Rheinhessen

Buchvorstellung des zweiten Bandes der Reihe "Beiträge zur Geschichte der Juden in Rheinland-Pfalz

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Der zweite Band der Reihe Beiträge zur Geschichte der Juden in Rheinland-Pfalz "Die Judenpolitik der Mainzer Erzbischöfe und Kurfürsten – Von Adolf II. von Nassau bis Anselm Franz von Ingelheim 1461 – 1695“ wird am 14. Mai 2018 der Öffentlichkeit präsentiert.

Das Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e.V und der Nünnerich-Asmus Verlag laden Sie am Montag, den 14. Mai 2018, um 19:00 Uhr herzlich zur Buchvorstellung des Bandes "Die Judenpolitik der Mainzer Erzbischöfe und Kurfürsten – Von Adolf II. von Nassau bis Anselm Franz von Ingelheim 1461 – 1695“ ein. Die Begrüßung und ein anschließender Vortrag erfolgen von Prof. Dr. Michael Matheus. Neben Ulrich Hausmann, der den Inhalt des Bandes zusammenfassend vorstellt, wird auch die Verlegering Dr. Annette Nünnerich-Asmus einige Worte sprechen.

"Die Judenpolitik der Mainzer Erzbischöfe und Kurfürsten – Von Adolf II. von Nassau bis Anselm Franz von Ingelheim 1461 – 1695“

In seinem umfangreichen Werk "Die Judenpolitik der Mainzer Erzbischöfe und Kurfürsten – Von Adolf II. von Nassau bis Anselm Franz von Ingelheim 1461 – 1695“ ist Werner Marzi eine kompakte und kenntnisreiche Darstellung der frühneuzeitlichen Judenpolitik im Kurmainzer Herrschaftsgebiet gelungen, die durch Ulrich Hausmanns Beitrag zur Siedlungsgeschichte der Kurmainzer Juden ergänzt wird. Thematisiert werden zwei Jahrhunderte jüdischer Geschichte: Als 1470 Erzbischof Adolf II. von Nassau den allgemeinen Judenschutz aufkündigte, den Haus- und Grundbesitz der Juden beschlagnahmen ließ und sie aufforderte, ihre Wohnorte zu verlassen, endete die mittelalterliche Judengemeinde in Mainz. Insgesamt verschlechterte sich die rechtliche Lage der Juden bereits seit den Pogromen der Pestzeit (1349) erheblich. Auch in den folgenden Jahren sollte das Leben der Juden im frühneuzeitlichen Kurmainz durch Höhen und Tiefen geprägt bleiben – nicht zuletzt aufgrund der unterschiedlichen Politik der jeweiligen Erzbischöfe und Kurfürsten – und darüber entschied der jeweils herrschende Kurfürst oder Erzbischof.
Mal müssen Juden die Stadt verlassen, mal werden sie wegen ihrer Fähigkeiten in Medizin, Wissenschaft oder Technik aufgenommen oder genießen als wichtige Handelspartner und Kreditgeber den Schutz des Landesherrn. Ihre Situation ist anhaltend unbeständig. Nur eines war sicher: Die politisch-rechtliche Stellung der Juden war stets Thema der landesherrlichen und bischöflich-pastoralen Politik, und diese gewährte ihnen immerhin über längere Zeiträume ein gewisses Maß an Rechtssicherheit.

Auszüge aus dem Inhalt

  • Die Heimat der Juden war transitorisch
  • Rückblick auf den mittelalterlichen Jugendschutz
  • Schutzaufkündigung, Restriktion und Neubeginn
  • Widersprüchliche Exklusion und Inklusion
  • Die Juden als anerkannte Korporation mit religiöser Selbstbestimmung
  • Ausgleich zwischen Untertanenschutz und den Interessen jüdischer Handelsleute
  • Wechselhafte Judenpolitik des deutschen "Salomo"
  • Regulierte Leben, innnerjüdische Organisation und die Belastungen durch fortwährende Kriege

Hrsgg. von Hans Berkessel, Michael Matheus und Kai-Michael Sprenger (Beiträge zur Geschichte der Juden in Rheinland-Pfalz 2). Nünnerich-Asmus-Verlag 2018, 288 Seiten 50 Abbildungen, 34,90€ (ISBN 978-3-945751-41-1)
Erhältlich im Buchhandel.

Die Autoren

Werner Marzi, seit 2001 freier Mitarbeiter des Instituts für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e. V., ist Bearbeiter des von der Fritz Thyssen Stiftung geförderten und von Germania Judaica IV begleiteten Projektes „Juden in Kurmainz - Frühe Neuzeit 1484-1673“. Er ist Herausgeber der spätmittelalterlichen Ingelheimer Harderbücher und ausgewiesener Kenner mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Geschichte.
Ulrich Hausmann, Historiker, Judaist und Theologe, seit 2004 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichtliche Landeskunde und an der Professur für Judaistik der Universität Mainz; derzeit Archivar am Dom- und Diözesanarchiv Mainz. Er wirkte unter anderem mit an dem Band "Leuchte des Exils. Zeugnisse jüdischen Lebens in Mainz und Bingen", hrsg. v. Hans Berkessel.