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0.Wirtschaft und Arbeit an der Mosel 1914-1918

In diesem Aufsatz wird der Frage nachgegangen, wie sich der Erste Weltkrieg auf die wirtschaftliche Lage und die Arbeitssituation an der Mosel auswirkte. [Anm. 1] Seit sich 2014 der Beginn des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal jährte, ist das Thema wie schon 2004 wieder stärker in die öffentliche Diskussion gerückt und wird von Historikern weiter aufgearbeitet. Insbesondere die bislang weniger erforschte „Heimatfront“ steht nun häufiger im Fokus von Recherchen.

Das Mittelmoselgebiet gehörte im Ersten Weltkrieg nicht zum direkten Frontgebiet, war aber Teil der Aufmarsch- und Nachschubzone. Anders als häufig in der Presse dargestellt, stellte sich 1914 bei der ländlichen Bevölkerung, so auch an der Mittelmosel, keine allgemeine Kriegsbegeisterung ein. Eher waren die Menschen bedrückt.[Anm. 2] Am Samstag, den 1. August, arbeiteten die Bauern zumeist auf den Feldern oder im Weinberg.[Anm. 3]Die Ernte hatte begonnen – ein ungünstiger Zeitpunkt, um in den Krieg zu ziehen. In weiter flussaufwärts gelegenen Gemeinden, die der Grenze näher waren wie z.B. Wincheringen, rief der Kriegsausbruch noch stärkere Reaktionen hervor: „Jeder stellt sich die Frage, fürchtet man einen Einfall der Feinde durch Luxemburg und Belgien?“[Anm. 4] Hierzu kam es jedoch nicht – stattdessen wurde der Erste Weltkrieg überwiegend auf belgischem und französischem Territorium ausgetragen.

Die Bernkasteler Zeitung vom 31. Dezember 1914.

Allerdings war eine gewisse „Kriegshysterie“ zu beobachten. Bereits Anfang August bildeten sich vielerorts im Moselgebiet Bürgerwehren aus älteren Männern und jungen Burschen, die die als militärisch wichtig angesehene Infrastruktur absperrten und bewachten: Bahngleise, Brücken und Straßen.[Anm. 5] In Bitburg beispielsweise wurde die Nord-Süd-Verbindung gesperrt, um den Transport von Truppen und deren Versorgungsgütern zu ermöglichen.[Anm. 6] In Thalfang wurden durchfahrende Kraftfahrzeuge zumindest angehalten und eine Barriere vor der Bürgermeisterei errichtet.[Anm. 7] Besonders früh waren die Trittenheimer, die bereits am 31. Juli zu siebt die damals recht neue Moselbrücke[Anm. 8] bewachten. Einige Tage später stellten sie weitere Posten an der Bahn und am Elektrischen Werk auf.[Anm. 9] In Wittlich stand auch das Kreiswasserwerk unter Bewachung.[Anm. 10]Nicht selten kam es zu Reaktionen in der Bevölkerung, die im Nachhinein als übermäßig zu bewerten sind: So vermutete man überall ausländische Spione[Anm. 11] und befürchtete eine Lebensmittel- und Geldknappheit, der die Menschen mit Hamsterkäufen und der Stürmung von Geldinstituten entgegentraten.[Anm. 12] Diese Phänomene der ersten Kriegstage wichen jedoch rasch wieder dem Alltag. So berichtet die Detzemer Schulchronik: “Die einsetzende Feldarbeit dämpfte das Schwindel- und Spionagefieber.“[Anm. 13]

Auch hinter der Front wurde der Krieg sichtbar. Selbst in kleinen Orten wie Neef (VG Zell) befürchtete man Fliegerangriffe und stationierte bereits im August 1914 21 Mann mit Maschinengewehren zur Luftabwehr.[Anm. 14] Tatsächlich fanden nicht nur Luftangriffe auf größere Städte in Grenznähe wie Trier, sondern auch auf kleinere Gemeinden wie Ehrang oder Salmtal statt. Wenn die menschlichen Verluste auch im Vergleich zum Zweiten Weltkrieg noch deutlich geringer waren und es immer wieder Fehlalarme gab, so ängstigten diese Angriffe doch die Bevölkerung.[Anm. 15] Auch der Kanonendonner, der von der Front bis in die Eifel[Anm. 16] und an der Mittelmosel[Anm. 17] zu hören war, sorgte dafür, dass die Kriegssituation stets präsent war. „Gerade in Koblenz und am Mittelrhein war die Dichte der Lazarette und Erholungsheime wegen der Frontnähe besonders hoch.“[Anm. 18], so die Einschätzung von Beate Dorfey. Auch hierdurch wurden den Einwohnern die Auswirkungen des Krieges eindrücklich vor Augen geführt. Über die Lazarette an der Mittelmosel hat Hans-Günther Ploes bereits intensiv recherchiert.[Anm. 19]

0.1.Wirtschaftliche Auswirkungen

0.1.1.Einquartierungen und Verkehrssituation zu Beginn des Krieges

Obwohl die Front etliche Kilometer von der Mittelmosel entfernt lag, beeinflusste der Kriegsverlauf das Leben an der Heimatfront. In Koblenz beispielweise, wo sich unter normalen Umständen ca. 5.000 Soldaten aufhielten, schwoll deren Zahl innerhalb weniger Tage auf über 40.000 an, die dort untergebracht waren und Verpflegung benötigten.[Anm. 20] Die zahlreichen Soldaten, die im August zusammengezogen wurden, gingen oder fuhren vielfach durch die Orte an der Mosel, überquerten die dortigen Brücken und benötigten auch hier Verpflegung und Unterkunft. So kam der Moselbahn von Koblenz nach Trier laut Erwin Schaaf eine wichtige Bedeutung für die Versorgung an der Front zu: „Für den zivilen Verkehr gesperrt, rollte in den ersten Augustwochen alle Viertelstunde ein Militärzug, beladen mit Mannschaften und Kriegsmaterial, zur Westgrenze.“[Anm. 21] Infolgedessen wurde ihr in der Bevölkerung der Name „Kanonenbahn“ gegeben.[Anm. 22] Neben Soldaten und Versorgungsgütern wurden auch zahlreiche Pferde befördert.[Anm. 23] Da viele der Gemeinden an der Grenze durch Einquartierungen überlastet waren, stiegen die Truppen ab dem 12. August 1914 bereits teilweise an den Bahnhöfen Wengerohr und Salmrohr im heutigen Landkreis Bernkastel-Wittlich aus. Sie durchquerten zu Fuß die Eifel, um die Front in Belgien zu erreichen.[Anm. 24]

Noch im ersten Kriegsmonat gewann auch der Bahnverkehr von der Front in die Heimat an Bedeutung: Nun wurden Verletzte und die ersten Kriegsgefangenen zurücktransportiert.[Anm. 25] Im späteren Verlauf des Krieges durfte die Bahn wieder teilweise für zivile Zwecke genutzt werden.[Anm. 26]

0.1.2.Landwirtschaft und Lebensmittelversorgung

Infolge der Einberufung von zahlreichen Landwirten, zusätzlich zum Ende der landwirtschaftlichen Importe aufgrund der Wirtschaftsblockade der Entente, war mit einem Einbruch in der Lebensmittelversorgung zu rechnen. Anfangs waren viele Menschen jedoch optimistisch – da die Mehrheit der Bevölkerung von einem kurzen Krieg ausging, erwartete sie keine langfristigen Auswirkungen auf die landwirtschaftlichen Erträge. Mit der fortschreitenden Dauer des Krieges schwand jedoch diese Zuversicht.

Bereits Ende August 1914 erkundigte sich das Preußische Landes-Oekonomiekollegium bei den Bürgermeistern in der Moselregion, ob für die Herbstsaat Arbeitskräfte fehlten, und bot gleichzeitig an, zum Ausgleich Maschinen zur Verfügung zu stellen. Dies hielt der Bürgermeister von Cochem für unnötig; „Da sich die Landbewohner mit Fuhr- und Arbeitskräften gegenseitig aushelfen, ist es m. E. trotzdem möglich, daß alle Felder wie auch früher bestellt werden.“[Anm. 27] Abgesehen von einem Mangel an Kartoffeln gehe es den Bauern gut und die Preise seien stabil.[Anm. 28] Bereits im folgenden Jahr wäre die Einschätzung dieses Themas wohl anders ausgefallen.

Am 19. Oktober 1914 verfügte der Regierungspräsident von Koblenz, dass der Kartoffelpreis beschränkt wurde.[Anm. 29] Diese Verfügung galt für den einen Teil des Mittelmoselgebiets. Nur neun Tage später wurden auch im Regierungspräsidium Trier Höchstpreise für verschiedene Getreideprodukte erlassen. Tiere durften mit diesen nicht mehr gefüttert werden.[Anm. 30] Vielerorts wurden die Schweine geschlachtet, weil diese die Lebensmittelgrundlage der Bevölkerung gefährdeten.[Anm. 31]

Anfang 1915 wurden die Lebensmittel rationiert, d.h. dass diese von den Landwirten abgegeben werden mussten[Anm. 32] und zentral gegen Lebensmittelkarten verteilt wurden.[Anm. 33] Es durfte kein reines Getreidemehl mehr zum Brotbacken verwendet werden, später wurde auch Strohmehl hinzugefügt. Später wurde auch Strohmehl verwendet, so wie in Cannis-Kenn.[Anm. 34] Die Rationen für einen Nichtselbstversorger umfassten pro Tag ein halbes Pfund Brot pro Person. In der zweiten Jahreshälfte wurden weitere Lebensmittel wie Zucker, Fett und Fleisch rationiert.[Anm. 35]

Die Bauern lieferten ihre Ernten nicht unbedingt freiwillig ab, zumal die Abgaben immer weiter erhöht wurden. So kam es in der Folge auf dem Land regelmäßig zu Beschlagnahmungen: Zum Beispiel musste die Provinzialstelle der Reichskartoffelstelle in Koblenz von August 1916 bis 1917 ca. 12 Mio. Zentner Kartoffeln in ihrem Zuständigkeitsbereich einziehen.[Anm. 36] Zuwiderhandeln wurde mit Strafen belegt: So drohte die Kreisfettstelle im Kreis Wittlich Landwirten, die Butter oder Milch zurückhielten, mit Geld- oder Haftstrafen sowie dem Entzug von sonstigen Versorgungskarten (z.B. für Zucker).[Anm. 37]

In der Landwirtschaft fehlte es neben Arbeitskräften zunehmend an Kraftfutter für die Nutztiere sowie an Düngemitteln, letzteres infolge der Sprengstoffherstellung.[Anm. 38] Hinzu kam eine schlechte Ernte im Herbst 1916.[Anm. 39] So gab es auch weniger Kartoffeln, eines der Hauptnahrungsmittel, das nun häufig durch Rüben ersetzt wurde.[Anm. 40] Letztere durften daher auch nicht mehr im Ausland verkauft werden.[Anm. 41] Der Landwirtschaftskammer in Bonn zufolge ging in dieser Zeit die Kartoffelanbaufläche im Gebiet Cochem um ein Zehntel, in Altenkirchen sogar um ein Viertel zurück. Allerdings wurden in Mayen und Koblenz-Land bereits auf einem Drittel der landwirtschaftlichen Fläche Kartoffeln angebaut.[Anm. 42]

Grundsätzlich gilt aber für die Moselregion, was Erschens für Leiwen schreibt: „Auf dem Lande wurde zwar auch gehungert, aber es gab immer noch genug zu essen, um überleben zu können.“[Anm. 43] Zudem stiegen die meisten Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse an[Anm. 44], was den Landwirten zugute kam.

Demgegenüber wurde in Städten die Verknappung der Lebensmittel spürbar: So richtete Koblenz bereits Ende 1914 eine sogenannte Volksküche ein und betrieb im Verlaufe des Krieges 7 solcher Einrichtungen.[Anm. 45] Auch Bernkastel-Kues betrieb ab März 1917 eine „Kriegsküche“ für mehrere hundert bedürftige Einwohner.[Anm. 46]

0.1.3.Kriegswichtige Unternehmen

Im ländlichen Raum an der Mittelmosel wurde kaum Kriegsmaterial produziert, anders als z. B. bei Hallschlag in der Eifel.[Anm. 47] Auch gab es keine großen Sprengstoffdepots,[Anm. 48] abgesehen von den Artilleriedepots der Großstädte Koblenz und Trier. Allerdings wurden im Moselgebiet verschiedene Industrie- und Dienstleistungsunternehmen als Rüstungsbetriebe eingestuft. (Kriegs-)wichtige Bedeutung wurde hierfür fast ausschließlich Tätigkeiten im Verkehrs- und Kommunikationswesen beigemessen. Insgesamt erhielten aufgrund einer solchen Einstufung im Juni 1917 im Kreis Zell ca. 170 Arbeitnehmer Schwerarbeiterzulagen. Fast alle von ihnen waren bei der Bahn beschäftigt, 3 Personen beim Blei- und Zinkerzbergwerk in Altlay, 9 im Telegrafenbau tätig.[Anm. 49]

Unternehmen, die nicht kriegswichtigen Branchen angehörten, unterlagen verschiedenen Einschränkungen. So wurde das Braurecht beschränkt und die Brauereien erhielten nur noch in deutlich geringerem Maße Gerste zugeteilt.[Anm. 50] Die Einzelhändler im Kreis Cochem hatten bereits 1914 mit Lieferschwierigkeiten zu kämpfen, insbesondere bei Brennstoffen. Insgesamt bestanden kaum größere Betriebe in der Region, z. B. gab es in Cochem nur eine größere Weinhandlung mit über 10 Arbeitern, nämlich Wilhelm Hieronimi in Cond.[Anm. 51]

0.2.Arbeit an der Heimatfront

Zahlreiche Männer wurden zum Heer eingezogen, was sowohl in emotionaler als auch in wirtschaft¬licher Hinsicht für ihre Familien Härten mit sich brachte. Im Moselgebiet fehlten damit in größerem Umfang Arbeitskräfte, um die landwirtschaftlichen Betriebe bewirtschaften zu können. [Anm. 52] Zudem entstanden mit der Versorgung der Soldaten an der Front, der Verwundeten und Kranken in der Heimat neue Aufgaben. Auch mangelte es infolge der Wirtschaftsblockade der Alliierten an verschiedenen Rohstoffen.[Anm. 53] Statt der Männer im besten Alter übernahmen nun Frauen, alte Menschen, aber auch Kinder und Jugendliche[Anm. 54] zahlreiche Arbeiten. Ab 1915 griffen nicht wenige Gemeinden und Weinbaubetriebe außerdem auf die Unterstützung durch Kriegsgefangene zurück.

0.2.1.Neue Tätigkeiten für Frauen

2. Lazarettschiff Prinz Heinrich in Bernkastel-Kues 1914, KBA 1254

Besonders intensiv zu Beginn des Krieges, aber auch noch in den folgenden Jahren, nahmen sich vielerorts neu gegründete lokale Vaterländische Frauenvereine[Anm. 55] oder das Rote Kreuz der Sammlung und Herstellung von sogenannten Liebesgaben an. Bei diesen handelte es sich vor allem um Lebensmittel, Genussmittel und Kleidungsstücke[Anm. 56], die entweder an Rastplätzen, Bahnhöfen und Lazaretten (an der Mosel auch Lazarettschiffen[Anm. 57]) verteilt oder an die Front geschickt wurden. Gerade in der Anfangszeit[Anm. 58] war der Zuspruch von Frauen für diese Tätigkeiten so groß, dass sie Interessentinnen von außerhalb, oder die nicht dem Verein angehörten, abwiesen[Anm. 59] und die durchziehenden Soldaten zum Teil mit Geschenken überschüttet wurden.[Anm. 60]

5. Lazarettübung bei Eisenschmitt, um 1915, KBA 6823, Foto Wilhelm Feuser

Trotz dieser guten Ausstattung lehnte es der Bürgermeister von Lieser ab, das Vereinslazarett des Roten Kreuzes durch seine Gemeinden versorgen zu lassen, da diese bereits am Bahnhof Wengerohr soviel leisteten; er stellte nur Reste von Liebesgaben in Aussicht.[Anm. 61]Kurze Zeit später sah auch die Vorsitzende des Vaterländischen Frauenvereins ein, dass weitere Hilfe vonnöten war, und bot an, einige Frauen und Mädchen aus Wehlen an der Verteilung zu beteiligen, wenn die Wehlener Liebesgaben zur Verfügung stellten.[Anm. 62]Um den Soldaten diese überbringen zu können, mussten die Liebesgaben teilweise zunächst hergestellt oder gekauft und dann in den Haushalten gesammelt werden. In Leiwen übernahmen dies junge Mädchen und lieferten ihre Erträge in Lazaretten, Lazarettschiffen oder an Bahnhöfen ab.[Anm. 63]

Über das Verteilen von Liebesgaben hinaus waren viele Frauen selbst in Lazaretten tätig. An der Mittelmosel gab es Reservelazarette in Traben-Trarbach, Cochem sowie Bad Bertrich und Vereinslazarette in Wittlich, Zell und Bernkastel. Darüber hinaus bestanden bis 1915 Genesungsheime in Lieser und Mülheim.[Anm. 64]

Junge Mädchen nutzten aber auch die neue Situation, die sich durch den Krieg bot, um ihre ländliche Heimat zu verlassen und in die Stadt zu gehen, wo in Rüstungsbetrieben vergleichsweise hohe Löhne gezahlt wurden. Als nach Kriegsende zur Wiedereingliederung der Soldaten der Großteil der weiblichen Arbeitskräfte wieder entlassen wurde, hatten diese es schwer, in ihre Gemeinden zurückzukehren. Daher rief die Landwirtschaftskammer der Rheinprovinz am 21. November 1918 die „Landfrauen“ auf, diese jungen Mädchen wieder in ihren Dörfern aufzunehmen.[Anm. 65]

Darüber hinaus kam den Frauen aber wohl vor allen Dingen auch eine große wirtschaftliche Bedeutung an der moselländischen Heimatfront zu. Ein Mädchen aus Thalfang notierte: „Überall müssen die Frauen die Feldarbeit verrichten, da die Männer im Krieg sind. Weil uns überall die Zufuhr aus anderen Ländern abgeschnitten ist, müssen wir mit unseren Erzeugnissen auskommen.“[Anm. 66] Dem Eifeler Schuldirektor August Reitemeyer zufolge erledigten die Frauen den Hauptteil der Arbeit auf dem Land: „Wenn man bedenkt, daß die Ernährung des deutschen Volkes zum großen Teil alleinstehenden Kriegerfrauen und Kriegerwitwen obliegt, denen als Arbeiter in der Hauptsache nur Kriegsgefangene zur Verfügung stehen, dann wird man verstehen, mit welchen Schwierigkeiten die Landwirtschaft zu kämpfen hatte und wird umsomehr staunen über das Maß der vollbrachten Leistungen.“[Anm. 67] Dennoch waren sie offensichtlich alleine nicht in der Lage, die Abwesenheit vieler männlicher Einwohner zu kompensieren, denn zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe setzten Kriegsgefangene zur Arbeit ein.

0.2.2.Kriegsgefangene an der Mittelmosel

Ca. 1,1 Mio. der 1,6 Mio. Kriegsgefangenen des Deutschen Reiches wurden zum Stichtag 1. August 1916 zur Arbeit in Industrie und Landwirtschaft eingesetzt. Letztere nahm zunächst mit über zwei Dritteln, d.h. 735.000 Menschen, das Gros von ihnen auf.[Anm. 68] Hier sehen wir einen Unterschied zum Zweiten Weltkrieg, in dem Kriegsgefangene häufiger in Industriebetrieben eingesetzt wurden.[Anm. 69]

Auch zum Einsatz von Kriegsgefangenen im Moselraum hat Ploes recherchiert, allerdings anhand von Zeitungsartikeln.[Anm. 70] Somit können seine Ergebnisse in der vorliegenden Recherche durch Archivmaterialien ergänzt werden. Auch in Lieser gab es ein Filiallager von Wahn, mindestens von Mai 1915 bis Juni 1916, über das im Landeshauptarchiv Koblenz Akten vorliegen.[Anm. 71]

Vermutlich Kriegsgefangene Russen beim Dreschen, Neuwied, KMZ Neuwied

Bereits Anfang August 1914 trafen die ersten Kriegsgefangenen an der Mosel ein – zuerst in Koblenz, bereits zwei Wochen später auch in Trier.[Anm. 72] An der Mosel wurden ab 1915 überwiegend russische Kriegsgefangene für Gemeindearbeiten und landwirtschaftliche Tätigkeiten eingesetzt. Der Gemeinderat Lieser entschied am 12. April 1915, 30 Kriegsgefangene anzufordern. Die Nachbargemeinde Maring-Noviand folgte bereits eine Woche später. Die Kriegsgefangenen der Region stammten vom Kriegsgefangenenlager Schießplatz Wahn aus dem Raum Köln-Bonn. In Wahn wurden die Gefangenen offensichtlich gezielt befragt und zugeteilt statt. So berichtete der Landrat von Bernastel-Kues dem Bürgermeister von Lieser im August 1915, dass dort bald einige Küfer zur Verfügung stünden. Dieser forderte je fünf für Lieser und Wehlen an.[Anm. 73]

Von dort trafen die insgesamt 60 russischen Kriegsgefangenen am 4. Mai unter Bewachung eines Unteroffiziers und fünfer Soldaten, d.h. einer eher schwachen Bewachung, ein. Sie wurden im „Filiallager Lieser“ untergebracht. Hiermit war die Turnhalle der Turnvereins Lieser gemeint, deren Türen verschlossen und Fenster vergittert waren. Der Lieser Gastwirt Edmund Poth übernahm die Versorgung der Gefangenen und Wachen. Laut Vertrag wendeten die Gemeinden hierfür pro Tag 1,40 Mark je deutschem und ausländischem Soldaten auf. Arbeitgeber der Kriegsgefangenen war die Bürgermeisterei Lieser in Berncastel-Kues. Vorgesehene Tätigkeiten waren Lohschälen und Arbeiten im Weinberg.[Anm. 74]

Aus den Akten geht hervor, dass es der Armee nicht immer möglich war, sofort Anforderungen nachzukommen. Anfang Juni konnte das Lager in Wahn zunächst keine weiteren Kriegsgefangenen mehr schicken – diese waren alle über das beträchtliche Einzugsgebiet verteilt worden. Auch im Juni des folgenden Jahres kam es zu einem Engpass.[Anm. 75] Von August bis September 1915 gab das Filiallager täglich 64-66 Rationen aus, d. h. die Zahl der Kriegsgefangenen inklusive Bewacher blieb stabil.[Anm. 76]

Auch im nicht weit entfernten Wehlen wurden 1915 55 russische Kriegsgefangene zur Arbeit eingesetzt. Sie wurden mit ihren Bewachern, ebenfalls einem Unteroffizier und fünf Soldaten, in einem Haus in der Gestadestraße 191 untergebracht. Hier übernahm der Morbacher Hotelbesitzer Zacharias Dietz-Steffen die Versorgung der Kriegsgefangenen.[Anm. 77] Für eine Gemeinde von über 1.300 Einwohnern war das eine nicht unbedeutende Zahl; in Anbetracht der 200 von der Armee eingezogenen Soldaten aus Wehlen[Anm. 78] konnte sie aber den Arbeitskraftverlust durch den Krieg sicherlich nicht kompensieren. Mindestens 40 Familien hatten keine männliche Arbeitskraft zur Verfügung. Im Juni 1916 waren nur 37 Kriegsgefangene aus Wahn in Wehlen tätig; die Gemeinde forderte daher weitere 25 an.[Anm. 79] Ob diese letztendlich zugesagt wurden, konnte nicht nachvollzogen werden.

In der Erntezeit 1915 wurden weitere Kriegsgefangene angefordert: So beantragte Wehlen die Stellung von 57 Kriegsgefangenen[Anm. 80]; in Maring-Noviand waren 63 Kriegsgefangene über drei Wochen tätig, in Lieser 95, d.h. ein bis drei pro Weinbaubetrieb. Am stärksten war das Filiallager Lieser 1915 im Oktober belegt, mit insgesamt 125 Kriegsgefangenen; Ende des Monats lebten dort nur noch 30 Russe.[Anm. 81]

Für jeden Arbeitstag sollten die Arbeitgeber je Kriegsgefangenem 40 Pfg. Arbeitsvergütung an die „Reichsbahn¬hauptstelle Cöln“ anweisen. Ob die Bürgermeisterei Lieser tatsächlich diese Summe zahlte, ist unklar. In einer Aufstellung der Gemeinde Lieser wird von monatlich 26 Arbeitstagen zu 30 Pfg. gesprochen.[Anm. 82] Die Kriegsgefangenen erhielten Marken, mit denen sie über ihre Verpflegung hinaus vor allem rationierte Lebensmittel wie Zucker, Schmalz, Wurst usw. kaufen konnten, aber kein Brot, Kuchen oder Genussmittel. Den Arbeitgebern blieb überlassen, ob die Arbeiter eine Vergütung erhielten.[Anm. 83] Ein „Speisezettel für die Woche“ aus der Akte der Gemeinde Lieser deutet darauf hin, dass die Versorgung der Kriegsgefangenen kartoffellastig, aber hinreichend und nahrhaft war. So gab es morgens beispielsweise Gerstengrießsuppe mit 50 g Grieß, Milch und Zucker, mittags 200 g Erbsen, 650 g Kartoffeln, Speck sowie Quark und abends Kartoffelsuppe mit 20 g Fett.[Anm. 84] Laut Poth sei er mehrfach von den Wachmannschaften kritisiert worden, er „gäbe den Gefangenen zu gute Kost“[Anm. 85] Im Laufe des Krieges zog sich die Gemeinde Lieser aus der Verantwortung zum Teil zurück. Ab Februar 1916 konnten die Arbeitgeber die Kriegsgefangenen auch selbst beköstigen und wochentags beherbergen; dann entstanden ihnen auch geringere Kosten, nämlich 75 Pf. statt 1,90 M täglich für die Gemeindekasse.[Anm. 86]

Für den Kreis Trier-Saarburg berichtete Barbara Weiter-Matysiak von ähnlichen Bedingungen[Anm. 87], ebenso wie Franz-Josef Blümling für Neef (Zell).[Anm. 88] Auch in Speicher (Eifelkreis) gab es ein Filial-lager.[Anm. 89] Näher bei Koblenz, z. B. in Winningen, wurden zum Teil auch französische Kriegsgefangene eingesetzt.[Anm. 90]

Den Akten im Landeshauptarchiv Koblenz ist wenig über persönliche Schwierigkeiten mit den Kriegsgefangenen zu entnehmen. Nur über Institutionen wie den Gemeinderat oder das Filiallager erfährt man Näheres über konkrete Probleme beim Einsatz. So meldete das Lager Lieser am 25. Juni 1915 an den Bürgermeister, dass ein Kriegsgefangener aufgrund längerfristiger Geschwüre und Schmerzen nach Untersuchung durch den Kreisarzt in Festungslazarett Coblenz überführt wurde.[Anm. 91] Das scheint aber ein Einzelfall gewesen zu sein: Für 17 Kranke im August wurde dies nicht in Betracht gezogen. Diese litten an Verdauungsproblemen, die möglicherweise mit der ungewohnten Ernährung zusammenhingen, Geschwüren und Zahnschmerzen.[Anm. 92]

Die Wahl einer Kommission zur Überwachung der Arbeitsleistung der gefangenen Russen im Sommer 1915 scheint darauf hinzudeuten, dass man Zweifel daran hatte, ob die russischen Gefangenen gute Arbeit leisteten.[Anm. 93] Ihre Bewachung während der Arbeit war schwer zu organisieren und entsprach im Jahr 1915 nicht den Vorgaben von Wahn. So stellte ein Offizier anlässlich eines Kontrollbesuchs in Maring-Noviand fest, „dass ein Kriegsgefangener entgegen den Bestimmungen nicht von einer erwachsenen männlichen Person begleitet war.“ Daraufhin drohte er dem Bürgermeister von Lieser im Wiederholungsfall mit der Auflösung des Gefangenenlagers. „Selbstverständlich ist es auch nicht statthaft, dass Kinder oder Frauen die Kriegsgefangenen im Lager abholen oder hinbringen.“ Verboten war es darüber hinaus, den Kriegsgefangenen alkoholische Getränke zu geben.[Anm. 94] Insofern kamen fast nur ältere Männer für die Begleitung der Russen in Frage. Zumindest einmal kam es zur Flucht eines Gefangenen, wie der Gastwirt Poth dem Bürgermeister berichtete. Die Wachen hätten dagegen nichts unternommen.[Anm. 95]

Weitere Hinweise auf die Behandlung der Kriegsgefangenen geben die Akten nicht. Es ist allerdings bekannt, dass zu Beginn des Kriegs der teilweise freundschaftliche Umgang der Bevölkerung mit Kriegsgefangenen, insbesondere Franzosen, kritisiert wurde und daraufhin besonders im Grenzgebiet eher russische Kriegsgefangene eingesetzt wurden.[Anm. 96] Aber auch die Beziehungen zu diesen werden aufgrund der Bedingungen ihrer Beschäftigung im allgemeinen wohl eher positiv gewesen sein, zumal eine effektive Form der Bewachung bei der Feldarbeit fehlte.

0.2.3.Schüler bei Sammlungen und in der Landwirtschaft

3. Postkarte um 1918, KBA 4557

Für Kinder und Jugendliche brachte der Erste Weltkrieg nicht nur Veränderungen in ihrem privaten Leben, sondern auch in ihrem Schulunterricht mit sich. Der tägliche Unterricht in der hellen Jahreszeit verkürzte sich und die Ferienzeiten wurden ausgedehnt.[Anm. 97] So konnten die Kinder und Jugendlichen in der Landwirtschaft helfen oder knappe Rohstoffe wie Gummi in den Haushalten oder Brennnesseln in der Natur sammeln. Da sich die Lebensmittelversorgung in den Städten im Verlauf des Krieges verschlechterte, wurden Kinder aus Großstädten im Sommer zu „Landkuren“ in ländliche Gebiete wie die Eifel geschickt. Hiermit wollte man deren Ernährung zumindest zeitweise verbessern und die Versorgung in den Städten erleichtern.[Anm. 98]

Ältere Schüler wurden zum Teil in paramilitärischen Gruppen als sogenannte „Jungmannen“ in ländliche Gebiete gebracht, wo sie in der Landwirtschaft helfen sollten. Anfang 1917 unternahm das Kriegswirtschaftsamt für die Rheinprovinz den Versuch, den Gemeinden die Beschäftigung solcher Jugendlichen schmackhaft zu machen, u.a. indem die Zusage von Kriegsgefangenen an den Einsatz von Jungmannen gekoppelt wurde.[Anm. 99] Offensichtlich wurden die russischen Kriegsgefangenen auf dem Land aber mehr geschätzt; so lehnten Gemeinden wie Altlay, Belg und Würrich es dennoch ab, Jungmannen zu beschäftigen. Hingegen forderte z.B. die Gemeinde Hahn bereits 1917 fünf Jugendliche an.[Anm. 100] Insgesamt waren in der preußischen Rheinprovinz im ersten Halbjahr 1917 7.500 Jungmannen mit 140 sogenannten Führern im Einsatz.[Anm. 101] Hintergrund der Aktion wird das Gesetz über den vaterländischen Hilfsdienst gewesen sein, das zum Einsatz weiterer Männer bei der Armee oder in der Rüstungsindustrie führte. Wohl aufgrund guter Erfahrungen und mangelnder Alterna¬tiven nahm die Akzeptanz der Jungmannen 1918 zu; so beantragte die Gemeinde Niedersohren die Stellung von zehn Jungmannen, Büchenbeuren sogar von 21.[Anm. 102]

0.3.Schluss

Amerikanische Offiziere vor der Wittlicher Hauptpost 1919, KBA 2669

Viele Orte an der Mosel wurden bei Kriegsende, wie schon zu Kriegsbeginn, mehrere Wochen lang von heimkehrenden Soldaten überschwemmt. Damit kamen auf die Gemeinden wieder ähnliche Herausforderungen zu.[Anm. 103] Viele Tätigkeiten, die Frauen im Krieg übernommen hatten, gingen wieder „in Männerhand“ über. Das deutsche Rheinland wurde von den Entente¬mächten besetzt. An der Mosel waren Amerikaner stationiert, die bis Anfang 1923 zunehmend von französischen Soldaten abgelöst wurden.[Anm. 104] Zu ermitteln, welche wirtschaftlichen und sozialen Konsequenzen die Besatzung für die Region hatte und inwiefern sich die amerikanische und französische Zeit unterschieden, bleibt ein Forschungs-desiderat.[Anm. 105]

Verfasser: Ute Engelen

Erstellt am: 17.09.2018

Literatur:

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  • Dorfey, Beate; Goebel, Christine; Kirschbaum, Markus (2014b): „Iss nicht mehr als nötig!“. Die Heimatfront im totalen Krieg. In: Beate Dorfey und Christine Goebel (Hg.):Kaiser - Koblenz - Krieg. 1914 an Rhein und Mosel. Ausstellungskatalog des Landeshauptarchivs Koblenz vom 11. Juli bis 30. Oktober 2014. Koblenz (Veröffentlichungen der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz, 119), S. 79–88.
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  • Ploes, Hans-Günther (2017a): Die Mittelmosel im Ersten Weltkrieg: Kriegsgefangene und Flüchtlinge an der Mittelmosel. In: Landkreis Bernkastel-Wittlich (Hg.): Kreisjahrbuch Bernkastel-Wittlich, S. 54–60.
  • Ploes, Hans-Günther (2017b): Mittelmosel-Lazarette im Ersten Weltkrieg 1917: Feldpost aus dem „Vereinslazarett Bernkastel-Cues“. In: Landkreis Bernkastel-Wittlich (Hg.): Kreisjahrbuch Bernkastel-Wittlich, S. 140–144.
  • Preuß, Johannes; Eitelberg, Frank (Hg.) (1999): Hallschlag. Historisch-genetische Studie zur ehemaligen Fabrik für die Herstellung von Trinitrotoluol, Dinitrobenzol und Presskörpern aus Sprengstoffen sowie zur Verfüllung und Entlaborierung von Munition der Espagit AG. Geographisches Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Mainz (Mainzer geographische Studien, 45).
  • Puhl, Adalbert (2000): Geschichte miterlebt am Bahnhof Wengerohr 1913-1920. In: Erwin Schaaf und Claudia Schmitt (Hg.): Zeitenwende. Das 20. Jahrhundert im Landkreis Bernkastel-Wittlich. Wittlich (Archiv für Kultur und Geschichte des Landkreises Bernkastel-Wittlich, 11), S. 579–585.
  • Reitemeyer, [August] (1917): Unsere heimische Landwirtschaft im Zeichen des Krieges. In: Eifelvereinsblatt 18, H. 3, S. 41.
  • Ritschl, Albrecht, The pity of peace: Germany's economy at war, 1914-1918 and beyond, in: Broadberry, Stephen u. a. (Hg.), The economics of World War I, Cambridge 2005, S. 41-76.
  • Schaaf, Erwin (2000a): Der Erste Weltkrieg. Der Kriegsausbruch. In: Erwin Schaaf und Claudia Schmitt (Hg.): Zeitenwende. Das 20. Jahrhundert im Landkreis Bernkastel-Wittlich. Wittlich (Archiv für Kultur und Geschichte des Landkreises Bernkastel-Wittlich, 11), S. 42–55.
  • Schaaf, Erwin (2000b): Amerikanische und französische Besatzung. In: Erwin Schaaf und Claudia Schmitt (Hg.): Zeitenwende. Das 20. Jahrhundert im Landkreis Bernkastel-Wittlich. Wittlich (Archiv für Kultur und Geschichte des Landkreises Bernkastel-Wittlich, 11), S. 58–61.
  • Schaaf, Erwin (2014): „Mit Gott für Kaiser und Reich“. Die Entfesselung des Ersten Weltkriegs 1914. In: Kreisjahrbuch Bernkastel-Wittlich, S. 38–46.
  • Schmitt, Franz (2014): Wie die Menschen im Altkreis Bernkastel 1914 Kriegsbeginn und Mobilmachung erlebten. In: Kreisjahrbuch Bernkastel-Wittlich, S. 51–53.
  • Geschichte der Schultheis-Brauerei zu Weißenthurm (1989). In: Heimat-Jahrbuch Landkreis Mayen-Koblenz, S. 187–191.
  • Többicke, Peter (2007): Menschen im Krieg. Materialien und Reflexionen zur Geschichte Winningens (1618-1945). In: Frank Hoffbauer und Walter Rummel (Hg.): Winningen. „eine feine wolgezogene gemain“. Beiträge zur Ortsgeschichte – von den Ursprüngen bis in die Gegenwart. Winningen: Siglinde Krumme, S. 325–353.
  • Wacker, Reinhold (1991): Das Land an Mosel und Saar mit Eifel und Hunsrück. Strukturen und Entwicklungen 1815-1990. 2. Aufl. Trier.
  • Weiter-Matysiak, Barbara (2014): „Heimatfront“ im Trierer und Saarburger Land. Der Erste Weltkrieg im Spiegel regionaler Schulchroniken. In: Jahrbuch Kreis Trier-Saarburg, S. 1–15.
  • Welter, Adolf (2001): Die Luftangriffe auf Trier im Ersten Weltkrieg 1914-1918. Trier.
  • Wilhelmi, Manfred (2008): Kriegsnot und Kriegsbrot. Zur kommunalen Nahrungsmittelversorgung in Trier 1914-1918. In: Kurtrierisches Jahrbuch 48, S. 207–299.

Anmerkungen:

  1. Dieser Aufsatz basiert auf einem 2015 an der Kueser Akademie für Europäische Geistesgeschichte gehaltenen Vortrag. Die Recherchen wurden im Rahmen des Projektes des Instituts für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e.V. „Der Erste Weltkrieg im heutigen Rheinland-Pfalz“ durchgeführt. Forschungsergebnisse über andere Gemeinden und Regionen sind online unter www.erster-weltkrieg-rlp.de zugänglich. Zurück
  2. Dorfey 2014, S. 12; Erschens 2005, S. 151; Schaaf 2014, S. 41; Schaaf 2000, S. 45; Schmitt 2014, S. 51ff. Zurück
  3. Erschens 2005, S. 151. Zurück
  4. Weiter-Matysiak 2014, S. 2. Zurück
  5. Schaaf 2014, S. 44. Zurück
  6. Hainz u.a. 1965, S. 465. Zurück
  7. Finkenberg 2003, S. 101. So auch anderenorts, vgl. Schaaf 2000, S. 46. Zurück
  8. Ortsgemeinde Trittenheim 2017. Zurück
  9. Erschens 2005, S. 151f. Zurück
  10. Kreisarchiv Bernkastel-Wittlich (KABW) 2.0.186. Zurück
  11. Erschens 2005, S. 151f.; auch Weiter-Matysiak 2014. Zurück
  12. Dorfey 2014, S. 26; Weiter-Matysiak 2014, S. 6. Zurück
  13. Zit. n. Erschens 2005, S. 151f. Zurück
  14. Blümling 2015/2016. Zurück
  15. Welter 2001, S. 5f. Zurück
  16. Reitemeyer 1917, S. 41; Hainz u.a. 1965, S. 467. Zurück
  17. Puhl 2000, S. 582; Schaaf 2014, S. 45; Weiter-Matysiak 2014, S. 7. Zurück
  18. Dorfey u.a. 2014a, S. 113. Zurück
  19. Ploes 2015-2017b. Zurück
  20. Dorfey 2014, S. 8. Zurück
  21. Schaaf 2000, S. 46. So auch Erschens 2005, S. 151f. Zurück
  22. Schaaf 2014, S. 43. Zurück
  23. Puhl 2000, S. 580. Zurück
  24. Schaaf 2000, S. 46. Zurück
  25. Blümling 2015/2016; Puhl 2000, S. 581. Zurück
  26. Wacker 1991, S. 315. Zurück
  27. Bürgermeister von Cochem an das Oekonomiekollegium Bonn, 8.9.1914, Landeshauptarchiv Koblenz (LHAKO) Best. 655,115 Nr. 195. Zurück
  28.  Zurück
  29. Dorfey 2014, S. 34. Zurück
  30. Erschens 2005, S. 155. Zurück
  31. Wacker 1991, S. 316. Vgl. auch Wilhelmi 2008, S. 236. Zurück
  32. Leiwen lieferte der Heeresverwaltung 207 Zentner Roggen und Weizen und 187 Zentner Hafer. Zurück
  33. Vgl. u.a. Többicke 2007, S. 336. Zurück
  34. Erschens 2005, S. 155; Hilgers 1985, S. 372. Zurück
  35. Erschens 2005, S. 153f. Zurück
  36. Brommer u.a. 2002, S. 18; s. auch Erschens 2005, S. 155f.; Mahlerwein 2014, S. 412; Weiter-Matysiak 2014, S. 11. Zurück
  37. KABW, 4a.0.92. Zurück
  38. Reitemeyer 1917, S. 41; siehe auch Brommer u.a. 2002, S. 18. Zurück
  39. Schaaf 2000, S. 47f. Zurück
  40. Erschens 2005, S. 153f.; [August] Reitemeyer, Unsere heimische Landwirtschaft im Zeichen des Krieges, in: Eifelvereinsblatt 18 (1917), H. 3, S. 41. Zurück
  41. Wacker 1991, S. 317. Zurück
  42. Brommer u.a. 2002, S. 18. Zurück
  43. Erschens 2005, S. 155f. So auch Blümling 2015/2016. Zurück
  44. Weiter-Matysiak 2014, S. 10. Zurück
  45. Dorfey u.a. 2014b, S. 79. Zurück
  46. Schaaf 2000, S. 47f. Zurück
  47. Preuß und Eitelberg 1999, S. 5, 24; Munitionsfabrik Espagit – Chronik eines Unternehmens, in: Trierischer Volksfreund Eifel-Prüm, 11.4.2013. Zurück
  48. Unter dem Stichwort „Sprengstofflager Lieser“ wurde eine Akte angelegt, die jedoch nur auf geringe Bestände verweist. LHAKO Best. 655, 213 Nr. 311. Zurück
  49. Landrat Zell an Bürgermeister Büchenbeuren, 11.8.1917; Regierungspräsident Coblenz an Landrat Zell, Bürgermeisterei Sohren, 22.3.1917, LHAKO Best. 655,115 Nr. 200. Zurück
  50. Schultheis-Brauerei 1989, S. 190. Zurück
  51. Bürgermeister von Cochem, betr. Einwirkungen des Krieges auf das Wirtschaftsleben, Verfügung III.3392, 4.12.1914, LHAKO Best. 655,115 Nr. 195. Zur Weinhandlung Hieronimi vgl. die Website des Unternehmens, http://www.hieronimi-wein.de/index.php/ueber-uns, 21.02.2017. Zurück
  52. Vgl. u. a. Reitemeyer 1917, S. 41; Többicke 2007, S. 336. Zurück
  53. Ritschl 2005. Zurück
  54. Schaaf 2000, S. 47. Zurück
  55. Schaaf 2014, S. 43; Weiter-Matysiak 2014, S. 6. Zurück
  56. Erschens 2005, S. 153f. Zurück
  57. Schaaf 2014, S. 43; Weiter-Matysiak 2014, S. 6. Zurück
  58. Puhl 2000, S. 582. Zurück
  59. Der Vorsitzende des Zweigvereins des Preussischen Landesvereins vom Roten Kreuz für den Kreis Berncastel an den Weingutsbesitzer Bergeweiler in Wehlen, 10.9.1914, und 15.9.1914, LHAKO Best. 655, 213 Nr. 523. Zurück
  60. Schaaf 2000, S. 47. Adalbert Puhl, der am Bahnhof Wengerohr lebte, berichtet, dass seine Familie mit dem Sammeln der weggeworfenen Brötchen ein zusätzliches Schwein mästen konnte. Puhl 2000, S. 581. Zurück
  61. Bürgermeister von Lieser an Vorsitzenden des Zweigvereins vom Roten Kreuz hier, 8.9.1914, LHAKO Best. 655, 213 Nr. 523. Zurück
  62. Frau Semper für den Vaterländischen Frauenverein, 19.9.1914, LHAKO Best. 655, 213 Nr. 523. Zurück
  63. Erschens 2005, S. 153f. Zurück
  64. Ploes 2015, S. 190ff. Zurück
  65. Rheinischer Verein für ländliche Wohlfahrt- und Heimatpflege, Landfrauen, helft!, [1918], KABW 2.0.441. Zurück
  66. Finkenberg 2003, S. 101. Zurück
  67. Reitemeyer 1917, S. 41. Zurück
  68. Oltmer 2006, S. 70f. Zurück
  69. Herbert 1984, S. 286. Zurück
  70. Ploes 2017a. Zurück
  71. Für diesen Aufsatz wurden die Akten LHAKO 655, 213 Nr. 673 und 655, 213 Nr. 375 ausgewertet. Darüber hinaus befasst sich die Akte 655, 213 Nr. 316 (Laufzeit 1914-1921) mit dem Thema. Zurück
  72. Welter 2001, S. 146. Zurück
  73. Landrat von Berncastel-Cues an Bürgermeister Lieser, 23.8.1915; Bürgermeister Lieser an Landrat Berncastel-Cues, 25.8.1915, LHAKO 655, 213 Nr. 375. Zurück
  74. Auszug aus dem Beschlussbuche des Gemeinderates Lieser, 12.4.1915; Auszug aus dem Beschlussbuche des Gemeinderates Maring-Noviand, 19.4.1915; Bürgermeister von Lieser, 1.5.1915, Betr.: Überweisung von Kriegsgefangenen zum Lohe-Schälen; Kommando der Gefangenenlager des VIII. Armeekorps, Wahn, 7.5.1915 an Bürgermeisterei Lieser in Berncastel-Cues; Vertrag Gemeinden Lieser und Maring-Noviand mit Gastwirt Edmund Poth in Lieser, 10.5.1915; Bericht über die Unterbringung von 60 russischen Kriegsgefangenenin (sic) Lieser, 7.5.1915, LHAKO 655, 213 Nr. 375. Zurück
  75. Kommandantur Abteilung II, Schießplatz-Wahn an den Bürgermeister von Lieser, 2.6.1915, LHAKO Best. 655, 213 Nr. 67; Landrat von Berncastel-Cues an den Bürgermeister von Lieser, 13.6.1916, LHAKO Best. 655, 213 Nr. 673. Zurück
  76. Filiallager Lieser, Aufstellung der täglichen Verpflegungsportionen in der Zeit v. 1.8. bis 30.9.15, LHAKO 655, 213 Nr. 375. Zurück
  77. Bericht über die Unterbringung von 55 russischen Kriegsgefangenen in Wehlen, Eisenbahnstation Berncastel-Cues, 3.6.1915; Vertrag Gemeinde Wehlen und Hotelbesitzer Zacharias Dietz-Steffen in Morbach, 17.6.1915, LHAKO 655, 213 Nr. 375. Zurück
  78. Landrat von Berncastel-Cues an Bürgermeister Lieser, 13.6.1916, LHAKO Best. 655, 213 Nr. 673. Zurück
  79. Bürgermeister Lieser an die Kommandantur des Gefangenenlagers in Wahn, 10.6.1916, LHAKO Best. 655, 213 Nr. 673. Zurück
  80. Bürgermeister Lieser, 11.8.1915, LHAKO 655, 213 Nr. 375. Zurück
  81. Gemeinde Lieser, Verzeichnis derjenigen Eigentümer, welche für die Weinernte Russen bestellt haben, [1915]; Liste derjenigen Personen der Gemeinde Maring-Noviand welche zum Herbst Kriegsgefangene für 3 Wochen zur Arbeit haben wollen, [1915]; Aufstellung der Verpflegungstage Filiallager Lieser Okt/Nov/Dez 1915, LHAKO 655, 213 Nr. 375. Zurück
  82. Ausgaben-Einnahmen-Aufstellung Kriegsgefangene, o.D., LHAKO 655, 213 Nr. 673. Zurück
  83. Kommando der Gefangenenlanger des VIII. Armeekorps, Wahn, Formular, LHAKO 655, 213 Nr. 375. Zurück
  84. Siehe auch Speiseplan für die Kriegsgefangene (sic), LHAKO 655, 213 Nr. 375. Zurück
  85. Bericht Poth 3.2.1916 LHAKO 655, 213 Nr. 673. Zurück
  86. Gemeinderat Lieser, 7.2.1916, LHAKO 655, 213 Nr. 673. Zurück
  87. Weiter-Matysiak 2014, S. 11. Zurück
  88. Blümling 2015/2016. Zurück
  89. Kreisarchiv Bitburg-Prüm, 655,188,808-813. Zurück
  90. Többicke 2007, S. 336. Zurück
  91. Filiallager Lieser an das Bürgermeisteramt Lieser, 25.6.1915, LHAKO 655, 213 Nr. 375. Zurück
  92. Auszug aus dem Revierbuch des Filiallagers, Lieser, 5.8.1915, LHAKO 655, 213 Nr. 375. Zurück
  93. Auszug aus dem Beschlußbuche des Gemeinde Rates zu Lieser, 18.8.1915, LHAKO 655, 213 Nr. 375. Zurück
  94. Bürgermeister von Lieser, Bekanntmachung, Berncastel-Cues, 11.10.1915, LHAKO 655, 213 Nr. 375. Ähnliches berichtet Ploes Wittlich: Ploes 2017a, S. 57. Zurück
  95. Bericht Poth an Bürgermeister Kessler Berncastel-Cues, 2.2.1916, LHAKO 655, 213 Nr. 375. Zurück
  96. Dorfey 2014, S. 25; Kißener 2014, 80f. Zurück
  97. Schaaf 2000, S. 47. So auch Blümling 2015/2016; Erschens 2005, S. 153f. Zurück
  98. W. Büchel, Kölner Kinder in der Eifel, in: Eifelvereinsblatt 18 (1917), S. 122; Preuß. Staatskommissar für Volksernährung, 14.4.1917, LHAKO Best. 655,200 Nr. 1835. Zurück
  99. Kriegswirtschaftsamt für die Rheinprovinz, Coblenz, An Kriegswirtschaftsstellen der Rheinprovinz, 7.2.1917, LHAKO Best. 655, 20 Nr. 1835. Zurück
  100. Bürgermeisterei Hahn, 28.2.1917, LHAKO Best. 655, 20 Nr. 1835. Zurück
  101. Kriegswirtschaftsamt für die Rheinprovinz, Berichte der aus der Rheinprovinz für die Frühjahresbestellung im Kriegsjahre 1917 entsandten Jungmannenkommandos, LHAKO Best. 655,20 Nr. 1835. Zurück
  102. Landrat Zell an Bürgermeister Büchenbeuren, 30.3.1918, LHAKO Best. 655,20 Nr. 1835. Zurück
  103. Vgl. u.a. Schaaf 2000, S. 54; Többicke 2007, S. 338. Leiwen scheint hierbei eher eine Ausnahme dargestellt zu haben. Erschens 2005, S. 157. Zurück
  104. Jentjens 2000; Puhl 2000; Schaaf 2000b. Zurück
  105. Das Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e.V. forscht derzeit über die amerikanische Besatzung am Rhein von 1918 bis 1923. Zurück