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Fritz von Unruh

Expressionistischer Schriftsteller und Pazifist, geb. 1885 in Koblenz, gest. 1970 in Diez

Fritz von Unruh[Bild: Stadtarchiv Koblenz (StAK) N 56]

Fritz Wilhelm Ernst von Unruh wurde am 10. Mai 1885 in Koblenz geboren. Nach dem Abitur, welches er 1906 in der Kadettenanstalt in Plön ablegte, entschied Unruh sich 1911 gegen die militärische Laufbahn und für den Beruf des Schriftstellers. Dennoch meldete sich der Autor im Ersten Weltkrieg als Freiwilliger. Durch die Erfahrungen, die er zwischen 1914 und 1918 an der Front sammelte, wandelte sich Unruh zum Pazifisten.

Nach dem Krieg wurde er einer der bedeutendsten Dramatiker der Weimarer Republik und engagierte sich als einer der Mitinitiatoren der „Eisernen Front“ für den Frieden sowie gegen den erstarkenden Nationalsozialismus. Aufgrund der Machtergreifung floh der Schriftsteller über Italien, Frankreich und Spanien schließlich in die USA, wo er sich auch der Malerei widmete. 1948 kehrte Unruh nach Westdeutschland zurück, wo er jedoch nicht an seine literarischen Erfolge anknüpfen konnte. Das Klima in der jungen Bundesrepublik empfand er als restaurativ und bedrückend. So kehrte der Dramatiker 1955 wieder in die USA zurück, bevor er sich 1962 schließlich auf dem Familienhof in Diez niederließ. Dort verstarb Unruh 1970 im Alter von 85 Jahren.

Das Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz konnte neben den Erstausgaben seiner Werke auch eigenhändige Briefe des Autors erwerben, die in der Rheinischen Landesbibliothek in Koblenz verfügbar sind. Aus Anlass seines 50. Todestages erarbeitete die Bibliothek die Online-Ausstellung „Fritz von Unruh – Schriftsteller, Demokrat, Pazifist“, die Sie hier abrufen können

Autor: Jan Brunner
Erstellt am: 06.01.2021
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