Diedelkopf in der Pfalz

Diedelkopf

0.1.Allgemeine Angaben

Vorort der Stadt Kusel

Stadtteil der Stadt Kusel in der Verbandsgemeinde Kusel und im Landkreis Kusel.

Bei der ersten Eingemeindung 1939 548 Einwohner, inzwischen sind die Einwohnerzahlen durch die ausgedehnten Neubaugebiete der Stadt Kusel erheblich angewachsen.

0.2.Lage

Dieser Stadtteil von Kusel liegt nordwestlich des Stadtkerns im Bereich des Zusammenflusses von Pfeffelbach (Aalbach) und Bledesbach. Die Berge beiderseits der Bachtäler und zwischen den beiden Bachtälern erreichen Höhen von mehr als 350 Metern (Gaisberg 355 m, Heibelberg 353 m, Auf dem Wingert 342 m, Eichelberg 353 m). In der Talsohle wird beim Zusammenfluss von Bledes- und Pfeffelbach die Höhe 232 m über NN gemessen.

0.3.Siedlung und Wohnung

Der Kern der Siedlung des ursprünglichen Dorfes Diedelkopf liegt größtenteils links des Kuselbachs von der Talsohle her zu dem Berghang auf dieser Talseite. Der kleinere Teil liegt rechts des Baches. Eine Brücke aus dem Jahr 1740, erneuert 1797, verbindet die beiden alten Dorfteile miteinander. Im Norden des alten Siedlungsteils an der Straße nach Körborn steht das ehemalige Schulhaus, in dem heute eine Druckerei untergebracht ist. Entlang des linken Bachufers verläuft die sehr belebte Bundesstraße B 420. Neue Siedlungsgebiete der Stadt Kusel entstanden vornehmlich im Nordwesten der heutigen Vorstadt. Direkt im Westen steht das Hallenbad, verbunden mit einem großen Warmfreibad. Daran schließt sich an das Sportstadion der Stadt. Die Straßenmeisterei Kusel liegt seitlich des westlichen Stadtausgangs an der B 420. Auch das Westpfalzklinikum Kusel erreichen wir von der Stadtmitte aus über Diedelkopf. Dieses große Krankenhaus selbst steht jedoch schon auf der Gemarkung des Nachbarortes Ruthweiler. An besonderen Gebäuden blieben außerdem erhalten: ein Bauernhaus aus dem Jahre 1711, das imposante Gebäude einer ehemaligen Dampfbäckerei aus dem Jahre 1912, das später als Hotel diente. Der Friedhof des Stadtteils liegt im nördlichen Bereich der Besiedlung.

Alte Brücke über den Kuselbach

0.4.Wüstungen

Der ehemalige Ort Peychnillenbach lag oberhalb von Diedelkopf am Pfeffelbach. Gelegentlich wurde versucht, diesen Ort mit Pfeffelbach zu identifizieren, was jedoch nicht gerechtfertigt ist (Vgl. Dolch /Greule S. 368). Peychnillenbach wurde in einer Urkunde von 1316 genannt und wahrscheinlich schon im späten Mittelalter aufgegeben. Ebenfalls im Bereich der früheren Gemarkung von Diedelkopf lag Heubweiler im Südwesten von Diedelkopf, Bereich heutiges Krankenhaus. Heubweiler wurde zuerst 1318 als Hupvilre genannt, zuletzt bei Johannes Hofmann 1588 als Heubweiler. Hofmann bezeichnete das Dorf schon als alte (ehemalige) Dorfstatt.

0.5.Name

Nach der Auffassung der Ortsnamenforscher bezieht sich das Grundwort "Kopf" auf einen Höhenrücken, an dessen Fuß die Siedlung entstanden ist. Das Bestimmungswort "Diedel" sei auf einen Personennamen zu beziehen, wahrscheinlich auf den Namen des Begründers der Siedlung. Dieser Siedler könnte ein "Diedilo" oder ein "Dadilo" gewesen sein. Der Name habe sich von seinem Ursprung her in "Diedel" und "Dieder", aber auch in "Dadel" abgewandelt. U. a. sind in der Ortsgeschichte folgende Namenformen zu erkennen: Dyrikop 1316, Dielenkop 1390, Dielenkopp 1482, Diederkopff 1545 Dillenkopf 1573, Diedelkopf 1609 (Vgl. Dolch/Greule S. 100

0.6.Wappen

Diedelkopf führt heute kein eigenes Wappen mehr. Ein vor der Eingemeindung nach Kusel gewohnheitsrechtlich geführtes Wappen zeigte einen silbernen Fisch auf grünem Untergrund. Dieses Motiv entstammte einem Amtssiegel, das Diedelkopf als Amtsort während des 18. Jahrhunderts zeitweise führte.

 

0.7.Abriss der Ortsgeschichte

0.7.1.Frühgeschichte

Die Umgebung von Diedelkopf  war schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt, was durch z. T. noch heute bestehende Grabhügel beispielsweise auf dem Gaisberg bezeugt ist. Dass die Umgebung des Ortes auch während der Römerzeit bewohnt war, beweist vor allem der Fund des so genannten "Gigantenreiters", der während des 19. Jahrhunderts in Diedelkopf entdeckt wurde. Es handelt sich um den oberen Teil einer frei stehenden Säule, die von der Skulptur eines Reiters gekrönt war, der über den Körper eines Giganten hinwegritt. Das Bildwerk blieb nur als Torso erhalten und wird heute im Historischen Museum in Speyer aufbewahrt.

0.7.2.Mittelalter

Wann Diedelkopf gegründet wurde, ist heute nicht mehr genau festzustellen. Möglicherweise liegen Jahrhunderte zwischen der Gründung von Kusel und der Gründung Diedelkopfs, das im 10. Jahrhundert entstanden sein mag. Das Dorf lag innerhalb des Reimser Besitzes um Kusel und Altenglan, dessen Grenzen genau bekannt sind. (s. Kusel)

Nach heutiger Erkenntnis wurde der Ort zum ersten Mal mit der Namensform Dydirkop in einer Originalurkunde aus dem Jahre 1316 erwähnt, die im Hauptstaatsarchiv München aufbewahrt wird. Aus weiteren Urkunden des Spätmittelalters erfahren wir, dass Graf Friedrich III. von Veldenz Zinsen und Güter aus Diedelkopf an seine Dienstleute zu Simmern verliehen hatte. (Vgl. Pöhlmann 1928 Nr. 260 und 338)

0.7.3.Neuzeit

Die Grafschaft Veldenz war 1444 im Mannesstamm erloschen, die Tochter des letzten Veldenzer Grafen Friedrich III. heiratete den Pfalzgrafen Stephan, einen Sohn König Ruprechts. Aus kurpfälzischem Eigenbesitz und der Grafschaft Veldenz gründete Stephan die Pfalzgrafschaft (das Herzogtum) Zweibrücken. So wie Diedelkopf von Anfang an zum Remigiusland und auch ab 1247 zu der Grafschaft Veldenz gehört hatte, stand es nun unter der Herrschaft der Pfalzgrafen (Herzöge) von Zweibrücken.

Bemerkenswert ist eine technische Hochleistung, die gegen Ende des 16. Jahrhunderts bei Diedelkopf vollbracht wurde. Zwischen 1595 und 1597 ließ Herzog Johannes I. im Bereich des Zusammenflusses von Pfeffelbach und Bledesbach Salzwasserbrunnen bohren, deren Sole mit Hilfe von Mühlrädern und Pumpen gefördert und zu einer Salzsode auf der Burg Lichtenberg gepumpt wurde, ca. 50 m über der Talsohle. Das auf der Burg gewonnene Salz konnte an die Untertanen verkauft werden. Doch die Gestehungskosten waren hoch, und das Diedelkopfer Salz blieb auf Dauer nicht konkurrenzfähig, zumal die Herzöge von Lothringen verpflichtet waren, billiges Salz aus Dieuze nach Zweibrücken zu liefern. Zudem starb der Konstrukteur der Anlage, Caspar von Schönberg, noch im Jahr der Inbetriebstellung. Offensichtlich konnte dann die Anlage nicht mehr richtig in Gang gehalten werden. Erhalten gebliebene Steinreliefs mit Wappennachbildungen verschiedener herzoglicher Familien und mit entsprechenden Inschriften werden heute im Historischen Museum der Pfalz aufbewahrt.

Bereits 1608 war die Salzsode nachweislich nicht mehr in Betrieb. Sie wurde wieder eröffnet, als während des Dreißigjährigen Krieges Salzlieferungen aus Lothringen ausblieben. Die Sode auf der Burg blieb jedoch geschlossen, und so konnte auch auf die komplizierte Pumpanlage verzichtet werden. Dafür entstanden im Tal bei den Brunnen große Gradierwerke, und drei weitere Brunnen wurden gebohrt. Die Pfalzgrafen (Herzöge) vergaben nach dem Krieg die Salzgewinnung an Privatleute (Fürst, Gebr. Cruel, Rosentritt). Um 1757 entstanden schwere Hochwasserschäden an den Anlagen, und die Salzgewinnung wurde erneut aufgegeben. Bei neuen Versuchen, die Produktion wieder aufzunehmen, wies die Sole infolge unsachgemäßer Nachbohrungen einen weit geringeren Salzgehalt auf als in früherer Zeit. Spätere Versuche bis in die letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts Sole zu fördern und auch für einen Kurbetrieb zu nutzen, blieben im Endeffekt erfolglos.

Innerhalb des Oberamtes Zweibrücken gehörte Diedelkopf zu der Schultheißerei Pfeffelbach, war zeitweise jedoch selbst Sitz des Unteramtes. Das Dorf teilte ansonsten die Geschichte der Pfalzgrafschaft Zweibrücken bis zur deren Ende in der Zeit der Französischen Revolution. Während des Dreißigjährigen Krieges zerstörten kroatische Truppen der kaiserlichen Armee das Dorf, und es hatte auch während der französischen Reunionsbestrebungen unter König Ludwig XIV. wieder zu leiden. Die Franzosen brannten Diedelkopf 1796 nieder und zerstörten die beiden Brücken, die steinerne Brücke im Dorf selbst und eine Holzbrücke am oberen Bachlauf. Erst im Verlauf des 18. Jahrhunderts vollzog sich wieder ein beachtlicher Aufschwung.

0.7.4.Neueste Zeit

Als 1794 im Zuge der Französischen Revolution die benachbarte Stadt Kusel vollkommen niedergebrannt wurde, fanden viele der obdachlosen Stadtbewohner in Diedelkopf vorübergehend Unterkunft. Zur Napoleonszeit von 1801 bis 1815 gehörte das Dorf zu Frankreich, zu Mairie und Canton Kusel, zum Arrondissement Birkenfeld im Département de la Sarre. Auch während der bayerischen Zeit blieb es bei dieser Einteilung. Die Kantone Kusel, Lauterecken und Wolfstein bildeten jetzt jedoch ein neues "Landkommissariat". Aus heutiger Sicht entspricht das Landkommissariat dem Landkreis.

1939 wurde Diedelkopf in die Stadt Kusel eingemeindet. Da damals gewisse Formalitäten für eine Eingemeindung und eine Umbenennung in "Kusel-Diedelkopf" jedoch nicht erfüllt wurden, musste 1977 durch einen besonderen Verwaltungsakt das Recht zur Umbenennung hergestellt werden. Seitdem teilt Diedelkopf die Geschichte der Stadt Kusel.

Das Hallenbad der Stadt Kusel

0.8.Zeittafel

Vorgeschichte Keltische Hügelgräber in der Umgebung des Ortes
Römerzeit Funde von Überresten eines gallo-römischen Heiligtums (Gigantenreiter)
10. Jahrhundert Mögliche Entstehung des Ortes
1247 Diedelkopf in der Grafschaft Veldenz
1316 Erste Erwähnung des Ortes
1444 Diedelkopf in der Pfalzgrafschaft Zweibrücken (Oberamt Lichtenberg, Schultheißerei Kusel)
1595 Erschließung der Solquellen
1635 Zerstörung des Dorfes durch Kroaten der kaiserlichen Armee
1696 Zerstörung des Dorfes durch Truppen Ludwigs XIV.
1757 Schwere Schädigung der Salinenanlagen durch ein Unwetter
1801 Angliederung an Frankreich. Diedelkopf gehört zur Mairie Kusel im Kanton Kusel, sowie im Arrondissement Birkenfeld des Departements Saar.
1816 Diedelkopf im Königreich Bayern (Bürgermeisterei Kusel, Kanton Kusel, Landkommissariat Kusel)
1939 Eingemeindung nach Kusel mit gewissen Formfehlern
1977 Endgültige Eingemeindung nach Kusel

0.9.Religiöse Verhältnisse

Diedelkopf gehörte vom Mittelalter an zu dem Kirchspiel der Stadt Kusel. Eine eigene Kirche gab es nicht. Entsprechend der kirchengeschichtlichen Entwicklung in der Pfalzgrafschaft Zweibrücken schlossen sich die Bewohner während der Reformationszeit dem lutherischen Glauben an. 1537 hatte sich in der Kirche der Pfalzgrafschaft endgültig die Reformation durchgesetzt. 1588 mussten nach dem Willen des Pfalzgrafen Johannes I. alle Untertanen zum reformierten Glauben übertreten. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde auch die römisch-katholische Konfession wieder zugelassen, ebenso die lutherische. Für Diedelkopf war das zunächst nicht von besonderer Bedeutung, machte sich aber deutlich bemerkbar, als der Ort im 18. Jahrhundert und im 19. Jahrhundert durch Zuwanderung anwuchs. Schon 1825 gehörte ein Viertel der Bevölkerung zur katholischen Konfession. Es hat den Anschein, dass die Lutheraner vor dem Bau der lutherischen Kirche am Bangert in Kusel in Diedelkopf zentriert waren, und dass hier auch der lutherische Pfarrer wohnte. Gelegentlich lebten vereinzelt Juden im Dorf. Evangelische und katholische Christen des Stadtteils werden heute von den kirchlichen Organisationen in Kusel betreut. Es besteht aber noch ein eigener Friedhof.

0.10.Bewohner

Ursprünglich war Diedelkopf ein kleines Bauerndorf, in dem während der Jahrzehnte vor dem 30-jährigen Krieg weniger als 100 Menschen lebten (1609: 85) . Durch die Nähe von Burg und Stadt ließen sich früh auch Beamte und Handwerker in dem Dorf nieder, vor allem seit der Nutzung der Solquelle im Jahr 1595. Durch Seuchen und durch Kriegsgewalt verminderte sich die Einwohnerzahl gewaltig, und am Ende des 30-jährigen Krieges lebten sicher weniger als 10 Menschen in dem Dorf, denn nach den Eintragungen im Kirchenbuch wurde über einen langen Zeitraum hinweg nicht eine einzige Geburt gemeldet. Durch Zuwanderung stiegen im Verlauf des 18. Jahrhunderts die Einwohnerzahlen wieder an, wobei auch jetzt die meisten Bewohner von der Landwirtschaft lebten. Außer Bauern gab es den Müller und den Schmied, zwei Kaufleute und einige Hirten. Auch der herzogliche Beamte Engelhardt wohnte damals in Diedelkopf. Sein Wohnhaus ist erhalten geblieben. Dass zwischen den beiden Weltkriegen die Bevölkerung durch einen großen Anteil an Arbeitern geprägt war, zeigt sich daran, dass sich linke Gruppierungen bis 1933 bei den Wahlen behaupten konnten. Grundsätzliche Veränderungen in der Zusammensetzung der Bevölkerung erfolgten nach der Eingemeindung in die Stadt Kusel und nach dem Zweiten Weltkrieg. Durch die Erschließung der Neubaugebiete wurde die Umgebung von Diedelkopf zu einer der bevorzugten Wohnlagen der Stadt, indem sich viele Beamte, Angestellte und Geschäftsleute hier niederließen.

0.11.Einwohnerzahlen (nach Alter im Pfalzatlas)

  1609 1675 1802 1825 1835 1871 1905 1939 1961
gesamt 85 10 142 244 330 390 470 548 529
evang.       181          
kath.       63          

0.12.Wahlen (Auswahl in Prozent) - Neuere Ergenisse unter Kusel

Reichstag 1928 1930 1933
SPD 50,3 26,5 24,9
KPD 11.5 37,6 35,5
Zentrum/BVP 3,0 2,6 20,1
NSDAP 0,6 13,2 34,1

0.13.Schule, Kultur, Vereinswesen

0.13.1.Schule

Seit der Reformationszeit bemühten sich die Pfalzgrafen von Zweibrücken in besonderem Maß um die Förderung des Schulwesens in ihrem Fürstentum. Anfangserfolge gingen jedoch im 30-jährigen Krieg verloren, und der eigentliche Aufbau des Schulwesens erfolgte erst im 18. Jahrhundert. Für Schüler aus Diedelkopf bestand zunächst nur die Möglichkeit, in der benachbarten Stadt Kusel eine Schule zu besuchen. Davon wurde offensichtlich reger Gebrauch gemacht, denn als im Winter 1713/14 die Gemeinde ohne behördliche Genehmigung einen eigenen Winterschullehrer einstellte, musste dieser nach Intervention eines Schulleiters aus Kusel wieder entlassen werden. Die Lehrer in der Stadt befürchteten für sich selbst geringere Einnahmen für den Fall, dass Diedelkopfer Kinder im eigenen Dorf unterrichtet würden. Die Regierung schien diese Haltung zu unterstützen. Erst 1788 wurde erneut ein Winterschulmeister eingestellt, wiederum illegal. Diese Neueröffnung wurde von Kusel aus geduldet, doch den beiden Lehrern in der Stadt zahlte Diedelkopf eine Entschädigung von jeweils drei Gulden pro Jahr. 1792 genehmigte auch die Regierung eine Winterschule für Diedelkopf. Sie wurde sofort von 35 Schülern besucht. Lehrer Johann Praß erhielt eine jährliche Vergütung von 15 Gulden an Schulgeld und zusätzlich freie Verpflegung. Für Miete und Beheizung eines "Schullokals" erhielt er weitere 5 Gulden Entschädigung. Ein eigenes geräumiges Schulhaus erhielt Diedelkopf um 1890 und um 1920 auch eine Lehrerdienstwohnung in einem von dem Schulgebäude getrennten Haus. In der Schule wurde in zwei Klassen unterrichtet. Bei der Schulreform um 1970 wurden die Schüler der Oberklassen in die Hauptschule Kusel eingegliedert. Die Grundschulklasse bestand fort bis zum Jahr 1981, als das Schulzentrum auf dem Roßberg in Kusel eröffnet wurde. Von nun an besuchten auch die Grundschüler aus Diedelkopf die entsprechenden Schulen in Kusel.

0.13.2.Brauchtum und Vereinswesen

Von eigenständigem alten Brauchtum ist heute wenig erhalten geblieben. Gepflegt werden im allgemeinen solche Sitten, die auch andernorts üblich sind. Dennoch bewahren viele Bewohner in Diedelkopf einen Sinn für örtliche Selbständigkeit mit Straßenfesten und Ausstellungen aus der örtlichen Geschichte. Obwohl es in Diedelkopf nie eine Kirche gab, wird am dritten Wochenende im August eine Kirchweih gefeiert.

Das Vereinswesen entspricht weitgehend den Verhältnissen in Kusel.

0.14.Gesundheits- und Sozialwesen

Entsprechen den Verhältnissen in Kusel.

 

0.14.1.Wirtschaft und Verkehr

Das ursprüngliche Bauerndorf besaß wegen der besonderen wirtschaftlichen Entwicklung im Zusammenhang mit den Salinen eine eigene Berufsstruktur, indem Spezialisten die Funktion der Anlagen aufrecht erhalten mussten. Von wirtschaftlicher Bedeutung war außerdem die Mühle am Ort, die 1593 zum ersten Mal genannt wurde. Es ist bekannt, dass bereits im 18. Jahrhundert Beamte der pfalzgräflichen Verwaltung und der Verwaltung der Stadt in Diedelkopf wohnten. Bis heute ist der produktive Wirtschaftsfaktor wenig ausgeprägt, lediglich eine größere Druckerei im ehemaligen Schulhaus ist neben kleineren Handwerksbetrieben vor Ort angesiedelt. Ansonsten gilt die heutige Vorstadt mit Schwimmbad und Stadion zu den bevorzugten Wohngebieten der Stadt Kusel.

In Diedelkopf verteilen sich von der B 420 aus verschiedene Ausfallstraßen zu Dörfern in der Umgebung von Kusel, nach Blaubach, nach Körborn, nach Ruthweiler und zur Burg Lichtenberg.

0.15.Persönlichkeiten

Stoffel, Robert (*1866 in Diedelkopf † 1940 in Kaiserslautern)

Sohn eines Lehrers und selbst Lehrer in Oggersheim, Landau und Kaiserslautern, dort Seminarlehrer und ab 1925 Studienprofessor. Er ist bekannt geworden durch seine botanischen Studien, die er in vielen Aufsätzen veröffentlichte. Seine umfangreiche Moos-, Flechten- und Samensammlung wird im Museum der Pollichia in Bad Dürkheim aufbewahrt.

Nachweise

Verfasser: Ernst Schworm

Redaktionelle Bearbeitung: Ernst Schworm

Literatur:

  • Baum, Ludwig Heinrich: Kuseler Chronik, Geschichte einer deutschen Kleinstadt, Kusel 1928.
  • Hinkelmann, Daniel: Die Saline der Burg Lichtenberg zu Diedelkopf bei Kusel, in: Westrichkalender Kusel 1960, S. 34-36.
  • Hinkelmann, Daniel: Kusel-Diedelkopf soll wieder Solbad werden, in: Westricher Heimatblätter Jg. 4, Kusel 1973, S. 36-38.
  • Kramer, Karl: Geschichte des Volksschulwesens im früheren Herzogtume Zweibrücken, 2. Teil,  Kaiserslautern 1915, S. 378-379.
  • Schworm, Ernst: Kusel, Geschichte der Stadt, Kusel 1987.
  • Zink, Albert: Zerstörung und Wiederaufbau der Diedelkopfer Brücke, in: Westrichkalender Kusel 1964, S. 55.