Opperthausen im Hunsrück

Frühkeltisches Wagengrab und Grabhügelfeld

Oppertshausen, Rhein-Hunsrück-Kreis

Zu besichtigen: Die Grabhügel sind bis auf einen nicht mehr erhalten

Anfahrt: In Oppertshausen Landwirtschaftsweg in Richtung Rödern wählen. Nach Oppertshausen am Waldrand anhalten, den Weg links zu Fuß bis zur Weggabelung folgen. Der Hügel liegt etwa 20 m südlich (geradeaus) im Wald innerhalb der Weggabelung.

 

Das Hügelgräberfeld in den Fluren „Auf der Heide“ und „Fuckerter Schlag“ befand sich westlich von Oppertshausen und wurde nach Ausgrabungen eingeebnet. Heute wird die nahe dem Waldrand liegende Fläche landwirtschaftlich genutzt. Insgesamt wurden 14 Hügel untersucht, ursprünglich sollen hier 26 Hügel erhalten gewesen sein. Ein einziger Hügel von 13 m Durchmesser und 0,6 m Höhe ist noch sichtbar.

Die Untersuchungen der Jahre 1937 und 1958 führten zur Freilegung von Körpergräbern in Holzsägern oder auf Totenbretter. Bronzeringe an den Unterarmen kennzeichneten die Frauengräber. Eiserne Lanzen- und Pfeilspitzen waren den Männern beigegeben worden. Eine kleine paukenförmige Gewandspange (Fibel) aus Bronze weist, wie die Ring- und Keramikformen, in das 6. Jahrhundert v. Chr. Weitere Körperbestattungen wurden während der frühkeltischen Zeit im 5. Jahrhundert v. Chr. angelegt.

Der größte Hügel mit 29 m Durchmesser und 1,2 m Höhe befand sich am Nordrand der Grabhügelgruppe. Die Körperbestattung war auf der alten Oberfläche niedergelegt worden und mit einer Tonflasche und einem zweirädrigen Wagen ausgestattet worden. Von dem Wagen war nur noch ein eiserner Radreifen erhalten. Die beiden eisernen Nabenringe, Eisenreifen, die das Ende der hölzernen Achse umschlossen, sprechen für eine zweirädrigen Wagen. Das Grab war vermutlich gestört und die Vollständigkeit der Beigaben, darunter auch die Tülle einer Lanzenspitze, ist nicht gesichert.

Das Grabhügelfeld von Oppertshausen wurde über mehrere Generationen hinweg vom 6. bis zum 5. Jahrhundert während der Eisenzeit angelegt. Unter mehreren Kriegergräbern ragt die Bestattung eines Mannes heraus für den der größte Hügel angelegt wurde und dem ein zweirädriger Reise- und Streitwagen beigegeben wurde. Das Wagengrab von Oppertshausen gehört zu den gehobenen Ausstattungen der frühkeltischen Adelsgräberr. Diese aristrokratische frühkeltische Oberschicht ist archäologisch im östlichen Hunsrück nur über reiche Grabausstattungen wie in denWagengräbern von Dörth  und Hundheim bekannt.

 

M. Thoma

 

Literatur:

A. Haffner, Die westliche Hunsrück-Eifel-Kultur. Römisch Germanische Forschungen 36 (Berlin 1976) 407.