadt und 1541 selbst seine Lieblingsresidenz Halle erfasst hatte und auch große Teile des Mainzer Erzstiftes verlorengegangen waren. Zur Festigung der altgläubigen Position berief er 1542 den "ersten Jesuiten in Deutschland", Peter Faber, an die Mainzer Universität. Kurfürst Albrecht verstand es, tüchtige und qualifizierte Beamte an seinen Hof zu ziehen. Mit ihrer Hilfe führte er frühmoderne Verwaltungssreformen durch. Das Hofgericht wurde als zentrale Gerichtsinstanz für alle Landesteile des Kurstaates eingerichtet. In der Stadt Mainz erinnern heute vor allem das eindrucksvolle Denkmal im Dom und der Marktbrunnen an den brandenburgischen Renaissancefürsten auf dem "Heiligen Stuhl zu Mainz".