Zur Geschichte von Monzernheim
Monzernheim taucht erstmals im Jahr 765 in der schriftlichen Überlieferung des Klosters Lorsch auf. Schon unter König Pipin und Karl dem Großen erhielt das Kloster Lorsch mehrere Schenkungen zu Munzenheim und auch das Kloster Münsterdreisen besaß im Ort ein Gut von seinem Stifter Nantharius. Das Dorf war ein alter Besitz desBistums Worms. Deshalb mussten die Einwohner des Dorfes auf Anordnung des Bischofs Burkard I. (1000-1025) zum Bau und zur Unterhaltung der Stadtmauern von Worms beitragen. Neben der Wormser Kirche waren auch weltliche Herren im Ort begütert, so etwa im Jahr 1236 Graf Eberhard von Ebersheim (Eberstein), der sein Gut damals allerdings dem Kloster Kirschgarten übertrug. Im Ort lebte ein Geschlecht, das sich von Monzernheim nannte. Zwischen 1257 und 1434 wird diese Familie in Schriftquellen genannt. Nach Wendel schloss die Ortsumwehrung von Monzernheim „an die früher hier stehende feste Burg „die Wyßenburg“ […] an.“. Diese Weißenburg, die den Herren von Monzernheim gehört haben soll, wird in keiner bekannten Schriftquelle genannt. Auch unter der Herrschaft der Pfalzgrafen bei Rhein, die wohl in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts begann, wird nie eine Burg oder ein Schloss erwähnt.
In der Sickingenstraße befindet sich heute noch ein barockes herrschaftliches Haus (Anwesen Kiefer) mit einem schönen Renaissance-Portal und Resten von zwei Hoftorbogenständern. Ob dieses Haus, über dessen Geschichte nichts bekannt ist, mit der sagenhaften „Wyßenburg“ in Zusammenhang steht, lässt sich heute nicht beantworten.
In Monzernheim zählte man zur Zeit des Chronisten Widder (1786-1788) 69 Häuser. Damals gab es in der Gemarkung 782 Morgen Aecker, 11 Morgen Wingert, 43 Morgen Wiesen, und 6 Morgen Gärten. Darunter befanden sich verschiedene freie Güter, etwa der Otterberger Hof, das Boosische Lehen, das Hospital- das Wachenheimische und das Pfarrgut. Den großen Zehnten bezog die geistliche Verwaltung, von Neubrüchen die Kurfürstlchen Hofkammer, den kleinen jeweils zur Hälfte der katholische Pfarrer und die Gemeinde.
St. Johann
Im Dorf befanden sich zwei Kirchen. Die alte, dem hl. Johannes demTäufer geweiht, fiel in der Reformation den Katholiken zu. Sie unterstand der Pfarrei Westhofen als Filial. Die neue Kirche übernahmen die Reformierten, ebenfalls ein Filiale von Westhofen, wohin auch die Lutherischen eingepfarrt waren.
Der flach geschlossene rippengewölbte Chor der St. Johanneskirche stammt aus dem 14. Jahrhundert. In der Ostwand findet sich ein schlichtes Maßwerkfenster. Das spätgotische Langhaus ist einschiffig, im Ostteil befindet sich ein Kreuzrippengewölbe mit Überstabungen, der Westteil ist flachgedeckt.
Quelle: Grathoff, Art. Monzernheim im pfälzischen Burgenlexikon unter Zuhilfenahme von: Brilmayer 1905, S. 315; Bechtolsheimer 1916, S. 351; Dehio, Rheinland-Pfalz/Saarland 1984, S.694; Widder 1786-88, 3, S. 92-93; Wendel 1937, S.50; Wörner 1887, S. 100.
