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Felsenburgen

Felsenburgen kommen nur in ganz bestimmten Landschaften vor, etwa in den Vogesen und im Pfälzer Wald, einige auch auf der Schwäbischen Alb und in der bayerischen Oberpfalz. Zu den berühmten Felsenburgen zählen etwa die Burg Fleckenstein, die benachbarte Burg Löwenstein, die Dahner Burgen, Wegelnburg, Burg Falkenstein und Altwindstein im Wasgau sowie Burg Landstuhl in der Pfalz. Im Siebengebirge ist der Drachenfels hervorzuheben. Einzelne aus dem Fels gehauene Räume finden sich noch auf Burg Regenstein im Harz, auf Neuscharfeneck/Rheinpfalz, dem Trifels sowie den benachbarten Burgen Anebos und Scharffenberg. Die Räume, Kammern, Gänge und Treppen der Felsenburgen wurden in mühsamer und langwieriger Arbeit mit Hammer und Meißel aus dem Felsen herausgehauen, -gekratzt und -gebrochen. Die teilweise abenteuerlichen Zugänge zu den Felsenburgen, die oft nur aus Leitern oder wegnehmbaren Treppen bestanden, waren zwar bei Gefahr leicht zu verteidigen, aber für den täglichen Gebrauch mehr als umständlich.

Der Aufstieg auf den Felsen in Hohbarr war nur mittels hoher Leitern möglich. Die Burg Berwartstein konnte nur durch einen fast senkrecht nach oben führenden Höhlenschacht betreten werden. Ähnlich bemerkenswerte Zugänge hatten auch die Burgen Lützelhardt/Lahr, Anebos und Scharfenberg vor Trifels, Drachenfels und Fleckenstein im Wasgau.

In Friedenszeiten wurde der Zugang auch nur selten gebraucht, denn der Alltag spielte sich am Fuß des Burgfelsens in der Vorburg ab. Hier befanden sich die Wohnhäuser und Stallungen sowie der Brunnen, während der steile enge Felsen mit seinen Zisternenanlagen nur als Rückzugsort bei Gefahr diente. Auch die Vorburg konnte besonders befestigt sein.

Die Vorburgen von Landstuhl, Neudahn und Sickingen-Hohenburg waren gut befestigt, die Burgen Hohenfels, Altwindstein, Gräfendahn verfügten über nur leicht befestigte Vorburgen.

(Text: Stefan Grathoff)

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