Namedy am Mittelrhein

Burg Namedy

Burg Namedy bei Andernach[Bild: Doris Antony [CC BY-SA 3.0]]

Burg Namedy wurde ursprünglich als Wasserschloss angelegt. Ein Teil des alten Wassergrabens wurde im Lauf der Zeit zwar zugeschüttet, entlang der Rheinseite hat er sich aber noch erhalten. Der wuchtige Bau, der heute von markanten Rundtürmen beherrscht wird, wurde wahrscheinlich Mitte des 14. Jahrhunderts von der Andernacher Rats- und Schöffenfamilie der Hausmann begonnen. Bis zum Erlöschen der Familie am Ende des 17. Jahrhunderts erfuhr die Anlage mehrere Erweiterungen.

Danach wechselte Burg Namedy mehrfach ihre Besitzer. Zunächst ging sie an den kurtrierischen Kanzler Johann Arnold Solemacher, dann, nach längerer Nutzung als Pulvermagazin und Lazarett, an den Oberregierungsrat Linz. 1896 kaufte die Familie Solemacher die Anlage zurück, um sie im historisierenden Geschmack umzubauen. Doch schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Burg Namedy wieder verkauft, diesmal an einen Hotelkonzern, der sie als Kurbetrieb nutzen wollte und entsprechende Anbauten veranlasste.

Im Jahr 1907 wurde das Haus durch Carl Anton Prinz von Hohenzollern erworben, der viele bauliche Änderungen seiner Vorgänger rückgängig machen ließ und unter anderem den Anbau mit dem großen Spiegelsaal in Auftrag gab. Der Saal wurde allerdings nicht lange für festliche Veranstaltungen genutzt, da er während des Ersten Weltkriegs zu einem Lazarett umfunktioniert werden musste, das von der Hausherrin, Prinzessin Josephine, geführt wurde.

Die nächste größte Änderung erfuhr das Gebäude in den 1930er Jahren, als Treppen- und Südostturm barockisierende Hauben erhielten. Das Haus, das sich nach wie vor im Besitz des Hauses Hohenzollern befindet, wird heute auch für Kulturveranstaltungen genutzt. Sehenswert sind neben dem Spiegelsaal auch der sog. Rittersaal und die Küche aus dem Jahr 1909.

Nachweise

  • Verfasserin: Sarah Schrade
  • Verwendete Literatur:
  • Paul-Georg Custodis, Jan Meißner: Burg Namedy in Andernach. Mit einem Exkurs zur Geschichte des Hauses Hohenzollern im Rheinland von Heide Prinzessin von Hohenzollern (Rheinische Kunststätten 420). Köln 1996.
  • Alexander Thon, Stefan Ulrich: "...wie ein Monarch mitten in seinem Hofstaat thront." Burgen am unteren Mittelrhein. Regensburg 2010. S.110-116.
  • Erstellt am: 10.12.2012