Adenbach in der Pfalz

Adenbach

0.1.Allgemeine Angaben

Ortsgemeinde Adenbach, Verbandsgemeinde Lauterecken

Einwohner: 185 (1999); 181 (2007); 174 (2010); 152 (2011), überwiegend evangelisch,  ca. 15 % katholisch

Wohnplätze: Ortskern und die Aussiedlerhöfe Brühlerhof, Langwiesenhof, Bornweiderhof und Brucherhof

Gemarkung: 294 ha, davon ca. 10 ha Siedlungsfläche und 20 ha Wald

 

0.2.Siedlung und Lage

Dicht aneinander gedrängt stehen die Häuser östlich der in Nord-Südrichtung verlaufenden Durchgangsstraße und bilden hier an mehreren verzweigten Straßen ein kleines Haufendorf. Lockere Bauweise kennzeichnet hingegen die Bebauung in einem Neubaugebiet westlich der Ortslage an einer Straße, die jenseits des Baches parallel zur Durchgangsstraße verläuft. Die Aussiedlerhöfe liegen im südlichen Bereich der Gemarkung. Ein neuer Friedhof entstand 1988 auf dem linken Bachufer.

Das Bürgerhaus

0.3.Wüstungen

Im südlichen Bereich der Gemarkung von Adenbach, wahrscheinlich bei der Gewanne Brunnenrech, bestand ein Dorf Mannweiler. Es wurde am Ende des 16. Jahrhunderts nicht mehr erwähnt und ging folglich schon vor dem 30-jährigen Krieg unter. Mannweiler war möglicherweise eine frühe fränkische Siedlung, die als "Weiler des Manno" (Dolch/Greule) oder als "Weiler des Mannifrit" (Wendel) bezeichnet wurde. Erstmalig wurde dieser Ort in einer Urkunde aus dem Jahr 1379 erwähnt. (Vgl. Wendel 1987)

0.4.Name

Erstmals taucht der Name von Adenbach in seiner heutigen Form in der oben genannten Urkunde von 1379 auf. 1380 wird der Ort als Adinbach bezeichnet, 1483 als Alt-Adenbach und 1490 wieder als Adenbach. Ursprünglich war das Dorf eine sehr kleine Siedlung am Bach, der Hof eines "Ado".

0.5.Wappen

Das Wappen wird diagonal durch eine Wellenlinie geteilt. Es zeigt oben links einen blauen, rotbewehrten und rotbezungten Löwen auf silbernem Grund, unten rechts zwei goldene Ähren und eine goldene Grubenlampe auf schwarzem Grund. Der Löwe bezieht sich auf die früheren Wappen der Grafen von Veldenz und der Herzöge von Zweibrücken, in deren Territorien Adenbach lag. Ähren und Grubenlampe weisen auf die wirtschaftliche Struktur des Dorfes hin, auf die Landwirtschaft und auf die früheren Kohlen- und Kalkgruben.

0.6.Abriss der Ortsgeschichte

0.6.1.Vor- und Frühgeschichte

Nach Wendel wurde bereits im frühen 19. Jahrhundert in der Gemarkung von Adenbach eine bronzezeitliche Axt gefunden. Inzwischen ging dieses Fundstück verloren. Die Umgebung des Ortes war folglich in der Bronzezeit besiedelt. Das gilt auch für die Eisenzeit. Beim Aufbau des Fritz' schen Aussiedlerhofes in der Gewanne Brühl wurde eine rechteckige Grube mit dunkler Branderde und Leichenbrand während der Ausschachtungsarbeiten angeschnitten. Grabbeigaben waren das Fragment einer bronzenen Nauheimer Fibel, eine eiserne Axt mit Schaftloch, ein terrinenförmiges Drehscheibengefäß, zwei Schalen mit angebogenem Rand und eine stark zerstörte Schale mit verdicktem Rand. (Vgl. Wendel 1996 S. 9)

Auch die Römer hinterließen in der Gemarkung von Adenbach ihre Spuren. Bereits 1839 fand ein Landwirt eine acht Zentimeter hohe Minervastatuette, die heute im Historischen Museum der Pfalz aufbewahrt wird. 1957 stieß ein Landwirt beim Pflügen auf die Fundamente einer villa rustica.

0.6.2.Mittelalter

Adenbach lag ursprünglich im Gebiet der Nahegaugrafen, von denen sich um 1127 das neue Geschlecht der Grafen von Veldenz abzweigte, die zum großen Teil geistliche Gebiete als Schutzvögte zu verwalten hatten, die Besitztümer von Mainz um Bad Sobernheim und Odernheim, die von Verdun um Baumholder und Medard, die von Worms um Obermoschel und die des Remigiuslandes des Erzbistums Reims um Kusel. Adenbach lag innerhalb dieser neuen Grafschaft Veldenz und wurde später wiederholt ganz oder zum Teil an gräfliche Vasallen als Lehen vergeben. Eine erste Nachricht darüber erhalten wir aus der erwähnten Urkunde von 1379. In ihr bestätigt der Ritter Mohr von Sötern, dass er von dem gnädigen Junker Friedrich, Graf zu Veldenz, in den Orten Heinzenhausen, Lohnweiler, Lauterecken, Medard, Roth, Schwanden (Wüstung bei Medard), Obersulzbach, Niedersulzbach, Ginsweiler, Mannweiler (Wüstung), Odenbach und in der Gemarkung Meisenheim Güter zum Lehen erhalten hat. (Pöhlmann 1928 S. 164). Für Ginsweiler, Mannweiler, Adenbach und die beiden Sulzbach (heute Sulzbachtal) handelt es sich dabei um Ersterwähnungen. Junker Friedrich war Graf Friedrich II. aus der jüngeren Linie der Grafen von Veldenz. In einer ähnlichen Aufstellung von 1380 bestätigte ein Ritter Gerhard von Alsenz wiederum dem Grafen Friedrich II., dass er Teil an der Burg Odenbach hat, aber auch Zinsen aus verschiedenen Dörfern empfange, u. a. aus Adenbach, Mannweiler und Ginsweiler. Aus einer Urkunde von 1415 erfahren wir schließlich, dass Friedrich III., der letzte Graf aus der jüngeren Linie der Grafen von Veldenz, den Syfryd vom Obirnstein (Siegfried von Oberstein) als Vasallen annahm. Er belehnte seinen neuen Mann mit vielen Gütern und Einkünften, auch mit Teilen der Burg Odenbach und mit Ländereien in mehreren Dörfern, unter ihnen auch Adenbach und die Wüstung Mannweiler.

0.6.3.Neuzeit

Die Pfalzgrafen (Herzöge) von Zweibrücken führten bereits 1537 die Reformation ein. Bei den anschließenden Kirchenvisitationen wurden auch Bürger von Adenbach erwähnt. Nach der Visitation von 1609 lebten 15 Familien im Ort. Das 17. Jahrhundert war weitgehend durch Kriegsereignisse gekennzeichnet, durch den Dreißigjährigen Krieg und durch die Eroberungskriege des französischen Königs Ludwigs XIV.  Mehr noch als durch die Kriegsereignisse litten die etwas abgelegenen Dörfer durch Hungersnot und Krankheiten. Die schlimmsten Nöte für die Glantalgegend waren ab 1635 zu erkennen. Allgemein erfasste eine unvorstellbare Verrohung der Sitten die Menschen. Überliefert ist ein Bericht, nach dem 1641 zwei Männer aus Adenbach mit Hilfe ihrer Frauen einen Mann aus Odenbach in der Gemarkung verprügelten und ihm sein Vieh von der Weide wegnahmen. 1645 kamen fünf schwedische Männer nach Adenbach und stahlen mit Hilfe von zwei Männern aus dem Ort Kühe, Pferde und Schafe, die sie auf Nimmerwiedersehen wegführten, nachdem sie zuvor im Ort übernachtet und erhebliche Kosten verursacht hatten. (Vgl. Wendel 1996 S. 34). Am Ende des Krieges war die Zahl der Familien in Adenbach auf fünf zurückgegangen. Aus dem Jahr 1629 liegt eine Liste der Güter und Gefälle in Adenbach vor, die noch immer im Besitz der Herren von Oberstein waren. (Wendel 1996 S. 20/21) Über örtliche Ereignisse aus den Kriegen Ludwigs XIV. kennen wir lediglich Kontributionslisten. Die Bevölkerungszahlen stiegen, auch bedingt durch Zuwanderungen, in der Folgezeit rasch an. Im Verlauf des 18. Jahrhunderts setzte eine umfangreiche Auswanderung ein. Wiederholt kam es im 18. Jahrhundert zu Weidestreitigkeiten zwischen Adenbach und den Nachbardörfern. Eine umfangreiche Dorfordnung aus dem Jahr 1717, in der ein wesentlich älteres Weistum enthalten ist, blieb für Adenbach erhalten. Wie in vielen anderen Dörfern der nördlichen Pfalz entstanden während des 18. Jahrhunderts auch in Adenbach ein Kohlenbergwerk und eine Kalkgrube.

0.6.4.Neueste Zeit

Während der Zeit der Französischen Revolution und der anschließenden Zeit des Kaisers Napoléon hatte Frankreich das linksrheinische Deutschland annektiert, die Grenzen der vorangegangenen Feudalzeit wurden aufgelöst. Durch die neuen Grenzziehungen kam Adenbach nun als ein Ort der Mairie Becherbach zum Kanton Lauterecken im Arrondissement Kaiserslautern und im Département Donnersberg. Nach den Siegen der vereinigten preußischen, russischen und österreichischen Truppen über Napoleon überquerte Blücher in der Neujahrsnacht 1814 den Rhein, und die Franzosen zogen sich aus dem annektierten linksrheinischen Deutschland zurück. Adenbach kam 1816 zum baierischen Rheinkreis im Königreich Bayern, gehörte fortan zur Bürgermeisterei Odenbach im Kanton Lauterecken und im Landkommissariat Kusel. Bei dem Aufstand von 1849 weigerte sich die Gemeinde, Soldaten zu rekrutieren und die Freiheitsbewegung zu unterstützen. Ein Betrag von 40 Gulden, den der Gemeinderat schließlich genehmigte, musste nicht mehr gezahlt werden, weil der Aufstand inzwischen zusammengebrochen war. Als nach dem Zweiten Weltkrieg das Bundesland Rheinland-Pfalz gegründet und die Pfalz von Bayern losgetrennt wurde, änderten sich die bestehenden territorialen Zugehörigkeiten zunächst nicht. Erst durch die Gebiets- und Verwaltungsreform von 1968 kam Adenbach am 1. Januar 1972 zur neu gegründeten Verbandsgemeinde Lauterecken.

0.7.Wahlergebnisse in Prozent, Bundestag und Landtag Zweitstimmen

SPD Zentrum KPD NSDAP Bauern*
Reichstag 1928 5,7 15,2 1,9 9,5 50,5
Reichstag 1930 7,1 9,2 5,1 51,0 16,3
Reichstag 1933 1,7 6,0 5,2 86,1 -----
*1928 Deutsche Bauernpartei (DBP), 1930 Landvolk
SPD CDU FDP Grüne Linke Sonstige
Landtag 2001 52,9 33,7 2,9 7,7 ---- 2,9
Landtag 2006 56,1 26,2 1,9 3,7 8,4 4,6
Landtag 2011 45,2 37,6 -- 9,7 4,3 3,2
Bundestag 2005 47,4 33,3 3,5 10,5 --- 5,3
Bundestag 2009 47,6 28,6 7,6 7,6 7,6 1,0
Bundestag 2013 23,4 39,0 5,2 6,5 7,8 18,2

0.8.Zeittafel

Bronzezeit Fund einer Axt
Eisenzeit Fund eines Grabes mit Grabbeigaben
Römerzeit Fund einer Minervastatue. Nachweis der Fundamente einer villa rustica
Frühes Mittelalter Adenbach liegt im Nahegau
1127 Adenbach in der Grafschaft Veldenz
1379 Ersterwähnung. Ritter Mohr von Sötern bestätigt die ihm durch Graf Friedrich II. von Veldenz gewährten Rechte
1380 Ritter Gerhard von Alsenz bestätigt Friedrich II. seine Rechte in A.
1415 Graf Friedrich III. von Veldenz gewährt seinem Vasallen Siegfried von Oberstein u. a. Rechte in A.
1444 A. in der Pfalzgrafschaft Zweibrücken
1537 Einführung der Reformation
1588 Einführung des reformierten Glaubens nach Calvin
1609 In A. leben 15 Familien
1656 Nur noch fünf Familien in A.
1717 Dorfordnung von A.
1801 A. in der Französischen Republik
1816 A. im Königreich Bayern
1945 A. im Bundesland Rheinland-Pfalz
1972 A. Ortsgemeinde in der Verbandsgemeinde Lauterecken

0.9.Religiöse Verhältnisse

Seit dem frühen Mittelalter gehörte der Ort zum Glankapitel und war eine Filialgemeinde der Kirche von Medard. Nach der Einführung der Reformation in der Pfalzgrafschaft Zweibrücken um 1537 mussten sich alle Bewohner des Ortes dem Glauben nach Martin Luther anschließen. In gleicher Weise erfolgte 1588 durch landesherrliche Verfügung der Übertritt zur reformierten Konfession von Johannes Calvin. Erst nach dem Dreißigjährigen Krieg war es der Bevölkerung wieder erlaubt, den katholischen Glauben oder auch die lutherische Konfession anzunehmen. Durch Zuwanderungen im entvölkerten Gebiet und durch Förderung des Katholizismus durch die Franzosen während der Eroberungskriege Ludwigs XIV. wuchs der Anteil katholischer Christen in den Dörfern. Adenbach blieb aber überwiegend reformiert im Sinne der Lehre von Calvin. 1817 vereinigten sich Lutheraner und Reformierte in der Pfälzischen Protestantischen Union. Von den 225 Einwohnern des Jahres 1825 waren 164 protestantisch und 61 römisch-katholisch, im Verhältnis wesentlich mehr als heute. 1964 waren von 181 Einwohnern 30 katholisch. 1994 bekannten sich von 191 Einwohnern 145 zur evangelischen und 31 zur katholischen Konfession. 15 Einwohner machten keine Angabe zu einer Religionszugehörigkeit. Die evangelischen Christen gehören auch heute zur Kirchengemeinde von Odenbach im Dekanat Lauterecken und die katholischen Christen zur Kirchengemeinde von Lauterecken (seit 1975, zuvor Reipoltskirchen) im Dekanat Kusel. Eine eigene Kirche hatte Adenbach nie.

0.10.Bewohner

Das Dorf blieb bis heute ländlich strukturiert. Der große Teil der Bevölkerung arbeitete bis zum Zweiten Weltkrieg in der Landwirtschaft. Daneben gab es Handwerker. Die Landwirtschaft beschäftigt heute nur noch wenige Menschen. Die meisten Erwerbstätigen gehen auswärts dem Broterwerb nach, der Ort erweist sich so als ländliche Wohngemeinde. Er war im ausgehenden Mittelalter sehr klein, wuchs vor dem Dreißigjährigen Krieg an, um dann auf eine sehr kleine Einwohnerzahl zurückzufallen. Während des 18. und 19. Jahrhunderts begann wieder ein starkes Wachstum der Bevölkerung, um dann vor allem in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg wieder abzufallen. Auch derzeit ist ein beständiger leichter Rückgang der Bevölkerungszahlen zu erkennen. Schon 1994 hatten etwa 27 % der Bevölkerung ein Lebensalter von mehr als 60 Jahren.

0.11.Einwohnerzahlen

1609 1656 1764 1825 1905 1939 1945 1961 1999 2007 2010
gesamt ca.55 ca. 20 95 197 225 218 224 191 185 182 174
katholisch 61 30
evangelisch 164 151
sonstige 10

0.12.Schulen, Kultur, Vereinswesen

0.12.1.Schule

Nach der Reformation waren die Herzöge von Zweibrücken bestrebt, das Schulwesen im Herzogtum zu fördern, vorrangig mit dem Ziel, den Menschen die Möglichkeit zu geben, sich selbst mit der Bibel auseinander zu setzen. Die guten Anfänge erlitten vor allem durch den 30-jährigen Krieg gehörige Rückschläge, und während des 18. Jahrhunderts musste sich das Schulwesen neu entwickeln. Der Unterricht wurde durch die Kirche organisiert, nicht selten unterrichtete der Pfarrer selbst. Kinder aus kleinen Dörfern mussten anfangs die Schule im Ort der Mutterkirche aufsuchen. Die schüler aus Adenbach gingen demnach ursprünglich zur Schule nach Medard. 1666 wollte ein in Adenbach geborener Lehrer in Medard eine Schulstelle beziehen, wurde aber abgewiesen. 1673 erlaubte es die Regierung, dass Kinder aus Adenbach die günstiger gelegene Schule in Odenbach aufsuchen durften. Aus der Zeit um 1700 erfahren wir, dass zwei Kinder der lutherischen Konfession aus Adenbach die lutherische Schule in Meisenheim besuchten. Vom frühen 18. Jahrhundert an wurde in Adenbach eine Winterschule eröffnet. 1708 kam der Lehrer Hans Conrad Höhn von Medard nach Adenbach und unterrichtete bis 1731. Die Reihe von Höhns Nachfolgern sind in der Ortschronik von Wendel aufgezählt bis zur Auflösung der Schule im Jahre 1966. (Wendel 1996 S. 303 ff.) Dem Lehrer Prass wurden 1762 für seine Bemühungen sechs Fass Korn geliefert, und er empfing an Geld 2 Gulden, 8 Batzen und 2 Pfennige. Die Wohnung des Lehrers in Adenbach war damals offensichtlich nicht sehr komfortabel. Dem verheirateten Lehrer Jakob Matheis stand 1776 eine Wohnung mit einer Stube und einer Kammer zur Verfügung. Zum Glück gehörte nur ein Kind zu der Lehrerfamilie. In den Schulen, zumal in Winterschulen, entstanden stets Heizungsprobleme. Die Gemeinde Adenbach lieferte 1776 der Schule 20 Maß Steinkohlen aus der Grube vor Ort als Heizmaterial. Unterrichtet wurde zumeist in Privathäusern, so lange die Gemeinde kein Schulhaus zur Verfügung stellte. Aber bereits 1742 besaß Adenbach ein eigenes Schulhaus. 1820 wollte die Gemeinde ein neues Schulhaus bauen, entschloss sich dann aber, das vorhandene alte Schulhaus gegen ein geeignetes neues Haus einzutauschen. Dieses Haus wurde mit einem Kostenaufwand von 1589 Gulden umgebaut. So wie die Einwohnerzahl zu jener Zeit stark anstieg, erhöhte sich auch die Schülerzahl des Dorfes. (32 Schüler 1820 - 60 Schüler 1853) Infolgedessen ließ die Gemeinde im Jahr 1868 das Schulhaus erweitern. 1937 wurde durch die Bezirksregierung der Pfalz die bislang "Protestantische Schule" nach einer Volksabstimmung in eine "Christliche Einheitsschule" umgewandelt. 1938 wurde das 8. Schuljahr eingeführt, die Schüler dieser aufgestockten Klasse mussten jedoch den Unterricht in Odenbach besuchen. Die Schule blieb bis zu ihrer Auflösung im Jahre 1966 einklassig. Das Gebäude wurde anschließend zu einem Bürgerhaus umgebaut. Grundschüler besuchen heute die Grundschule Odenbach, Hauptschüler die Hauptschule in Lauterecken. Nächstgelegene Gymnasien sind die von Lauterecken und von Meisenheim.

0.12.2.Feste und Brauchtum

Die Kirmes wird am letzten Wochenende im August gefeiert. Weiteres altes Brauchtum, das speziell im Ort gepflegt wurde, hat sich kaum erhalten.

0.12.3.Vereine

Als Traditionsverein im Dorf bestand seit 1847 ein Gesangverein, der sich jedoch um 1960 aufgelöst hat. Der Radfahrerverein "All Heil'" wurde um 1925 gegründet, blieb jedoch nur etwa fünf Jahre lang bestehen. Ein Obstbauverein kam 1906 zu Stande, nahm nach dem Ersten Weltkrieg seine aktive Tätigkeit nicht wieder auf. Heute bestehen noch der Landfrauenverein Odenbach/Adenbach, ein Ortsverein der Pfälzer Bauern- und Winzerschaft, ein Verein der Freunde und Förderer der Freiwilligen Feuerwehr, der Verein Adenbacher Dorfgemeinschaft.

0.13.Gesundheits- und Sozialwesen

Allgemeinärzte können in Lauterecken und in Meisenheim aufgesucht werden, wo auch Apotheken bestehen. Im pflegerisch-sozialen Bereich ist u. a. die Ökumenische Sozialstation Lauterecken zuständig. Nächstgelegene Krankenhäuser sind die in Meisenheim und in Kusel.

 

0.13.1.Wirtschaft und Verkehr

Ursprünglich lebten die Menschen des Dorfes fast nur von der Landwirtschaft. Neben kleineren Handwerksbetrieben gab es eine Mühle. Die Adenbacher Mühle entstand nach dem Dreißigjährigen Krieg, stellte 1979 ihren Betrieb ein. Über einen langen Zeitraum hinweg wurde auch Kalk gewonnen und gebrannt. Drei Bergwerke (St. Lorenzigrube, St. Jakobsgrube, Ludwigsgrube) förderten während des 18. und 19. Jahrhunderts beachtliche Mengen Kohlen. Im späten 18. und im frühen 19. Jahrhundert zogen auch von Adenbach aus Wandermusikanten in die weite Welt. Paul Engel, geboren in Adenbach, gilt heute als bester Kenner des westpfälzischen Wandermusikantentums.

Der Ort liegt an der Landesstraße L 382 (Odenbach - Kaiserslautern). Autobahnauffahrten bestehen in verhältnismäßig weiter Entfernung (Kaiserslautern 30 km, Kusel 38 km, Wörrstadt 45 km). Der frühere Bahnhof Odenbach lag nur 3 km weit entfernt. Die Strecke zum heute nächsten Bahnhof Lauterecken beträgt 6 km.

0.14.Nachweise

Verfasser: Ernst Schworm

Redaktionelle Bearbeitung: Ernst Schworm

Literatur:

  • Engel, Paul: Die Affaire Leppla - Ein Beitrag zur Rezeptionsgeschichte des Pfälzer Wandermusikantentums, in: Westricher Heimatblätter Jg. 28 Kusel 1997, S. 148-163.
  • Kramer, Karl: Geschichte des Volksschulwesens im früheren Herzogtume Zweibrücken, 1. Teil Kaiserslautern 1911, 2. Teil Kaiserslautern 1915.
  • Pöhlmann, Carl: Regesten der Lehensurkunden der Grafen von Veldenz, Speyer 1928.
  • Wendel, Alfred: Gemeinsame Chronik der Dörfer Adenbach und Ginsweiler im Odenbachtal, Adenbach und Ginsweiler 1996.
  • Wendel, Alfred: Die eingegangene Siedlung Mannweiler, in: Westrichkalender Kusel 1987, S. 109.