Medard in der Pfalz

Medard

In und um Medard gibt es zahlreiche Siedlungsspuren sowohl aus vorgeschichtlicher als auch aus gallo-römischer Zeit. So wurden Überreste, wie Scherben und Münzen, einer keltischen Siedlung ausgehoben. Aus römischer Zeit wurden Fundamente einer römischen villa rustica mitsamt Nebengebäuden ausgegraben, die sich über drei Hektar erstrecken und somit zu den größten Gutsanlagen der Westpfalz gehören. Zudem gab es in dem Gebiet von Medard eine römische Siedlung, die vermutlich bis ins 5. Jahrhundert bestanden hatte. Es wird angenommen, dass es relativ schnell zu einer erneuten Besiedlung der Umgebung kam. Sicher ist jedoch, dass sich im 10. und 11. Jahrhundert Menschen wieder niedergelassen hatten.

Die Ortsgemeinde wurde 1150 erstmals als "Sancti Medardi" urkundlich erwähnt. Der Name stammt von dem ursprünglichen Patron der Kirche in Medard.

Das Dorf lag zunächst im freien Königsland bis es durch einen Merowingerkönig an den Bischof von Verdun übergeben wurde. 1235 wurde Medard als Lehen der Grafschaft Veldenz zugesprochen und blieb bis 1444 in ihrem Besitz. Nachdem die Grafschaft, auf Grund mangelnder Nachkommen, erloschen war, gründete Stephan aus der Kurpfalz die Pfalzgrafschaft Zweibrücken, in der Medard in das Oberamt Meisen gegliedert wurde.

Im Dreißigjährigen Krieg litt die Bevölkerung unter stetigen Einfällen und Plünderungen von kaiserlichen Truppen, zudem brach im gesamten Gebiet die Pest aus, welche eine hohe Zahl an Opfer forderte. Die Gemeinde wurde vermutlich im 17. Jahrhundert als Folge der Eroberungskriege des französischen Königs Ludwig XIV. zerstört und erst später wieder aufgebaut.

In der Zeit von 1801 bis 1814 stand Medard unter französischer Herrschaft und war in das Saardepartement, das Arrondissement Birkenfeld und die Mairie Meisenheim eingegliedert. Nach dem Wiener Kongress wurde Medard erneut dem Oberamt Meisenheim zugesprochen, welches gleichzeitig zum Fürstentum Hessen-Homburg gehörte. 1866 starb der letzte Fürst, was dazu führte, dass Preußen die Ländereien von Hessen-Homburg übernahm und in den preußischen Rheinkreis eingliederte. 

Seit der Regional- und Verwaltungsreform aus dem Jahr 1968 ist Medard eine eigenständige Ortsgemeinde in der Verbandsgemeinde Lauterecken und im Landkreis Kusel.

Nachweise

Redakt. Bearb.: Aileen Schröder

Quelle: Schworm, Ernst: Ortslexikon des Landkreises Kusel.