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Daniel Brendel von Homburg

Mainzer Erzbischof mit einer Amtszeit 1555-1582.

Mit nur einer Stimme Mehrheit wurde der 32-jährige Daniel Brendel von Homburg gegen seinen Konkurrenten, den protestantischen Pfalzgraf Reichart von Simmern, zum Bischof gewählt. Die neue protestantische Lehre hatte im Domkapitel und im Hof- und Amtsadel viele Anhänger. Erzbischof Daniel Brendel war um ein gutes Verhältnis zu den protestantischen Nachbarn, vor allem zu Kurpfalz, bemüht und begrüßte den Augsburger Religionsfrieden, der im Jahr seiner Bischofswahl von Kaiser und Reich vereinbart wurde. Er ließ die Martinsburg wieder aufbauen, löste verpfändete Landesteile ein, gewann für den Kurstaat die Spessart-Grafschaft Rieneck mit Lohr und die Taunusgrafschaft Eppstein-Königstein. Die christliche Sozialdisziplinierung seiner Priester war ihm ein besonderes Anliegen. Engagiert setzte er die Beschlüsse des Konzils von Trient in seiner Diözese um. Dazu versicherte er sich der Unterstützung der Jesuiten, denen er feste Niederlassungen in Mainz und in Heiligenstadt (Eichsfeld) einrichtete. Daniel Brendel war der erste Erzbischof, der im Kurstaat Mainz die Rekatholisierung konsequent im Sinne des Trienter Konzils durchgeführt hatte.