Mittelrhein

Fest der fliegenden Brücke in St. Goar

Von Stefan Grathoff

Kategorie: Veranstaltungshinweis, Mittelrheinportal

Noch heute kann man die Fähre zwischen St.Goar - St-Goarshausen nach altem Brauch am Ostermontag mit Ostereiern bezahlen...

"Eier los" heißt es wieder am Ostermontag, dem 9. April 2007 von 11.00 bis 18.00 Uhr beim traditionellen "Fest der Fliegenden Brücke" in den Schwesterstädten St. Goar und St. Goarshausen.

Zur Zeit der "Fliegenden Brücke" (Rheinfähre) soll das Übersetzen zum anderen Rheinufer für Einheimische kostenlos gewesen sein. Dafür dankten die Bürger dem Fährmann zu Ostern mit Ostereiern. Diese Tradition wird heute wieder aufgegriffen. Jeder Besucher kann gegen Abgabe eines Ostereis die Fähre ohne PKW von 11.00 bis 18.00 Uhr so oft er will kostenlos benutzen und sich die frische Rheinluft um die Nase wehen lassen. Um 11.00 Uhr wird das Fest durch den "Echobläser" eröffnet. Am Rheinufer erwartet die Besucher ein buntes Markttreiben. Ein musikalisches Rahmenprogramm wird geboten. Höhepunkt in St. Goar ist der 5. St. Goarer Eierlauf durch die engen Gassen der Innenstadt, der um 14.00 Uhr in der Fußgängerzone startet.

Zur Geschichte der Fliegenden Brücke

Spätestens seit dem Jahr 1532 (Erwähnung des Fährtyps) hatten die Landgrafen von Hessen, die nach dem Aussterben der Grafen von Katzenelnbogen im Jahr 1479 das katzenelnbogische Erbe in den beiden Gemeinden angetreten hatten, eine Fährverbindung eingerichtet. Die "Fliegende Brücke" bestand aus zwei großen Nachen, die wie ein Katamaran zu einer einzigen Plattform verbunden waren. Diese Fähre wurde an einer Kette in der Strommitte verankert. Die Wasserströmung trieb die Fähre, je nach Stellung der Ruder, zum gegenüberliegenden Ufer. Der Name "Fliegende Brücke" entstand, weil die Fähre den Fluss mit beachtlicher Geschwindigkeit überwand. Ähnliche fliegende Brücken gab es auch in anderen Gemeinden, so etwa in Mannheim, Koblenz und Köln. Die fliegende Brücke in St. Goar hatte für die Versorgung der mächtigen Festung Rheinfels aus dem hessischen Hinterland eine beachtliche Bedeutung. So standen wohl weniger wirtschaftliche, als vielmehr militärische Gründe bei der Einrichtung der Fährverbindung im Vordergrund. Außerdem wollten die Landgrafen repräsentieren und schmückten die fliegende Brücke besonders prächtig aus. Die Stadt und die Bürger von St. Goar mussten Hand- und Spanndienste leisten und durften dafür die fliegende Brücke kostenlos benutzen. Als Dank für den Fährmann brachte man diesem zu Ostern Eier.

Kontakt:

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