Sargenroth im Hunsrück

Der Sargenrother Bismarckturm

Bismarckturm

Der Sargenrother Bismarckturm, erbaut 1902 Wie bei anderen Bismarckturmbauten in Deutschland wurden im Zuge des Aufrufs der deutschen Studentenschaft im Jahre 1898 für die Errichtung der geplanten Denkmäler Architektenwettbewerbe ausgeschrieben. Sie erfreuten sich einer hohen Beteiligung. Insgesamt gingen zu diesem Zweck 320 Entwürfe ein. Wilhelm Kreis aus Eltville im Rheingau gewann diesen Architektenwettbewerb mit dem Entwurf "Götterdämmerung". Er wurde insgesamt in 47 Türmen ausgeführt, z.B. in Kirn, Bad Ems, Idar Oberstein, Sargenroth und später modifiziert in Ingelheim.
Für Sargenroth wurde der Entwurf von Wilhelm Kreis am 18. Dezember 1899 ausgewählt. Kreis sollte später auch das Völkerschlachtdenkmal von Leipzig entwerfen, das 1913 in großem Stil anlässlich der 100. Wiederkehr dieser Schlacht eingeweiht wurde.
Im Gebiet des Bundeslandes Rheinland-Pfalz befinden sich im übrigen noch 12 Bismarcktürme, der in Neuwied und Bad Bergzabern wurde abgerissen. Die Türme entstanden im Zeitraum zwischen  1895 (Bad Bergzabern) und 1922 (Altenkirchen).
Der geschäftsführende Ausschuss für den Bau des Sargenrother Turmes ging mit großem Eifer zu Werke, um die Mittel zum Bau zu beschaffen. Spendenaufrufe, Verkauf von Postkarten oder Verlosungen trugen dazu bei. Die Hunsrücker Zeitung unterstütze diese Aktivitäten nachhaltig. Kreis selbst entschied die vor Ort geführte Diskussion um den Platz, in dem er bei eine Reise in den Hunsrück am 12. März 1900 darlegte:
"Der Platz ist hinsichtlich seiner Lage und Beschaffenheit in hervorragenden Maße für diesen Zweck geeignet. Er ist eine historische Stätte. Der Platz bietet Raum für Festversammlungen und Volksspiele. Er ist von drei Seiten des Kreises gleich gut erreichbar. Kirchberg ist nicht geeignet, weil der Platz niedriger als die Stadt selbst liegt und das Stadtbild mit seinen Türmen die Bismarcksäule erdrücken würde."
Nach diesem Votum entschied der Ausschuss am 26. März 1900 den Turm an der Nunkriche zu bauen in abwechselnden Schichten von Hunsrücker Grauwacken und Schiefer in einer Höhe von 17,5 Meter. Die Gemeinde Sargenroth gab den Platz unentgeltlich. Bis zum April 1900 waren 2778 Mark an Spenden zusammengekommen, davon hatte der Hunsrücker Bauernverein allein 500 Mark gebracht. Seitens der Regierung wurde die Steine aus dem Wald kostenlos abgegeben, die Firma Wandersleben aus Stromberg stellte den Kalk zur Verfügung. Privatleute stellten kostenlose Fuhren in Aussicht.
Bereits die Grundsteinlegung war ein großes Fest. Bei aller Begeisterung gingen die Bauarbeiten nur zögerlich voran. Freifuhren waren den Landwirten nur in arbeitsfreien Zeiten möglich und auch die Finanzen waren knapp bemessen. 6000 Lose zu einer Mark sollten die Kasse füllen. Die Ziehung der Gewinne erfolgte am 4. Oktober 1901 und der Hunsrücker Zeitung wurde eine Liste der Gewinner beigelegt. Zu Preisen gehörten Vieh und landwirtschaftliche Geräte. Der Turmbau war am 31. August des Jahres 1902 vollendet, die Einweihung auf diesen Tag terminiert.

Quelle: Fritz Schellack, 100 Jahre Bismarckturm Sargenroth. Festschrift zum Jubiläum. Argenthal 2002.