Komponist (geb. 08.01.1853 in Gauersheim, gest. 03.05. 1932 in Hamburg)
Friedrich Eberle war ein deutscher Komponist, Kapellmeister und Musikdirektor.[1] Er kam am 8. Januar 1853 als Sohn von Johann Phillipp und Katharina Eberle geb. Ritterspach(er)[2] in Gauersheim zur Welt.[3] Nachdem er die Volks- und Realschule abgeschlossen hatte, studierte er von 1867 bis 1877 in Speyer, Stuttgart und München Musik mit den Fächern Klavier, Orgel, Violine und Harmonielehre. Ein Jahr nach seinem Studium zog er nach Hamburg, wo er 1882 Caroline Auguste Maria Lauenstein verw. Burmester (geb. 28.01.1859 in Celle, gest. 1904 in Hamburg) heiratete. Das Paar bekam vier Kinder. Ihr Sohn Heinrich wurde später, wie sein Vater Komponist. In der Elbmetropole war Eberle als Musiklehrer und Kapellmeister tätig. Er spielte in den Salons der bürgerlichen Oberschicht und in Vergnügungsstätten, wie „Damm’s Tivoli“, einem großen Sommertheater, wo er zum Musikdirketor aufstieg.[4]
Eberle reiste viel, angeblich begleitete er den preußischen Prinz Heinrich auf seiner Amerika-Reise 1902, was sich jedoch nicht urkundlich nachweisen lässt.[5]
1906 besuchte Eberle erstmals wieder Gauersheim, was er von da an jährlich tat. 1931 kam er zum letzten Mal. Er verstarb am 3. Mai des Folgejahres in Hamburg und wurde im Ohlsdorfer Krematorium eingeäschert.[6]
1948 wurde anlässlich des Sängerfestes des MGV Gauersheim eine Gedenktafel an Eberles Geburtshaus in der Brückenstraße 2 eingeweiht.[7]
Eberle komponierte im damals populären Salonstil, der durch leicht zu erlernende und vorzutragende Stücken zur Aufführung in den bürgerlichen Salons gekennzeichnet ist.[8] Sein bekanntestes Stück ist „Ein Vöglein sang im Lindenbaum“ (auch bekannt als „Unter dem Lindenbaum“), das eine tragische Liebesgeschichte zum Thema hat.[9]
Weiterführende Literatur
- Weyrauch, Oliver: Friedrich Eberle aus Gauersheim bei Kirchheimbolanden. Ein Komponist unterhaltender Musik im späten 19. Jahrhundert. Landau 1993.
Anmerkungen
[1] Deutsche Nationalbibliothek.
[2] Unterschiedliche Angaben zum Nachnamen.
[3] Weyrauch 2001, S. 34; Musiker-Lexikon 1929, S. 266.
[4] Weyrauch 2001, S. 34f.
[5] Ebd. S. 35.
[6] Ebd. S. 37.
[7] Ortschronik 1985, S. 86f.
[8] Weyrauch 2001, S. 36.
[9] Weyrauch 2001, S. 37; Deutsche Nationalbibliothek.