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Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg

Bild: Herr Alfen, Schlossmuseum Aschaffenburg[Bild: Herr Alfen, Schlossmuseum Aschaffenburg]

Mainzer Erzbischof mit einer Amtszeit 1729-1732, geb. 1664, gest. 1732.

Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg wurde 1664 geboren. Der vom Domkapitel zum Koadjutor und damit zum Nachfolger Lothar Franz von Schönborn gewählte Prinz aus dem Fürstenhause Wittelsbach, ein Schwager Kaiser Leopolds I. und ein Bruder der Kurfürsten von der Pfalz Johann Wilhelm und Carl (III.) Philipp, stellte einen Höhepunkt des Zugriffs des Hochadels auf hohe kirchliche Ämter dar. Der nie zum Priester und Bischof geweihte Wittelsbacher hatte vor der Übernahme des Amtes als Mainzer Erzbischof und Kurfürst seit seinem 19. Lebensjahr zahlreiche Kirchenpfründe angesammelt. Er war Bischof von Breslau und Worms, Hoch- und Deutschmeister des Deutschen Ordens, Propst von Ellwangen und Erzbischof und Kurfürst von Trier, ein Amt, welches er vor Antritt des Mainzer Amtes niederlegen musste, da das Reichsrecht nicht erlaubte, dass zwei Kurstimmen sich in einer Hand befinden.
Wie sein Vorgänger ließ er die geistlichen Aufgaben von seinen Weihbischöfen ausführen. Die Bauarbeiten zum Deutschhaus, in dem sich heute Landtag und Landesregierung von Rheinland-Pfalz befinden, wurden während seiner Herrschaft begonnen. Seine persönliche Lebensführung gilt als tadellos und korrekt. Als Herrscher entfaltete er im Stil der Zeit eine pompöse und prunkvolle Repräsentation. Er starb am 18.4.1732 in Breslau, wo er in der von ihm erbauten Kurfürstenkapelle begraben liegt.

Nachweise

Verfasser: Werner Marzi

Quelle: 2000 Jahre Mainz - Geschichte der Stadt digital

Biographie von Werner Marzi