Zur Geschichte des ehemaligen Reichsortes Dienheim
Auf eine römische Besiedlung der späteren Gemarkung Dienheim weist der Grabstein des Silius hin, der 1834 in der Nähe des Sulzbrunnens gefunden wurde. Der Stein gehört aufgrund epigraphischer Merkmale in die zweite Hälfte des 1. nachchristlichen Jahrhunderts. (...mehr)
Der Ort Dienheim wird erstmals im Jahr 756 in einer Schenkung von Wingerten an das Kloster Fulda genannt. Dienheim war ursprünglich Reichsort, wurde aber 782 durch Karl den Großen der fuldischen Propstei Bischofsberg geschenkt. Auch das Kloster Lorsch und die Abtei Prüm in der Eifel waren in der Gemarkung reich begütert. Im Jahr 1131 kaufte der Mainzer Erzbischof Adalbert I. (1111-1137) zahlreiche fuldaische Güter und übergab sie an das neu gegründete Kloster Eberbach im Rheingau.
Die Abtei Fulda behielt die Hoheits- und Vogteirechte über den Ort, welche sie den Herren von Dhaun-Falkenstein zu Lehen überlassen hatte. Die Dhauner hatten diese Rechte aber den Herren von Dienheim als Unterlehen gegeben. Diese verkauften ihre Rechte 1495 an Kurfürst Philipp von der Pfalz.
Während sich die Stadt Oppenheim 1423 in die Gerichtshoheit des Ortes einkaufen konnte, blieb Dienheim bis zur Auflösung des Kurstaates Ende des 18. Jahrhunderts Bestandteil des pfälzischen Oberamtes Alzey. Heute gehört Dienheim zur Verbandsgemeinde Nierstein-Oppenheim.
Quelle: Cüppers, Römer; Bild: Harald Strube; Redakt. Bearb. S.G.

