Rückeroth im Westerwald

Die Hausnamen

Die Entstehung von Hausnamen geht auf einen Bevölkerungsanstieg in Städten und Dörfern während des Mittelalters zurück. Hieraus ergab sich die Notwendigkeit Menschen mit identischen Vornamen voneinander unterscheiden zu können, weshalb – zusätzlich zu den bisher genutzten Vornamen – Haus- und Familiennamen entstanden. Ferner wurde es wichtig Häuser ohne Straßennamen oder Hausnummern lagemäßig zu bestimmen, um von dort Steuern erheben zu können.

Zwischen Haus und Familiennamen existieren dabei zwei grundsätzliche Unterscheidungsmöglichkeiten. Einerseits blieben Hausnamen, wie der Name bereits verrät, an Haus und Hof gebunden, wohingegen Familiennamen auf Menschen referierten. Andererseits orientierten sich Hausnamen an dem Dialekt der jeweiligen Region, während Familiennamen in „hochdeutscher“ Sprache gehalten waren.

Namensgebend für das Haus war zumeist der Vorname des Bauherrn. So findet sich beispielsweise in Rückeroth der Hausname „Hänrichs“, der vom Vornamen Henrich abgeleitet ist. Aber auch eine Kombination zweier Vornamen wie bei „Hänrichspittersch“ – eine Kombination der Vornamen Henrich und Peter – war möglich. Notfalls konnte hierzu noch ein Attribut, wie vorne, hinten, oben oder unten hinzugefügt werden, um gleiche oder ähnliche Hausnamen voneinander unterscheiden zu können. Als Beispiel hierfür findet sich in Rückeroth der Hausname „Vorne Schwazersch“. Weiterhin wurden Flurnamen wie „Betzen“ gerne verwendet, da auch sie im Dialekt gehalten waren. In selteneren Fällen stand die Berufsbezeichnung des Familienoberhaupts Pate für den Hausnamen. So zum Beispiel bei „Nolschmidts“ oder „Schreinersch“. Dieser war dann wiederum kombinierbar mit dem Vornamen dessen, der den Beruf ausübte.