Karmeliterhof (Severinshof)

Der Karmeliterhof und die Wackelburg sind die einzigen erhaltenen spätmittelalterlichen Hofgüter der Stadt.
Hierbei handelte es sich um den Grundbesitz bzw. um Hofgüter, die im Auftrag verschiedener adeliger und geistlicher Herren bewirtschaftet wurden. 1621 zählte der damalige Schultheiß Herwart in Rhens 18 solcher Güter, darunter auch Zehnthof, Pfarrhof und Hospital. Der Karmeliterhof, zu dem alle Gebäude an der Ostseite des Baiergartens gehörten, ist nahezu vollständig erhalten, jedoch baulich stark verändert. Er bestand aus drei Gebäuden, die in den Jahren 1544, 1551 und 1574 errichtet wurden, und dem an der Ecke zur Josephstraße gelegenen Gebäude "über der Pforten" von 1541. Letzteres bildet noch heute die Toreinfahrt des Karmeliterhofes. Das Gebäude im Vordergrund der beiden Aufnahmen trägt an der bahnseitigen Hausecke die älteste im Original erhaltene Rhenser Bauinschrift.
Der Karmeliterhof wird erstmals im Jahre 1420 urkundlich erwähnt.
Damals verkaufte der Ritter Rolmann von dem Turme in Rhens das Hofgut an das Kölner Severinsstift, in dessen Händen es bis 1676 verblieb. Dann kam es durch Verkauf an die Karmeliter in Koblenz, bis es 1798, als das linke Rheinufer französisch wurde, durch den französischen Staat eingezogen wurde. 1804 wurde der Karmeliterhof und die dazugehörigen Ländereien für insgesamt 9650 Franken versteigert. Mit über 8 Hektar Grundbesitz war das Gut eines der größten Weingüter in Rhens

Bild: Stefan Grathoff; Text: Alexander Ritter; Torsten Schrade; Dehio; redakt. Bearb. S.G.