Namedy am Mittelrhein

Zur Geschichte von Namedy

Burg Namedy bei Andernach
Burg Namedy bei Andernach[Bild: Wikipedia]

Der heutige Andernacher Stadtteil Namedy geht auf eine keltische Gründung zurück. Im Jahr 1200 ist die Siedlung unter der Bezeichnung "Naymde", "Namedich" oder "Namedei" auch urkundlich belegt. Entwickelt hat sie sich im Lauf des 10. und 11. Jahrhunderts um einen Gutshof der Familie von Sumersberg, genannt "Romeschuttel", herum. Im Jahr 1255 kam das Zisterzienserinnenkloster "Unserer lieben Frau" dazu. Als dritter Siedlungskern ist die Niederlassung des Adelsgeschlechts der Hausmann zu nennen, die hier ein Haus bewohnten, das im 14. Jahrhundert zu einer Burg ausgebaut wurde. Rechtlich gesehen unterstand Namedy dem Kölner Erzbischof.

Dieser war es auch, der das Zisterzienserinnenkloster im Jahr 1573 aufhob, nachdem es unter der Leitung der letzten Äbtissin Hildegard von Hausmann verwaist war. Das Gebäude wurde im Dreissigjährigen Krieg zwar schwer beschädigt, aber nicht völlig zerstört - anders als die Burg, die nach schweren Verwüstungen wieder neu aufgebaut wurde. Das Schloss Namedy geht auf diesen barocken Neubau zurück. Vom ehemaligen Kloster "Unserer lieben Frau" dagegen ist nach dem Abriss der Konventsgebäude im Jahr 1892 nur die heutige Pfarrkirche St. Bartholomäus geblieben.

Der Geysir auf dem Namedyer Werth

Das Bild zeigt den Geysir auf dem Namedyer Werth
Der Geysir auf dem Namedyer Werth[Bild: Wikipedia]

Ein touristischer Glücksfall für den Ort war die Erschließung des sogenannten "Namedyer Sprudels", eines Kaltwassergeysirs auf dem Namedyer Werth. Er wurde im Jahr 1903 angebohrt und schleudert in regelmäßigen Abständen acht Minuten lang eine 40 Meter hohe Fontäne in die Luft. Das in Flaschen abgefüllte Mineralwasser und die Touristen, die das Naturschauspiel anzog, trugen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum wachsenden Wohlstand der Namedyer bei. Zwischen 1957 und 2006 war der Sprudel zugeschüttet. Nach seiner erneuten Inbetriebnahme wurde ein Erlebniszentrum mit Fährverbindung in Namedy eingerichtet, das über den Geysir und seine Geschichte informiert.

Nachweise

Verfasserin: Sarah Schrade
Verwendete Literatur: Werner Rousek: Namedy - Geschichte - Chronik - Erzählungen. Namedy 1998.
Erstellt am: 22.01.2013