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Michael Helding

Bischof, geb. 1506, gest. 1561 in Wien.

Michael Helding wurde 1506 in Langenenslingen geboren. Nach Abschluss seines Studiums der Freien Künste in Tübingen im Jahr 1528 übte Helding die Lehrtätigkeit in Mainz aus, wo er bald zum Lehrer und Rektor der Domschule avancierte. 1533 wurde der geweihte Priester zum Dompfarrer in Mainz, 1537 zum Weihbischof und dreizehn Jahre später zum Bischof von Moorsburg berufen. Seine Zeit in Mainz, in der Helding mit den Ideen des Humanismus in Berührung kam, prägte den Theologen grundlegend.
Helding gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des Reformkatholizismus seiner Zeit. Mittels Predigten und Schrifttum versuchte Helding an der Neuorientierung der katholischen Kirche mitzuwirken. Als theologischer Berater des Kaisers nahm er 1540 und 1557 am Wormser Religionsgespräch teil und wurde von Karl V. 1547 beauftragt an der Ausgestaltung des "Interims" des folgenden Jahres teilzunehmen. Der Berufung zum Kammerrichter des Reichskammergerichtes in Speyer 1558 folgte drei Jahre darauf der Ruf als Vorsitzender des Reichshofrates in Wien zu fungieren.
Michael Helding starb am 30.9.1561 in Wien.

Nachweise

Verfasser: Sonja Glaab

Quelle: 2000 Jahre Mainz - Geschichte der Stadt digital