Rheinhessen

Historiker Prof. Dr. Helmut Mathy gestorben

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Helmut Mathy

Helmut Mathy

Im Alter von 74 Jahren ist am 14. Oktober der Mainzer Historiker Prof. Dr. Helmut Mathy verstorben. Mathy beschäftigte sich im Rahmen seiner Professur an der Universität Mainz und als Vorsitzender des Mainzer Altertumsvereins intensiv mit der Mainzer Stadtgeschichte und der Regionalgeschichte des Mittelrheins.

An den Rhein kam der 1934 in Kinheim an der Mosel geborene Helmut Mathy erst 24 Jahre später: 1958. „Aber er hatte wohl Mainzer Geschichte im Blut“, würdigte Oberbürgermeister Jens Beutel die Verdienste des Historikers Professor Dr. Helmut Mathy, als er heute die traurige Nachricht vom Tod Professor Mathys erhielt: „Seine Verdienste um die Stadt Mainz, die Mainzer Universität und die Region ringsumher, in der Erforschung, Beschreibung und Bewahrung der hiesigen Geschichte, der kleinen und großen historischen Zusammenhänge und ihrer Zeugnisse sind außerordentlich vielfältig. Und bei all dem war Professor Mathy kein trockener, weltabgewandter Wissenschaftler im stillen Kämmerlein.“
Mathys wissenschaftliche Leistungen wurden durch zahlreiche ehrenvolle Berufungen und Ernennungen gewürdigt. Ab 1972 war er Lehrbeauftragter an der Universität Mainz bei den Historikern und Rechtshistorikern, ab 1977 Honorarprofessor. Darüber hinaus engagierte sich der Historiker für kirchliche Bildungswerke, für viele Vereine, Vereinigungen und Gremien. Sein öffentliches Engagement war weit gefächert. Auch in der CDU, für die er von 1994 bis 2004 im Stadrat saß und deren kulturpolitischer Sprecher er lange war, spielte er eine große Rolle. Im Jahr 2000 verlieh ihm die Stadt Mainz für seine Verdienste um die Geschichte der Stadt das Kaisermedaillon.

Mathy hatte nach dem Abitur 1954 zunächst an den Universitäten Bonn, München, Wien und Innsbruck die Fächer Geschichte, Germanistik, Pädagogik und Philosophie studiert. 1959 wurde Helmut Mathy an der Universität Innsbruck zum Dr. phil. promoviert. 1958 hatte er bereits in Mainz-Bretzenheim eine neue Heimat gefunden und begonnen, sich intensiv mit der Mainzer Geschichte zu befassen. Erste Kontakte mit ihr waren bereits während der Arbeit an seiner Dissertation „Franz Georg von Metternich, der Vater des Staatskanzlers. Ein Diplomat in kaiserlichen Diensten“ zustande gekommen, für die er intensive Archivstudien vor allem im Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchiv betrieben und dabei die dortigen Mainzer Bestände erforscht hatte.

Bei weiteren Studien an der Universität Mainz verbreiterte er zielstrebig die Grundlage für die künftige Arbeit des Historikers. Weitere Studien, wie etwa die Rechtswissenschaften von 1960 bis 1966 und erste Anstellungen als Assistent, danach Mitarbeiter am historischen Seminar bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft oder später als Kustos, dann Akademischer Rat am Institut für Rechts- und Verfassungsgeschichte, folgten. „Ein echter Generalist vom alten Schlag, von dessen umfassenden Wissen Mainz später sehr profitieren konnte und der sich stets für seine ‚Themen’ einsetzte“, so Oberbürgermeister Beutel. Dazu zählten zum Beispiel die Altstadtsanierung, die Erhaltung des Eisenturm und des Proviantamtes,

In den 60er Jahren setzten Mathys überaus zahlreiche und ergiebige Publikationen ein. Neben den bis dahin intensiv betriebenen Studien und Buchpublikationen zur Universitätsgeschichte, die ihn über all’ die Jahre nicht loslässt, treten auch Themen aus und um Mainz, wie etwa die Geschichte der Mainzer Universität und die Mittelrheinische Geschichte in den Vordergrund.

In diese Zeit fielen auch Mathys erste, immer intensiver werdende Kontakte zum Altertumsverein, bei dem er weit über 120 vielbeachtete Vorträge hielt und für den 30 Jahre lang als Vorsitzender wirkte. Zugleich vollzog er zu dieser Zeit auch den beruflichen Wechsel von der Universität zur Landesregierung. Oberbürgermeister Beutel: „Professor Mathy blieb in allen Jahren, trotz seines außeruniversitären Tätigkeitsfeldes, seinen wissenschaftlichen Ambitionen treu und seinen Themenfeldern verbunden. Seine organisatorischen Fähigkeiten, seine unkomplizierte, sympathische Art mit Menschen umzugehen und sein tatkräftiges Wesen, gepaart mit einer ausgeprägten Formulierkunst und hohen, selbstgesetzten wissenschaftlichen Maßstäben machten ihn auf einem Feld, wo man doch eher trockene, einseitige Begabungen vermutet, zu einer lebendigen Persönlichkeit.“

Quelle: Pressemitteilung der Stadt Mainz vom 23.10.2008