Güls am Mittelrhein

0.Die Fronhöfe von Güls

0.1.Der Siegburger Fronhof

Der Siegburger Fronhof wurde auch Niederhof genannt und befand sich in der Untergasse (die heutige Straße Im Palmenstück), die in unmittelbarer Nähe zur Mosel lag.[Anm. 1] Es handeltetypo3/#_msocom_1 sich um einen befestigten Hof mit Wehrmauer und Wehrturm.[Anm. 2] Zusätzlich gehörte zum Hof die St. Nikolaustypo3/#_msocom_2 -Kapelle. Der Fronhof war lange Zeit im Besitz der Abtei Siegburg, die mehrere Ländereien und das Vogteirecht in Güls besaß.[Anm. 3] Er wurde von der Abtei Siegburg als Lehen an Einzelpersonen übertragen.[Anm. 4] 1446 verkaufte der Lehnsmann Johann von Bachem sein Haus mit Turm, Hof und Garten an den Kölner Bürger Wolfram von Gelesch, dessen Witwe es 1477 an die Koblenzer Karthause weiterverkaufte, welche von diesem Zeitpunkt an damit belehnt wurde.[Anm. 5] Neben dem Turmhaus besaß die Karthause als Lehen von der Abtei Siegburg ab 1570 noch das zum Fronhof gehörende Backhaus. 1786 verkaufte die Abtei den Hof an den Gülser Schullehrer Johann Mondorf.[Anm. 6]

0.2.Der Fronhof in der Planstraße

Das Alter dieses Fronhauses ist zwar unbekannt, jedoch wird davon ausgegangen, dass es an der Stelle stand, wo der Ort Güls seinen Ursprung nahm.[Anm. 7] Das älteste Gebäude, das noch vorhanden ist, ist der Torüberbau des Fronhofes aus dem 15. bis 16. Jahrhundert. Die sogenannte Alte Burg war als einziger Bau des Fronhofes festungsartigtypo3/#_msocom_1 angelegt; er ist heute jedoch nicht mehr vorhanden. Von den vier Häusern, die früher dem Fronhof angehörten, wurde eins komplett abgerissen und zwei umgebaut.[Anm. 8] Lediglich der Vorderteil des letzten Hauses stammt noch aus dem 16. Jahrhundert.[Anm. 9] Ein Nebengebäude mit dem Kirchenschlöfchen, einem Durchlass zur gegenüberliegenden Kirche, gibt es heute nicht mehr.

Zum Fronhof gehörte zusätzlich noch eine St.-Nikolaus-Kapelle, die nicht mit der gleichnamigen Kapelle des Siegburger Fronhofes verwechselt werden darf. Außerdem wurde eine Scheune als Getreidespeicher und Heuscheune benutzt.

Zwar gehörten die Gebäude des Fronhofes in der Planstraße vor der Zeit der Franken verschiedenen Besitzern an, wurden aber später von einem einzigen Vogt (Verwalter) überwacht.[Anm. 10] Der Hof gehörte zum Oberdorf; dessen Grenze zum Unterdorf bei einem Gemeindebrunnen hinter dem Klostergarten des Jesuitenhofhauses verlief.

Verfasser: Lukas Henrichs

Verwendete Literatur: Neisius, Peter, Güls. Heimat in Wort und Bild. Gesammelte Veröffentlichungen - Geschichtliche Beiträge - Erzählungen - "Spaßige Gölser Stöckelcher" - Graphiken, Bad Ems 2004.

Erstellt am: 24.3.2023

Anmerkungen:

  1. Neisius 2004, S. 43. Zurück
  2. Neisius 2004, S. 44. Zurück
  3. Neisius 2004, S. 43-46. Zurück
  4. Neisius 2004, S. 43 und 46. Zurück
  5. Neisius 2004, S. 46. Zurück
  6. Neisius 2004, S. 43. Zurück
  7. Neisius 2004, S. 46. Zurück
  8. Neisius 2004, S. 46 und 48. Zurück
  9. Neisius 2004, S. 48. Zurück
  10. Neisius 2004, S. 49. Zurück