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Lohgerber

Das Handwerk der Lohgerberei war eine spezialisierte Form der Gerberei, die Rinderhäute zu Leder verarbeitete.

Der Name Lohgerber weist auf das übliche Gerbmittel, die Lohe, hin, die überwiegend aus Eichen- oder Fichtenrinden gewonnen wurde. Diese Rinde wurde in Mahlmühlen (Lohmühlen) unter Zusatz von Wasser zerkleinert und weiter verarbeitet. Wegen der rötlichen Farbe der Gerbsud wurden die Loher (Löher) auch Rotgerber genannt. Neben Gerbmitteln aus pflanzlichen Stoffen wurde in Hachenburg auch mit tierischen Fetten gegerbt. Von diesen Sämischgerbereien leitet sich die in Hachenburg oft genannt Berufsbezeichnung Simsgerber ab. Die so gewonnenen Häute werden heute auch als "Waschleder" bezeichnet, da "sämischgares" Leder gewaschen werden kann. Die Weißgerber haben ihren Namen von einer Form der Mineralgerberei, die sich des Alaun und Kochsalzes als Hilfsmittel bedient. Weißgerber liefern besonders weiches und feines Feder, das sich für Taschen, Gürtel eignet und auch von Schustern und Buchbindern gerne verarbeitet wird.

Literaturhinweise: Moog, Gerhard E.: Der Gerber. Handbuch für die Lederherstellung. Stuttgart 2005; Helmut Ottiger, Ursula Reeb: Gerben: Leder und Felle. Stuttgart 2004.

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