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Paul Haenlein

Luftschiff

Luftschiffkonstrukteur, geb. 1835, gest. 1905.

Dem am 17.10.1835 in Mainz geborenen technisch hochbegabten Haenlein bereitete bereits als Kind das Tüffteln und Basteln Freude. Nach einer Ausbildung zum Maschinenbauer und Modellschreiner sowie dem Studium an der Technischen Hochschule Karlsruhe arbeitete er als Diplomingenieur für verschiedene europäische Maschinenfabriken. 1865 ließ er seine Idee eines durch einen Gasmotor angetriebenen Ballons patentieren. Zurück in Mainz setzte er seine nunmehr rechtlich geschützte Vorstellung eines Luftschiffes in einem Modell um. Dieses begeisterte zwar 1871 die Mainzer Bevölkerung, es fanden sich aber dennoch keine Investoren in die Haenleinsche Fiktion des Fliegens. Finanzielle Unterstützung fand der Erfinder schließlich in Wien. Schon im folgenden Jahr wurde die "Aeolus", ein 52 Meter langes, lenkbares Luftschiff mit Leuchtgasfüllung, gebaut. Die eigens für die Realisierung des Haenleinschen Luftschiffes geschaffene Gesellschaft forderte - trotz des Widerstands des Innovators - einen Testflug in einer Höhe, für welche die bisherige Konstruktion des Luftschiffes noch nicht ausgestattet war. Mit dem Platzen des Auftriebskörpers aus gummierter Rohseide im zu starken Wind wurde auch der Traum Haenleins vom Fliegen zerstört.
Lediglich in der Theorie konstruierte er weiter an seinem Luftschiff: Noch im Jahr vor seinem Tod veröffentlichte er die Studie "Über das jetzige Stadium des lenkbaren Luftschiffes". Bis zu diesem Zeitpunkt arbeitete er enttäuscht und verschuldet in einer schweizerischen Maschinenfabrik, wo er 1875 das erste Auto der Schweiz erbaute.
Paul Haenlein starb am 27.2.1905 in Mainz.

Nachweise

Verfasser: Sonja Glaab

Quelle: 2000 Jahre Mainz - Geschichte der Stadt digital