Selzen in Rheinhessen

Redaktioneller Hinweis: Der nachfolgende Text stammt aus der Publikation "Rheinhessen in Vergangenheit und Gegenwart" von Karl Johann Brilmayer, die 1905 erschienen ist. Brilmayer gab keine Belege an und die Aussagen sind auch nicht von der Redaktion überprüft worden. Im Allgemeinen gilt Brilmayer aber als recht zuverlässig. Bei einer Benutzung Brilmayers für eine Veröffentlichung sollten die Angaben im Detail überprüft werden.


Selzen bei Karl Johann Brilmayer

Selzen erscheint urkundlich im Jahr 782 unter dem Namen Salzen, später Selza (1200), Sulzen (1215), Selzin (1281), Selse (1286), Selsen uf dem gauwe (1377). Im Jahr 782 schenkt Sigibert sein Eigentum in Selzen dem Kloster Lorsch. Im Jahr 1200 hatten sich die Einwohner von Selzen verpflichtet, die Mauern und Gräben der Stadt Mainz unterhalten zu helfen, wofür ihnen in Kriegszeiten Schutz gewährt wurde.

Das Domstift in Worms besaß von alten Zeiten her viele Güter und Gerechtsame in Selzen, darunter auch die Vogtei über den Ort. Aber im Jahr 1453 übergaben Dekan und Kapitel des genannten Stifts ihren halben Teil am Dorf, Gericht und Gemarkung dem Kurfürsten Friedrich I. von der Pfalz in Eigentum, um wenigstens für den anderen Teil und seine Güter geschützt zu sein. Kurpfalz behauptete jedoch später die ganze Oberherrlichkeit gegen den Widersprcuh des Wormser Domstifts und behielt den Besitz, ohne einen Rechtstitel aufweisen zu können. Kurpfalz blieb im Besitz des Dorfes bis zum Ende des Kurstaates. Es war dem Oberamt Alzey zugeteilt.