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Katze (Belagerungsgerät)

Schutzschild bei der Belagerung

Die Katze war ein aus Holzbrettern oder Weidenrutengeflecht gefertigter Unterstand, der an den Seiten offen oder geschlossen sein konnte. Die Katze war die Nachfolgerin der schon im Altertum gebräuchlichen sog. Schildkröte und der frühmittelalterlichen Breschhütten.

Schon die Römer kannten fahrbare Sturmschirme, die sog. Pluten (plutei). Diese oben offenen Schutzwände aus Brettern wurden auf Blockrädern bewegt und dienten zur Deckung des Angriffsschützen. Daneben kannten die Römer die sog. vineae, Schutzdächer bzw. Laufhallen, die zum Schutz der Belagerer beim Anfüllen der Gräben und Brechen der Mauern bestimmt waren. Bei der Belagerung der Burg von Laon im Jahr 938 werden sog. Breschhütten erwähnt. Diese auf Rädern stehenden, mit einem Satteldach bedeckten 'Häuser' schob man gegen die Mauer vor, um in ihrem Schutz die Mauern untergraben zu können.

Auf das Schutzdach der Katze wurden feuchte Grassoden, frischer Mist oder feucht gehaltene Tierhäute gelegt, um ein Inbrandstecken durch die Verteidiger zu verhindern. Die Katze lief auf Rollen oder einer Räderkonstruktion. Sie wurde mit Winden und Umlenkrollen gegen die Mauer geschoben. In ihrem Schutz konnten Gräben zugeschüttet und Planierungsarbeiten durchgeführt werden, die den Mauerbrechern [Widder] und Belagerungstürmen den Weg ebneten. Gedeckt durch die Katzen versuchten auch die Mineure, die Burgmauer zu unterhöhlen.

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Belagerungsmaschinen.

(Text: Stefan Grathoff)

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