Bornheim in Rheinhessen

Mittelalterliche Ortsbefestigung Bornheim

Die 1243 erstmals genannte, ehemalige St. Martinskirche wird Mitte des 16. Jh. lutherisch und nach dem Rijswijer Frieden simultan, heute ist sie evangelisch. Der Turm (um 1200) hat die Zerstörungswut der Franzosen 1690 überstanden, während das stark beschädigte Kirchenschiff abgerissen werden musste und 1714-27 neu errichtet wurde. Die Kosten trug die lutherische Gemeinde. Um 1320 wurde im Erdgeschoss des Turms ein Gewölbe eingezogen, aus dieser Zeit stammen auch die Maßwerkfenster und die Wandmalereien. Die seitliche Sakristei wurde im 15. Jh. angefügt.[Bild: Harald Strube]

Im Mittelalter war das Dorf mit einem Graben umgeben. Dahinter war die Erde zu einem kleinen Wall aufgeworfen, der mit Effen (Ulmen) und Dornenhecken und ineinander verschlungenen Ästen zu einem Gebück, zum sogenannten "Bannzaun" bepflanzt war. Nur gab darin nur wenige Durchlässe, die oft mit Falltoren verschlossen waren und führten zum Dorf heraus in die Gemarkung.

Die Falltore brauchte man nur aufmachen. Da sie schräg angeschlagen waren, fielen sie nach dem Gebrauch von alleine wieder zu. Einige Flurnamen erinnern heute noch daran: "Hinter den Hecken", "Eulenhecke" und "Falter" (Falltor). Andere sind in Vergessenheit geraten, wie auch der Flurname "Kirchgraben".

Von Dorfpforten oder Toren ist in all den Jahrhunderten nichts bekannt!

Zur Dorfbefestigung gehörte auch die dem Hl. Martin geweihte Wehrkirche aus dem 12. Jahrhundert, ergänzt durch einen ummauerten Friedhof. Zwei unterirdische Gänge, vermutlich als Fluchtwege gedacht, gingen von dort aus nach Süden und Nordosten ab. 

Von der Ortsbefestigung von Bornheim lässt sich nichts mehr erahnen. Nur noch die Flurbezeichnungen "im Thalgraben", "hinter der Hecke" und "Hinterm Falter" erinnern daran.


Autor: Wolfgang Höpp

Verwendete Literatur:

  • Homepage der Gemeinde Bornheim Rheinhessen.

Erstellt am: 21.03.2022.