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Stechen

Turnierbegriff

Im späten 14. Jahrhundert wurde die traditionelle Form des Tjostes von zwei Kampfarten abgelöst: dem sog. Stechen mit stumpfer bzw. dem Rennen mit scharfer Lanze. Das Stechen mit stumpfer Lanze entsprach am ehesten der alten Tjost. Es erfreute sich großer Beliebtheit, da es weniger anstrengend und vor allem ungefährlicher war. Das Scharfrennen stellt dagegen den Versuch dar, die Tjost wieder riskanter und spannender zu machen. Doch auch der Stoß mit scharfer Lanze war nach der Einführung des Plattenharnischs nicht unbedingt lebensgefährlich. Trotz der scharfen Waffen ging es auch hier weniger darum, den Gegner zu verletzten und vom Pferd zu stechen, sondern einen kleinen Rundschild, die sog. Renntartsche, zu treffen bzw. abzureißen. Diese bestand aus Linden- oder Birkenholz und war im Brustbereich an der Turnierrüstung befestigt.

Beim sog. Geschift-Tartschenrennen war die Tartsche so konstruiert, dass sie in mehrere Stücke zersplitterte, wenn sie von der gegnerischen Lanze getroffen wurde.

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